Kaffeehaussitzers Netzrückblick Fundstücke aus den Literaturblogs – Juni 2017

Der Juni war ein beeindruckender Monat: Während der letzten vier Wochen kam ich mit den Bookmarks setzen kaum hinterher, so viele lesenswerte Beiträge wurden in den Literaturblogs veröffentlicht.

Kalkowski
Der Kaffeehaussitzer in seiner natürlichen Umgebung Foto: © Vera Prinz

Ein literarisches Veranstaltungs-Highlight war das Prosanova – Festival für junge Literatur in Hildesheim. Im Blog Schöne Seiten und im Blog von Frank O. Rudkoffsky gibt es wunderbare Festivaleindrücke mit vielen Bildern. Die Pressestimmen und noch viel mehr Photos hat Stefan Mesch zusammengetragen.

In Köln fand als Gemeinschaftsaktion der Verlage Kiepenheuer & Witsch, Bastei Lübbe, Diogenes, des DuMont Kalenderverlags und der Community Editions zum zweiten Mal die LitBlogConvention statt. Was die zahlreich erschienenen Bloggerinnen und Blogger dort erlebt haben, kann man unter anderem in den Blogs Tommi und die Schmöker, Who is Kafka oder Buchstabenträumerei erfahren. Die Gastgeber haben sich mit einem äußerst vielseitigen Programm viel Mühe gegeben und für jeden Geschmack etwas geboten.

Ein großer Erfolg war das Literaturcamp Heidelberg, das unter dem Hashtag #litcamp17 ein Wochenende lang omnipräsent in den sozialen Netzwerken gewesen ist. Im Blog zur Veranstaltung gibt es einen ausführlichen Rückblick aus der Feder der Gründerin und Mit-Organisatorin Susanne Kasper.

Ein Blick über die Grenze, weit, weit in Richtung Osten: Der Blog Read Ost berichtet über das internationale Literaturfestival im georgischen Tbilisi, insbesondere über das Programm der deutschsprachigen Autoren-Delegation.

Zwei sehr unterschiedliche Beiträge über das Selbstverständnis der Blogger-Szene: Auf buchrevier diagnostiziert Tobias Nazemi mit einem guten Schuss Polemik, dass der Hype um Literaturblogs vorbei sei. Ilja Regier gibt auf Muromez augenzwinkernd – und sehr treffend – acht Tipps, um als Buchblogger so richtig durchzustarten.

Bühne frei für die Buchpreisblogger 2017! So wurden die sechs Blogs vorgestellt, die dieses Jahr als offizielle Kooperationsparnter den Deutschen Buchpreis im Netz begleiten. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschem Buchpreis und Literaturbloggern ist inzwischen schon eine Tradition; dieses Jahr sind dabei: Sandro Abbate mit seinem Blog novelero, Isabella Caldart mit novelieren, Mareike Fallwickl mit Bücherwurmloch, Sarah Reul alias Pinkfisch, Frank O. Rudkoffsky mit seinem gleichnamigen Blog sowie Booktuberin Ilke Sayan mit ihrem YouTube-Kanal BuchGeschichten. Eine Zusammenstellung, die mich begeistert. Wir dürfen uns auf  viele lesens- und sehenswerte Beiträge freuen!

Der 16. Juni ist Bloomsday, ein Feiertag für alle Joyce-Afficionados. Und ein guter Anlass für Jochen Kienbaum, mit dem Beitrag „Wer hat Angst vor Ulysses – eine Beschwichtigung zum Bloomsday 2017“ in seinem Blog lustauflesen.de untenschlossenen Lesern die Scheu vor diesem legendären Mammutwerk zu nehmen.

Passend dazu gibt es auf Sätze & Schätze in der Reihe #MeinKlassiker einen Beitrag über James Joyces „Dubliner“.

Stichwort Klassiker: Im Blog der Klappentexterin finden wir einen wunderbar ausführlichen Beitrag über Stefan Zweig. Absolute Leseempfehlung!

Karl Ove Knausgård ist ein Autor, an dem sich die Geister scheiden. Entweder man liebt oder man hasst seine Art zu schreiben, so jedenfalls mein Eindruck. Buzzaldrins Bücher-Bloggerin Mara Giese ist schon seit Jahren bekennender Knausgård-Fan und sie hat auch mich mit ihrer Begeisterung anstecken können. Den jüngst erschienenen letzten Band seiner „Min Kamp“-Reihe sieht sie aber trotzdem recht kritisch.

Interessant auch die Besprechung des Romans „Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ von Kat Kaufmann im Blog KulturErnten. Und beim Blog Zeichen & Zeiten habe ich oft das Gefühl, dass Bloggerin Constanze Matthes genau die Bücher bespricht, die auch schon bei mir bereit liegen. Jüngstes Beispiel ist „Die Summe aller Möglichkeiten“ von Olivier Adam.

Zeig doch mal die Bilder: Der Kaffeehaussitzer hat in den letzten Jahren Graphic Novels für sich entdeckt und stellt eine Auswahl vor.

Und zum Schluss bleibt noch, die nahende Urlaubszeit gebührend zu erwähnen.  Im Blog Wortkulisse wird das Buch „Schrecklich schön und weit und wild“ vorgestellt, in dem der Autor Matthias Polyticki der Frage nachgeht, warum wir reisen und was wir dabei denken. Und Brösels Bücherregal empiehlt drei aktuelle Bücher als Lesestoff für den Urlaub.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Sommer.

 

Uwe Kalkowski ist seit vielen Jahren in der Buchbranche tätig und kennt sie aus unterschiedlichen Perspektiven: Als Buchhändler in großen und winzigen Buchhandlungen, als Absolvent des Studiengangs Verlagswirtschaft in Leipzig und als Marketingmensch in verschiedenen Fachverlagen; seit 2009 ist er Marketingleiter des RWS Verlags in Köln. Als Kaffeehaussitzer bloggt er über Bücher, Literatur und Leseerlebnisse. In der Kolumne Kaffeehaussitzers Netzrückblick gibt er hier auf buchmarkt.de regelmäßig eine Übersicht über lesenswerte Fundstücke aus den Literaturblogs. „Vollkommen subjektiv, handverlesen und rein persönlich ausgewählt ohne Anspruch auf Vollständigkeit, denn eine solche kann es in einer so vielschichtigen Szene gar nicht geben“, wie er sagt.

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