Literaturpreise Deutscher Buchpreis 2019 für „Herkunft“ von Saša Stanišić

Saša Stanišić erhält die Glückwünsche von Heinrich Riethmüller

Soeben wurde in Frankfurt der Deutsche Buchpreis 2019 vergeben: Der mit 25.ooo Euro dotierte Preis geht in diesem Jahr an Saša Stanišić für Herkunft (Luchterhand). Stanišić nutzte die Gelegenheit, sich in seiner Dankesrede über „50 Prozent“ der Literaturnobelpreis-Vergabe zu echauffieren: Er zeigte sich „erschüttert“ über die Bekanntgabe, dass Peter Handke mit dem Literaturnobelpreis 2019 ausgezeichnet wird. Zum Abschluss sagte der sichtlich kranke Ausgezeichnete: „Lassen Sie sich nicht anstecken, außer von guter und gut verkäuflicher Literatur!“

Die Jury hatte zuvor diese sechs Romane für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019 ausgewählt:

  • Raphaela Edelbauer, Das flüssige Land (Klett-Cotta, August 2019)
  • Miku Sophie Kühmel, Kintsugi (S. Fischer, August 2019)
  • Tonio Schachinger, Nicht wie ihr (Kremayr & Scheriau, August 2019).  Hier geht’s zu unserem Autorengespräch     vom 6.9
  • Norbert Scheuer, Winterbienen (C.H.Beck, Juli 2019)
  • Saša Stanišić, Herkunft (Luchterhand, März 2019)
  • Jackie Thomae, Brüder (Hanser Berlin, August 2019)

Jörg Magenau (freier Literaturkritiker), Sprecher der Jury des Deutschen Buchpreises 2019, zur Auswahl: „Die Shortlist bietet sechs herausragende Fundstücke, sechs Romane, die formal und stilistisch und in ihrer Klangfarbe unterschiedlicher nicht sein könnten, und die doch ein großes Thema eint: In allen geht es um familiäre Zusammenhänge, um den Ort in der globalen Welt, von dem aus das eigene Dasein zu begreifen ist. Dass dabei vor allem die Identität des Mannes problematisch geworden ist, beschreiben sie mal aus weiblicher, mal aus männlicher Perspektive. Vielleicht hat der Generationenwechsel, der sich mit drei Debüts im Finale andeutet, damit zu tun, dass die Jüngeren bei diesen Themen schärfer hinschauen. Die Jury war geeint in Leselust und konstruktivem Streit. Wir hoffen, dass es auch allen anderen Leserinnen und Lesern so gehen wird.“

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 203 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2018 und dem 17. September 2019 erschienen sind.

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2019 gehören neben Jörg Magenau an: Petra Hartlieb (Hartliebs Bücher, Wien), Hauke Hückstädt (Literaturhaus Frankfurt am Main), Björn Lauer (Hugendubel Frankfurt), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk), Daniela Strigl (Literaturwissenschaftlerin) und Margarete von Schwarzkopf (Autorin und Literaturkritikerin).

Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalistinnen und Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

Kommentare (1)
  1. ‚ Herkunft‘ ist kein herausragendes Fundstück, es ist für so manchen Leser, der auch des Autors erstes Buch gelesen hat, ein schwaches, teilweise literarisch misslungenes Buch. ich kenne niemand, der es zu Ende gelesen hat. Und nun wagt dieser kleine Autor in einer anmaßenden Rede auch noch eine dreiste Attacke gegen Peter Handke. Natürlich ist auch das durch die Meinungsfreiheit gedeckt und das ist gut so! Aber wieder einmal steht der Börsenverein dabei und klatscht Beifall. Das ist zum Fremschämen!

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