Der Messe-Mayer Der Messe-Mayer Leipzig 2019 / 2 von 5: Mayer neat, bebrochene Nelken und Shoot-Out mit Hase Felix

Donnerstag: Mayer neat, bebrochene Nelken und Shoot-Out mit Hase Felix

 

Liebe Freunde,

 

herzlich willkommen zum Eröffnungsdonnerstag der Leipziger Buchmesse in diesem Text und zum Halbzeitfreitag in der Wirklichkeit. Sofern dies Ihre Morgenlektüre ist.

Ist es das, was Einstein gemeint hat? Während ich noch über die Eröffnung schreibe, haben Sie die Messe bereits halb hinter sich? Die Leipziger Messe ist immer so schnell vorbei wie Pfingsten, während die Frankfurter Buchmesse sich immer anfühlt wie ein ganzer Advent.

 

Ebenfalls einen ganzen Monat warten muss man, wenn man heute durch die Durchsuchungsschlange muss. Was ich nicht muss, weil ich durch den Presseeingang kann.

 

Wo ich eine hervorragende Aussicht habe auf die erbärmliche Warteschlange der Erdenwürmer, die nicht durch den Presseeingang können.

 

Das sieht ja schon mal nach einem guten Tag aus. Als ich aber am BuchMarkt-Stand eintreffe, mache ich gleich die Auslagen kaputt, und schon sieht es nach einem blöden Tag aus.

Und ganz typisch Presse: Zur Zertrümmerung der Regalatur ruft man mir nicht etwa zu „Pass doch auf“ oder „Ist Ihnen etwas geschehen?“, sondern nur lapidar:

„Fotto!“

 

Ich würde ja sagen, ich war das nicht, aber mein Koffer steckt schon zu tief in der Sache drin.

 

Wir haben übrigens unseren Stand für Leipzig halbiert. Jetzt haben wir weniger zu schleppen, aber auch weniger Stauraum.

Aus statischen Gründen ist ein Drittel der Unterschränke kein Unterschrank.

 

Aber ich habe auf unserer Rückseite einen Hohlraum entdeckt, der sich aus den Rückseiten der Messestände gebildet hat. Leider nur hat dort bereits jemand sein Messebau-Zubehör deponiert. Und es gibt keine Tür.

 

Man beachte die hochprofessionellen Dreifachsteckerverbindungen, die nicht erwartet haben, dass ich sie hier fotografiere.

 

Und die Menschen fragen schon wieder nach meinen Ohren. Ich trage sie nur am Wochenende, aber ich habe sie im Koffer bei mir, wie einen magischen Fetisch, ohne den ich nicht mehr sein kann. Zum ersten Mal habe ich die Ohren überhaupt zaghaft in die Titelgraftik eingearbeitet, siehe ohren, äh, oben.

Aber raus & dran kommen sie eben erst ab Samstag.

 

Das muss genügen.

 

Bis dahin: Mayer neat.

 

(Das sagen Whiskytrinker, wenn sie kein Eis und keine Deko im Glas haben wollen.)

(Diese Fotos sind übrigens entstanden in der VIP-Lounge der Leipziger Messe, einem magischen, streng gehüteten, diskreten Bereich, wo es kostenlose Delikatessen und freundliche Bedienung gibt. Ich war dort dankbarerweise als Gast, aber ich habe noch keinen eigenen Zutritt.)

(Auf die Liste setzen: wie komme ich an eine VIP-Lounge-Karte, die mir jedenfalls ganz sicherlich zusteht, weil ich so very vichtig und so bärtig bin?)

 

 

Mein Gang durch die Hallen

 

Es folgen an dieser Stelle immer mehrere zusammenhanglose Fotos von Dingen, die drollig aussehen oder erwähnenswert sein mögen und die meistens von teilnehmenden Ausstellern beabsichtigt sind.

 

Erstens: ZDF.

