Vom Abenteuer des Erwachsenwerdens Steven Herrick erhält den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis

Steven Herrick (© privat)

Der australische Autor Steven Herrick und der deutsche Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn erhalten den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz für das im Thienemann Verlag erschienene Buch Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird zwischen Autor (4.000 Euro) und Übersetzer (1.000 Euro) aufgeteilt.

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr zum 30.Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 23. Mai in Hamburg aus.

Uwe-Michael Gutzschhahn (© Miriam G. Möllers)

Steven Herrick entführt den Leser in eine australische Kleinstadt der 60er Jahre, in das Leben von Harry und dessen jüngerem Bruder Keith. Nach dem frühen Tod der Mutter hält der Vater die Familie zusammen. „Harry schildert seine Erlebnisse auf dem Weg ins Erwachsenwerden in einer Offenheit, die anrührt“, so der Jury-Vorsitzende, Weihbischof Robert Brahm. (Trier) „Frank und frei vertraut er uns Lesenden an, was in ihm vorgeht: seine diebische Freude, wenn ein Streich gelingt, sein Ringen mit dem Verlust der Mutter und der Freundin, die großen und kleinen Fragen, die sich auftun im Abenteuer des Erwachsenwerdens.“

„Gegen Ende des Romans wird in dessen rhythmisierendem Stil die Theodizeefrage gestellt. Der Gedankenstrom, dem das 14-jährige Ich Harry dabei folgt, entspricht dem Fluss, der den Roman wortwörtlich durchfließt und sowohl die Topografie als auch die literarische Motivik der Ereignisse bestimmt – dem Originaltitel by the river entsprechend“, heißt es in der Begründung der Jury. Der Roman sei in einzelne, in lyrischer Prosa gehaltene Kapitel unterteilt, die jeweils für sich lesbar sind und sich doch zu einem berührenden Gesamtbild zusammenfügen. „Einem expliziten chronologischen Handlungsverlauf verweigert sich der Roman und spiegelt damit Harrys Notwendigkeit, die Wirkmacht der Ereignisse in einen sinnstiftenden Zusammenhang zu bringen. Das transitorische Moment von Kindheit und Adoleszenz geht dabei über in ein Erzählen entlang des Flusses und durch dessen metaphorische Strudel hindurch. Heil und Unheil liegen in diesem Fluss begründet, der die lebensspendende Kraft des Wassers gleichermaßen verkörpert wie die Bedrohlichkeit der Flut – wie Vernichtung und Neubeginn.“

Die Jury besteht aus Weihbischof Robert Brahm (Vorsitz), Gabriele Cramer (Münster), Cornelia Klöter (Leipzig), Bettina Kraemer (Bonn), Susanne Kriesmer (Burgbrohl), Dr. Heidi Lexe (Wien), Dr. Klara Asako Sarholz (Bottrop), Prof. Dr. Markus Tomberg (Fulda), Elisabeth Wagner-Engert (Ellgau) und Anna Winkler-Benders (Frankfurt).

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