Der Messe-Mayer Der Messe-Mayer Leipzig 2017 Tag 5 von 5

Schon wieder verwackelt: Armin Gmeiner

 

 

 

 

Liebe Freunde,

…und Anke Wolf heißt natürlich Antje Wolf. Wenn ich einen Auftritt bei BLV vermassle, dann natürlich so richtig.

Ich freue mich schon auf mein eigenes Gekrieche, wenn ich Euch dann in Frankfurcht wieder gegenüber stehe.

 

Adios, Sachsen!

Für uns alle ist es im Nu vorüber, das große deutsche Lesefest der Sachsen. Aber während Sie Ihren Koffer auspacken und Ihre Leseexemplare sortieren, lasse ich mir den letzten Tag dieser Messe noch durch den Kopf und über die Maus gehen.

 

Das Wetter war wieder großartig, also sonnig, luftig und wolkig, recht frisch bei all der Sonne, aber das tat gut. Die Leipziger Buchmesse 2017 war also schon mal ein Wettererfolg.

 

Wieviele Harley Quinns findet man auf einer Rolltreppe?

 

Jawohl, zwei bis drei sind statistisch wahrscheinlich. Natürlich bringe ich heute als Besucher der Manga-Comic-Con in Halle Eins auch meine Beobachtungen zum Cosplay wieder ein.

 

Mario Schrägstrich Dr. Lecter: Der muss mit, ob er will oder nicht

 

 

 

Natürlich war Martin Luther auf dieser Messe ein großes Thema. Das alles hätte alleine schon für einen Luther-Mayer gereicht.

 

 

LutherLand statt LaLaLand

 

 

 

Selbst bei Reclam war man so sehr gewappnet, dass man den Farbcode der Reihen hinter sich ließ

 

 

 

Graphic Novel bei Ostfalia

 

 

Genau so.

 

 

Bester Kaffee – ist das wichtig?

Ich habe auf dieser Messe wenig Aufhebens um Kaffee gemacht.

Sonst schmücke ich mich immer sehr mit aller Naserümpferei über diesen und jenen Tropfen und jene und jene-jene Bohne; und ja, die Crema bei Ravensburger war tatsächlich geil; aber eigentlich ertappe ich mich dabei, wie ich mich am unkomplizierten „Da steht er“-Kannenkaffee fast mehr erfreue als an den Gretchenfragen, welchen Espresso / Cappuccino / Macchiato / Silvio Francesco ich denn haben möchte.

 

Sonst könnte ich doch den Eimerkaffee bei BuchMarkt nicht verdauen.

 

 

 

Letzter Gang durch die Hallen

 

Nennen wir den Sonntag arbeitshaltungshalber den entspannten Tag, das klingt wenigstens noch halbwegs positiv. Ei, sicher ist er für uns alle auch ein müder Tag, gar ein zäher Tag: Das Leben spielt sich in Halle Eins ab. Viele sind schon halbheimlich am Einpacken, aber die, die ohnehin wissen, dass Sie die letzten Lichter löschen, sind heute entspannt.

Um so mehr kann man doch auch am Messe-Sonntag alle Angebote genießen.

Kindertheater: pohyb’s und Konsorten haben einen unerklärlichen Namen, den jeder „prohips“ ausspricht. Halt, nein, ich erfahre gerade, dass „pohyb“ slowakisch ist und „Bewegung“ heißt. Okay.

 

pohyb’s spielen Frederick von Leo Lionni im Auftrag von Beltz

 

Gerade die vielen Hörbuch- und Musikveranstaltungen sind am Messewochenende besuchenswert. Musiker erklären Kindern per Lied den Bass:

 

Musiker gucken trotz Hütchen nicht lustig

 

 

 

Hier helfen die Hütchen doch.

 

 

Odenwälder Rindswurst bei Edition XXL

 

So banal das klingen mag: Auf einer solchen Messe, die einem alles abverlangt, sind es die kleinen, guten Dinge, die gut sind und äh, klein. Nein, ich fange nochmal an.