Wenn ich zwei Bodyguards hätte, dann würde ich sie in diese Mainzelmännchenkostüme stecken.

 

„So, Sie verlassen nun besser den Saal.“

 

 

Zweitens: 360 Grad.

Ich war beim 360 Grad Verlag, aber ich habe keinen Kiesel angetroffen. Aber hey: wenigstens war der Stand voll mit Lesern.

 

Und das ist ja fast noch besser!

 

 

Drittens: Die Zeit.

An riesigen Maskottchen habe ich heute diesen Leo gesehen, der zur Zeit gehört.

 

Ach ja, da hinten rechts oben steht es ja.

 

 

Viertens: Hauschka und Gerstenberg.

Moment mal, was haben diese Backfische denn da auf dem Kopf? Durch kostenloses Verteilen von Falthüten aus Papier regt man die Halbstarken (wie auch die Alten!) zu einer ironischen Infantilisierung an, und gleichzeitig rekrutiert man effektive Werbedrohnen.

 

Dieses Jahr: Hauschka

 

…und Gerstenberg.

 

 

Fünftens: Coppenrath.

Am Stand von Coppenrath steht zum Felixjubiläumsjahr eine riesige Felixpuppe. Kein Kostümmaskottchen, gottlob. Nur eine Puppe.

Sie steht nur da. Steht da und guckt mich an.

Blinzelt nicht EINMAL.

Sie steht da, als würde sie noch eine Weile schweigen, und dann würde sie sagen, und zwar in einer Stimme, die ich so tief und kehlig nicht erwartet hätte:

 

„Dieser Ort ist zu klein für uns beide.“

 

 

Ich weiß nicht, ob wirklich Felix-Jubiläumsjahr ist, aber es hat sich doch erst mal glaubwürdig angehört, oder?

 

Sechstens: Ravensburger.

Bei Ravensburger kriegt man die Haare geschnitten, wenn man dafür und dabei dem Publikum aus einem Buch vorliest.

Ich schreibe es sicherheitshalber nochmal hierhin:

Bei Ravensburger kriegt man die Haare geschnitten, wenn man dafür und dabei dem Publikum aus einem Buch vorliest.

 

 

Doch, genau das ist damit gemeint.

 

Also gut. Weil das genau das heißt, was es heißt, kann ich es um nichts ergänzen. Ich sehe nur Positives: Es wird gelesen, und hinterher hat man geschnittene Haare. Win Win.

 

Friseur und CrossArt-Künstler Danny Beuerbach löst die Grenzen auf zwischen Leseförderung, Außenwelle und Stufenschnitt.

 

 

Erstes Interview dieser Messe: Ursula Poznanski

Als im Jahre 2011 eine gewisse „U. Poznanski“ aus Österreich einen Gamer-Thriller um eine virtuelle Gottheit namens Erebos schrieb, bekam sie gleich den Deutschen Jugendliteraturpreis hinterhergeworfen und wurde der Liebling der Feuilletons und der Branche. Sie wurde eines der besten Pferde im Loewe-Stall, zog sofort in Hugh Hefners Villa und hat seitdem gut 25, also fast hundert Bücher veröffentlicht, und nicht nur für Jugendliche. Die schmissigen Mystik-Science-Thriller der cleveren Österreicherin landen immer in den Bestsellerlisten, und immer weit vorne. Mit ihrem sprühendem Charme und ihren feuerzartroten Haaren war sie mir schon lange ein arger Dorn im Auge, und ich wollte das endlich hinter mir haben. (Gucken Sie mal, wieviel Adjektive und Adverbien ich hier schon extra für Sie in die Einleitung eingebaut habe, Frau Poznanski!)

Berühmt geworden beim Loewe-Verlag (dort zur Zeit mit Thalamus) legt Frau Bosnaanskii bei Droemer Knaur nun mit Vanitas – Schwarz wie Erde einen feinen, harten Actioner vor, der mit überschauberem Personal gleich rasche Fahrt aufnimmt, als wäre es ein amerikanischer Thriller bei Suhrkamp.

