Die frühere Verlegerin der Friedenauer Presse wird für ihren „leidenschaftlichen Einsatz für die kulturelle Vielfalt, gegen das Vergessen und das Übersehen“ gewürdigt Katharina Wagenbach-Wolff erhält Verdienstorden

Katharina Wagenbach-Wolff

Katharina Wagenbach-Wolff, die in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feierte, erhielt gestern das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Der Berliner Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert hob in seiner Laudatio ihre besonderen Verdienste, insbesondere für Ihre verlegerische Arbeit für die Friedenauer Presse hervor, die 1963 im namensgebenden Stadtteil Friedenau gegründet wurde.

Katharina Wagenbach-Wolff gründete 1964 mit ihrem damaligen Mann Klaus Wagenbach den Verlag Klaus Wagenbach und gehörte der Verlagsleitung an. Von 1983 bis 2017 führte sie die Friedenauer Presse. Dank ihrer Arbeit habe sich die Friedenauer Presse zu einem der Vorbilder für kleine und unabhängige Unternehmen in der deutschsprachigen Verlagslandschaft entwickelt, so Wöhlert. „Verlegerische Intention war es, den Leserinnen und Lesern Entdeckungen zu ermöglichen, gleich aus welcher Zeit und Sprache− Novitäten ebenso wie (zu Unrecht) Vergessenes, Ausgrabungen, die unerkannt in Archiven, Anthologien und Gesamtausgaben verborgen waren. Wichtig war eine sorgfältige Buchgestaltung, ohne den Anspruch, Luxusprodukte herzustellen.“

Wöhlert hob hervor, dass Katharina Wagenbach-Wolff Vorbild und Institution der verlegerischen Arbeit in der Bundesrepublik ist und eine bedeutende Person des kulturellen Berliner Lebens. „Durch ihren leidenschaftlichen Einsatz für die kulturelle Vielfalt, gegen das Vergessen und das Übersehen ist ihr das Land Berlin zu Dank verpflichtet.“

 

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