Der Odenwälder Verlag Edition XXL, den wir in der Richtung Preiswert & Lebensnah verorten wollen, bietet seinen Gästen nämlich immer die echte Odenwälder Rindswurst an.

 

Starke Würste, starker Senf.

 

 

Als POS-Marke mittlerweile etabliert: Die Teufelchen-Hausmarke

 

 

 

Und wann kriege ich jetzt das Essen?

 

 

 

Nein, nicht das! Das echte! Tropfend und heiß!

 

 

 

Jetzt ehrlich: Die Tomaten wären doch gar nicht nötig gewesen!

 

 

Ganz neu im Messe-Mayer gibt es nun den Weltbuch-Verlag, einen Dresden-nahen Veranstalter-Herausgeber, der z.B. Urs Heinz Aerni verlegt und mich wegen meiner Ohren ansprach.

 

Ja, sicher.

 

 

Die haben es nötig über meine Ohren zu reden.

 

Der Verlag war besondererweise auf das Erstellen von bemalten Eiern spezialisiert.

 

Sozusagen handbemalt und standbemalt.

 

Ich habe mich für eine Chimäre entschieden, die zusammengesetzt sein sollte aus „Katze“ und „Amöbe“, also die sogenannte Amatze. (Weil, „Köbe“ klingt ja auch schon von vornherein voll doof.)

Und tatsächlich:

Das nenne ich eine Punktlandung!

 

 

„Bitte… töte… mich…“

 

 

Nein, im Ernst: Ich war gerührt.

 

 

 

Auf den letzten Drücker will ich auch diese beiden Fotos noch unterbringen, obwohl ich bessere hatte in dieser Woche:

Das von Armin Gmeiner ist verwackelt. Wie ich überhaupt noch nie ein gelungenes Foto von Herrn Gmeiner hinbekommen habe.

 

Mal sehen, wie lange Herr Gmeiner mein Versagen noch mitmacht

 

Und dieses hier von Johannes Monse und mir ist ulkig, weil wir uns vorher nicht geeinigt haben, ob wir steif oder lieb gucken.

 

Ach wäre doch dieses nur verwackelt! Ich gäbe drei verwackelte Monse für einen scharfen Gmeiner.

 

 

Aber genug gefeixt. Ich habe nämlich auch für den letzten Tag ein im Wortsinne leckeres Interview parat!

 

Grün passt zu Passionsfrucht: Aurélie Bastian backt französisch im Südwest-Verlag

 

Die französische Köchin und Bäckerin aus Liebe und Leidenschaft brachte ihre kleine französische Küche mit nach Deutschland, wo sie den Menschen auch in Kochsendungen ans Herz wuchs. Bei Südwest bewirbt Aurélie Bastian im Vorgriff auf das Gastland Frankreich in Frankfurt 2017 ihr aktuelles Buch „Französisch Backen“.

In der Verbindung von französischer Verspieltheit mit deutscher Machbarkeit tut Madame Bastian sowohl ihrer als auch unserer Küche einen Freundschaftsdienst.

 

 

* einspeichel *

 

 

BuchMarkt: Kennen Sie Monsieur Leroc?

Aurélie Bastian: Nein, den kenne ich nicht.

Französischschüler meiner Generation lernten ihn als den französischen Vorzeigevater kennen. Ich glaube, bei Klett war der. Der erste französische Satz für tausende deutscher Schüler: Voilá Monsieur Leroc. La rue est grise et triste.

Das ist aber nicht sehr fröhlich.

Aber ich bin mit Familie Leroc aufgewachsen!

Das ist auch gar kein sehr bekannter Name. Ich kenne ihn leider nicht, euren Monsieur Leroc.

Er hat immer Adamo gehört. Il ecout des disques d’Adamo.

Nein, tut mir leid.

Was ist ihre Lieblingsfarbe bei Macarons?

Das ist wirklich eigenartig, aber meine Macarons gelingen mir am besten, wenn sie himbeerrot sind. So rosa. Also dunkelrot. Nicht girlie. So kräftiges Rot. Ich kann es nicht erklären, aber die gelingen mir am besten.

Welches deutsche Gebäck mögen Sie?