 

und gemalt von Frank Schätzing.

 

BuchMarkt: Endlich haben wir beide mal Zeit füreinander. Darauf warten wir ja schon beide lange.

Ursula Poznanski: Ich verfolge Ihre tägliche Facebookmeldung mit viel Freude.

Ach, meine Tagestafel aus Herrn Mayers Buchladen?

Ich wusste gar nicht, dass Sie einen Buchladen haben, ich kannte Sie nur als Journalist.

Dann haben Sie eine sehr großzügige Auffassung von Journalismus. Aber ja, das war der Laden, der mich vor Jahrzehnten ausgebildet hat. Als die Besitzerin letztes Jahr verkaufen wollte, habe ich zugeschlagen.

Und macht es Spaß?

Es macht wahnsinnigen Spaß. Ich musste nicht das Rad neu erfinden, denn der Laden lief ja, aber ich konnte ihm ein wenig meinen Stempel aufdrücken.

Verstehe.

Ich sehe, Sie sind auf das Interview besser vorbereitet als ich.

Das ist mein journalistischer Background.

Haben Sie sonst noch Fragen an mich?

(Lacht) Nein, jetzt dürfen Sie.

Mein Lieblingssatz in Ihrem Buch ist „Fast hätte ich in die Nelken gekotzt“.

(Lacht noch mehr)

Schlägt da der Wiener Humor in mir an? Bilde ich mir ein, dass Sie ein Mensch mit viel Humor sind?

Also ich bilde mir das auch ein.

(notiert) …Poznanski… hat… keinen… Humor.

(Lacht)

Ich bin erst auf Seite 83.

Vielleicht kommt ja dann noch ein weiterer Lieblingssatz, wer weiß.

Sinn und Unsinn von Covermotiven: Wieso ist auf Ihrem Buch eine Libelle drauf? Kommt die noch zum Einsatz nach Seite 83?

Nein, gar nicht. Die ist nur Atmosphäre.

Wo kommen auf Krimicovern nur all diese Falter und Raben her?

Die Raben habe ich ja auch schon hinter mir. Aber Falter – ist eine Libelle nicht eher so ein Nachtschwärmerdingens?

Nachtschwärmerdingens? Sowas gibt es nur in Wien.

Ich habe keine Ahnung. Aber die Form und die Farbe finde ich doch sehr schön.

Wieviel Einfluss haben Sie auf das Cover? Stampfen Sie dann auf und sagen „Ich will was mit Libelle“?

Ich bekomme ein PDF mit fünf oder sechs Entwürfen und darf dann sagen, welches mir gefällt und welches nicht.

Aber Sie würden mir zustimmen, dass es eine visuelle Klischeesprache gängiger Genremotive gibt?

Ja, sicher. Die Krähen sind schon sehr verbreitet. Mein Libellencover wurde jetzt auch schon öfters mit Schätzing verglichen.

Och nö, das empfinde ich nicht so. Vielleicht weil es symmetrisch ist, mit Schwarz und bunt spielt und ein Flügelinsekt vorne drauf ist, aber sonst ist da keine Ähnlichkeit. Aber haben Sie denn nicht eigene Motivideen, die Sie mal auf Ihren Büchern sehen wollen?

Ich bin kein grafisch denkender Mensch. Ich bin superfroh, dass das nicht mein Ressort ist.

Dann zurück zum Thema Sprache. Ich sehe die gewollte Ähnlichkeit in den Titeln ihrer Bücher, von Erebos, Saeculum und Elanus bis Thalamus und Vanitas. Das klingt ja fast, als müsse man sich gleich frei machen, während der Arzt schon mal die Instrumente und Sonden anwärmt.

Das ist einfach entstanden durch Erebos. Das ist ganz auf meinem Mist gewachsen, dass ich diesen Namen recherchiert und benutzt habe, aber weil es ein so irrsinniger Erfolg war, wollte der Loewe-Verlag das gerne mit System weiter betreiben: Einworttitel, die man nicht sofort durchschaut.

Und jetzt, in einem anderen Verlag und für eine andere Zielgruppe?

Ich wollte das Buch zuerst nur Schwarz wie Erde nennen, aber der Verlag meinte „Wäre doch schön, wenn…“ und voilá, Vanitas.

Haben Sie einen Serientipp für mich?

Wie, Serien?

Es ist sehr hipp, sich TV-Serien zu empfehlen heutzutage.

Ich fand die Netflix-Horror-Serie The Haunting of Hill House atmosphärisch sehr toll. Die Umbrella Academy fand ich auch witzig. Ein Dauerbrenner bei mir ist Broadchurch.

Durchaus ein leises Juwel, das nicht so sehr bekannt ist in dieser Flut neuer Serien.

Aber ganz fantastisch.

Was kann ich Sie denn über Ihr Buch noch fragen, ohne die Leser zu spoilern?

Welche Fragen drängen sich denn bis Seite 83 so auf?

Wird dieses Sturmgewehr noch benutzt, das die Heldin versteckt hat und das sie immer wieder erwähnt? Das Buch läuft doch wohl darauf hinaus, dass sie das Ding endlich irgendwann benutzt, oder aber dass sie es nicht braucht.

Ich hoffe, Sie werden nicht enttäuscht sein.

Das werde ich gewiss. Oder der Typ mit den weißblonden Haaren und dem Tattoo – da schreit doch alles förmlich Bösewicht.

Der? Der ist doch ein Youngster, der ist viel zu jung für einen Bösewicht.

Sind das die gerissenen Manöver der versierten Autorin Poznanski, um mich irrezuführen?

Sind Sie denn schon auf Seite 100?

(Erschrocken) Nein, um Gottes Willen, was passiert denn auf Seite 100?

Dann steht die Inzestfrage ja noch gar nicht im Raum.

Aaaah, ich wittere ein wenig Chinatown: Korruption, Baugewerbe und Inzest.

(schweigt genießerisch.)

Was fragen Journlisten noch so über Ihr Buch?

Die fragen ganz viel über das Verhältnis von Wien zum Tod.

Oh je. Dem können wir beide sicher keine neuen Aspekte mehr abringen. Aber apropos Verhältnis: Wo schreibt Ursula Poznanski? Am Schreibtisch?

Couch. Es soll sich nicht wie Arbeiten anfühlen. Ich liege herum, lümmle auf der Couch und schreibe.

Gibt es dennoch einen äußeren Disziplinrahmen?

Ja, den bestimmt die Textmenge und nicht die Zeit. Ich höre erst auf, wenn ich 1300 Wörter habe. Manchmal dauert das. Manchmal geht es sehr schnell, und dann habe ich frei.

Und wenn Sie gerade einen guten Lauf haben?

Ich glaube, ich muss immer an einer Stelle aufhören, an der ich am nächsten Tag gut weitermachen kann. Es ist nicht so, dass ich wie die Maurer den Stein fallen lasse, sobald Feierabend ist.

Das ist also Ihr Bild von den Maurern?

Das ist mein Bild von den österreichischen Maurern.

Ein schönes Schlusswort.

Wollen Sie das wirklich schreiben? Ich kriege nie wieder einen Baumeister.

Das ist ein noch schöneres Schlusswort.

(beide lachend ab.)

 

 

Gnädigste, können wir jetzt BITTE dieses Foto machen?

 

 

 

Wir hatten viel Spaß.

 

Und plötzlich schleicht da so ein blasser, hagerer Kerl um uns herum, den ich noch nie im Leben gesehen habe, und will Autogramme von Frau Poznanski haben. Nun ja, das gehört eben auch dazu.