Käsekuchen. Und Streusel mit Pflaume. Nein, Pflaumenkuchen mit Streusel.

Welches deutsche Gebäck ist denn am französischsten?

Das ist schwierig, weil beide Backschulen in sich so unterschiedlich sind. Deutsche Kuchen haben viel Teig und wenig Obst, französische Kuchen haben kaum Teig und wahnsinnig viel Obst. Vielleicht kommen am ehesten deutsche Liebesknochen und Biskuitrollen dem französischen Backwerk nahe.

Sie le-

Aber nicht mit Buttercréme!

Sie leben in Deutschlands Osten, wo Ihre Backschule und Ihre Produkte gefragt sind. Hat Ostdeutschland keine guten Konditoren?

Das kann man nicht sagen, das bleibt sicher eine Frage des Geschmacks. Und der Gewohnheiten. Kleinteiliges, ziseliertes, teures Praliné-Backwerk wird in einem Dorf bei Halle nicht gesucht. Oder wenn, dann bei mir. Aber ich würde nicht wagen, zu sagen, dass deutsche Bäcker nicht gut seien.

Ich bin selber Bäckersohn. Erzählen Sie mir noch mehr Gebäck-Unterschiede.

In Deutschland nimmt man sich ein Stück Kuchen. In Frankreich man will haben mehrere, kleine, unterschiedliche Kuchen. In Frankreich kann es immer noch etwas filigraner sein. In Deutschland man will nicht haben so viel ChiChi.

ChiChi?

Ja. Ordnung muss sein, und nicht so ChiChi. Deutsche mögen keine Macarons, die nach Erdbeer schmecken und dann aber grün sind. Oder nach Rosen schmecken und schwarz sind. Das finde ich zum Beispiel sehr passend. Grün passt auch zu Passionsfrucht.

Vielen Dank für dieses Gespräch, ich muss nun Gebäck kaufen gehen.

 

Auf sehr drollige Weise gelingt es Aurélie Bastian gerade so eben nicht zu verbergen, dass sie nicht gerne fotografiert wird.

 

 

CosPlayyyyyy!

 

Die Manga-Comic-Con Leipzig. Das ist ja längst nicht mehr „Ja, Ihr dürft in einer unserer Hallen ein wenig Verkleiden spielen“, sondern die Manga-Comic-Con ist mittlerweile eine eigenständige und aufwändige Convention, gut besucht außerdem. Es dürften nicht wenige Teenager sein, die dort völlig überrascht davon sind, dass im Hintergrund auch noch eine Buchmesse läuft.

Mit ein wenig Glück kommt der Messe-Mayer auch auf die Comic Con Germany im April 2017, aber das müssen die noch entscheiden.

 

Ob so etwas eine Referenz ist?

 

Fragen Sie mich bloß nicht nach den Trends. Bis der Steampunk bei mir ankommt, ist er auch schon wieder out.

 

Ich bleibe trotzdem bei meinen Öhrchen.

 

 

In Halle Eins, auf der Manga-Comic-Con, zeigt sich, dass die Jugend sich auch noch engagiert und interessiert. Da stellt man sich nicht stupide in eine Zwo-Stunden-Schlange und wartet auf ein Autogramm.

 

Hier hat man wichtigeres zu tun! (Akutes Gaming, direkte Einspeisung in die Matrix)

 

Comic-Verlage wie Panini und Cross Cult stellen ihre Stände gleich hier ab, und die cleveren Jugendverlage mit Manga-Abteilung sind hier alle ebenfalls mit Zweitständen vertreten. Carlsen bietet zum Beispiel Greenscreening an.

 

Und da habt Ihr meine Moves, Carlsen!

 

Und der Aufwand, der in alle Kostüme gesteckt wird, ist oft bemerkenswert. Bemerkenswert aufwändig, oder bemerkenswert originell. Nur erkenne ich mittlerweile immer weniger Kostüme.

Oder wenige neue. Ich erspare Ihnen die Hobbitse und Deadpools; es wird eben Zeit für ein paar neue Film-Franchises aus Hollywood.