Aber sie scheint ihn zu kennen und stellt ihn mir als „Herrn Elsberg“ vor. Und ich denke noch:

 

Ach, so wie Marc Elsberg, den ich haufenweise in meiner hessischen Buchhandlung verkaufe, weil Blackout so ein guter Thriller ist.

 

Und da hat er sich auch schon zu uns gesetzt.

 

Und lässt sich Bücher von Frau Poznanski widmen.

 

Na, Blackout hin oder her, den werde ich mir für ein unangemeldetes Interview krallen, das ich dann im morgigen Bericht präsentieren werde. Er bittet um die Gnade, wenigstens am eigenen Stand interviewt zu werden, um die Schande geringer zu halten, und das gewähre ich ihm. (Das wäre dann Blanvalet.)

(Ich bin selber schon ganz gespannt, was ich ihn gleich fragen werde, haha.) (Auch das ist Messe: Spontan-Interviews, weil ich gerade jemanden erwische, der Zeit hat.) (Wäre nicht das erste Mal: Rita Falk, Neil Jordan und Herbert Feuerstein hatten ebenfalls schon völlig ohne Vorlauf Zeit für mich.)

Aber ich will wetten, dass ich die allerschönste der Poznanskischen Widmungen mit heim nehme:

 

Hochliebwertgeschätzte: Das musste eben reifen und war jede Sekunde wert.

 

 

Leute, die ich traf

Was wiegt all der Tand und der Bohei, wenn nicht die Menschen, die ihn veranstalten, dafür liebevoll zu kosen und zu schlagen sind; all die Menschen, die ich hier an der Pleiße und dort drüben am Main zweimal im Jahr so gerne treffe, sie kose und schlage.

 

Kosen und schlagen: Maren Ongsiek und Peggy Sasse

 

Kosen, weil sie so albern sind, und schlagen, weil sie dauernd mit ihren Smartfones spielen. Zum Glück nutzen mir diese Fotos dann und wann.

 

Aber dafür wird am Ende dieses Textes noch Raum sein.

 

 

Schlagen: Christian von Zittwitz

Diesen lieben Freund, Förderer und Kapitän soll ich schlagen? Ihm Leides tun, ihm auch nur ein einzig altersnaseweises Haar krümmen? Ja, das soll ich, denn das will er gerne so. Er mag es, wenn ich ihn verulke und durch den Kakao ziehe, diese Vaterfigur und Galeonsnase.

Nur gibt es da ein einziges Problem:

© Stuttgarter Zeitung / Avon / Douglas

 

Christian von Zittwitz ist eine komplett erfundene Figur. Es gibt gar keinen „Christian von Zittwitz“. Das hier ist nur ein bezahltes Werbemodel namens Casper van Reuben. Referenzen sind Aspirin, Lacoste und Windows 3.1

Lesen Sie hierzu auch den Artikel in der Stuttgarter Zeitung.

 

 

Schlagen und Kosen: Klaus Schöffling

Schau, Beate, DAS ist ein Bart!

Der Verleger des Jahres 1903 hat mich somit in Bartschaft geschlagen.

 

Hierfür möchte ich ihn hingegen voller Bewunderung kosen.

 

 

 

Kosen: Sebastian Fitzek

Kosen, ganz klar, fraglos und eindeutig kosen. Dieser stets höfliche und auch freundliche, geduldige, nette Autor ist einer der allergütigsten prominenten Maniereninhaber auf der Buchmesse.

Mister Why is not everybody such a Nice Guy.

 

Und dann schreibt er so fiese Bücher.

 

 

Kosen: Alexander Elspas

Ich wüsste jetzt auch spontan nicht, wofür ich den Verleger, Publizisten und Agenten (irgendeins davon wird schon stimmen) Alexander Elspas zu schlagen hätte.

 

Aber es würde bestimmt Spaß machen.

 

 

Schlagen: John Dieckmann

John Dieckmann, Vertriebschef bei Thienemann, ist ja eher jemand, den ich grundsätzlich kosen will, aber als er mir die Fahnen der wunderschönen Grafiken zur geplanten Jubiläumsausgabe von Die unendliche Geschichte gezeigt hat, war ich wieder mal so neidisch – nein, ich fange nochmal von vorne an.

 

Das sind John Dieckmann und ich. Weil John Dieckmann keinen Rüdenbart trägt, steht er in der Alpha-Rangordnung unter mir.

 

Vor Weihnachten wird eine prachtvolle, wundervolle Sonderausgabe von Michael Endes Die unendliche Geschichte herauskommen, nämlich mit Illustrationen von Sebastian Meschenmoser, und die durfte ich schon mal in groß und farbig vorab sehen, aber ich durfte keine stehlen.

 

Und da schmolle ich natürlich ein wenig. So ein feines Meschenmoserplakat exklusiv, das wäre doch was.

 

Aber man kann nicht alles von so einer Messe mit heim nehmen. Und apropos Heimgehen:

 

 

Zum Geleit

 

Zunächst mal: Mir ist heute ein Joppich erschienen. Er sagte nur „Der Bart steht Ihnen aber gut“, schüttelte meine Hand und verschwand dann wieder vor meinen Augen. Ich habe kein Foto, um dieses zu belegen, aber ich hoffe, dass noch andere heute den Joppich gesehen haben.

(Der Joppich ist ein halblegendäres Messewesen, das es in vergangenen Jahrhunderten tatsächlich hier und in Frankfurt gegeben hatte, aber irgendwann legte es ein Gelübde ab, nach seiner Pensionierung die Messe nicht mehr zu betreten, und seitdem war es verschwunden, so wie Frau Mahlzahn verschwand, als sie sich in den goldenen Drachen der Weisheit verwandelte.)

Aber es kommt immer wieder vor, dass Menschen behaupten, den Joppich gesehen zu haben. Und nun auch ich.

 

Eine der wenigen vorhandenen Aufnahmen des bekannten Joppichjägers Mushon Zer-Aviv, Yanka

 

 

Nun zu Maren Ongsiek vom Börsenverein und Peggy Sasse von Zweitausendeins und ihren Handykaspereien: Ei wenn doch immer wieder lustige Fotos dabei herauskommen! Der Quatsch heiligt die Mittel! Aber der Reihe nach:

Wie unbemüht ist das denn: Von der letzten Messe einen Practical Joke mitbringen und einfach nochmal zeigen? Aber ich konnte nun mal nicht widerstehen.

 

Es handelte sich um die Bierdeckel-Fake-Gesichter für die Fotokabine des Börsenvereins.

 

Es gibt zwar hier keine Fotokabine, aber ich hatte das Ding trotzdem noch im Koffer.

 

So wie die Jim-Knopf-Freikarten. Aber immerhin konnte ich nochmal alle am Tisch erschrecken.

 

Und so eben gibt es Fotos von Fotos von Fotos, der Symbolgipfel der alltäglichen Selbstbespiegelung.

 

 

 

Deren Botschafter ich bin.

 

Aber dafür brauchen Sie immerhin nicht selber auf die Messe zu gehen.

Freuen Sie sich auf den Leipziger Freitag und meinen nächsten Gast, den völlig ungeplanten Marc Elsberg bei Random House.

 

Jetzt noch GANZ schnell das Buch lesen.

 

Herzlichst,

Ihr und Euer
Matthias Mayer

 

herrmayer@hotmail.com

 

Wunderschöne Liedeinstiege von Karel Gott,
der goldenen Stimme aus Prag,
2 von 5:

„Als wir Kinder waren,
sind wir oft gefahren
oben auf dem Wagen mit dem Heeeeeeeuuuuuu
.“

(Babicka, 1979)

 

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Kommentare (4)
  1. Eine weitere Frau die du mir niemals vorgestellt hättest. Ansonsten wie immer sehr lesenswert.
    Über den Rüdenbart hab ich sehr gelacht.

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