Bis das soweit ist, knipse ich nurmehr nach Farbe:

 

 

Na fein, die Lila-Lila-Orange-Girls oder was!

 

 

Robin Hood, aber nicht der von Disney, sondern der echte

 

 

 

Gimli, Sohn von Gloin (Gloin steht rechts hinter ihm.)

 

 

Oft liegt der Reiz gerade im textilen Transport einer nichtverkleidbaren Idee, beispielsweise wenn es gilt, sich als Telefonzelle oder Gyroskopdroide zu verkleiden und dabei trotzdem einen Rock zu tragen.

 

Das ist BB-8 – pardon: Das ist Madame BB-8.

 

 

Hier ist sogar der Fotograf verkleidet – als „Wo ist Waldo?“

 

(Da braucht man also wegen meiner Ohren gar nix zu sagen.)

 

Aus der Kategorie „Originell und wiedererkennbar ohne großen Aufwand“: Men in Black

 

 

Noch’n Kollege mit Anzug und Koffer: Das Leipziger Messe-Männchen.

 

 

He, Lichtschwert vergessen einzuschalten!

 

 

Uups, sorry. ( * zisch, summ * )

 

 

 

Die Frage ist doch zunächst: Würden Batman und Hulk denn aus diesen Tassen trinken?

 

Also ich schon. Zum Glück ist mein Koffer schon voller Leseexemplare, sonst würde ich mir hier allen Rotz kaufen.

…aber auf der Comic Con Germany im April ist mein Koffer leer! Also drücken Sie mir die Daumen, dass die mich akkreditieren.

Ansonsten hören und lesen wir wieder voneinander: Im Herbst in Frankfurt!

 

 

Auf Wiedersehen!

 

Somit wäre der Bücherfrühling also eröffnet! Wir sehen uns wieder zum Bücherherbst in Frankfurt. Gastland wird Frankreich sein. Fast schon mutet es exotisch an, dass das Gastland mal kein exotisches Land ist.

(Oder eben doch?)

(Or is it?)

Und dann werden wir nochmal in aller Ruhe über Monsieur Leroc reden.

 

Die Leipziger Messe ist kleinteiliger geworden. Es gab zwar mehr Zuwachs, aber dieser Zuwachs bestand überwiegend aus Selfpulishern und Autoren, die einen eigenen Stand haben, egal wie klein.

Die Leipziger Messe ist also mehr denn je ein Ort des des Kontaktes und des Lesens, und in diesem Sinne darf ich sie auch beschließen: Meine Kontakte brachten mir ein Rezensionsexemplar von Volker Kutschers Lunapark, das ich auf der Heimreise lesen werde. Da haben wir es wieder: Kontakt und Lesen.

 

Die Termine für das Literaturjahr 2018 stehen auch schon:

 

Zumindest für Mitteldeutschland.

 

 

Im Abreisestress ist manch tägliches Utensil nicht mehr greifbar:

 

Der Wibke-Ladwig-Plan bei Visitenkartennot: selber malen

 

 

Und irgendwann muss auch Batman nach Hause.

 

Batman checkt nicht aus. Batman geht einfach.

 

 

Nur bei Droemer Knaur wird immer noch Fitzek nachgefüllt.

 

Sucht noch in Euren Taschen und zwischen den Seiten, wir sind total überfitzekt!

 

Irgendwann im Morgengrauen wurde dann auch Sebastian Fitzek abgebaut.

 

Danke, Maren Ongsiek, dass Du in dieser Branche geblieben bist, als Du die Frankfurter Buchmesse verlassen hast. Ich hatte eine Sekunde lang Angst, dass Du nicht mehr auf die Messe kämst.

 

Vielen Dank fürs Anklicken,

Danke für alle Unterstützung,

bis zur nächsten Messe,

Ihr

Matthias Mayer

 

Litauer, die Sie nicht sofort auf dem Radar hatten, Teil 5 von 5:

Luthers Katechismus in der Übersetzung von Vilentas Baltramiejus, das erste gedruckte Buch in Litauen

 

 

herrmayer@hotmail.com

www.herrmayer.com

 

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