Im Juli auf Platz eins: Einar Schleef

1. (-) 50 Punkte

EINAR SCHLEEF: Tagebuch 1964-1976 Ostberlin
Herausgegeben von Winfried Menninghaus, Sandra Janßen und Johannes Windrich
Suhrkamp Verlag, 479 Seiten, 30,00 Euro
mittelschwere Lektüre

Vom Abitur bis zu den ersten großen Theaterarbeiten in Berlin und dann der Flucht in den Westen: das Werden eines Theaterberserkers.

2. (-) 48 Punkte

JAN PETER BREMER: STILL LEBEN
Kurzroman.
Berlin Verlag, 88 Seiten, 14,00 Euro
mittelschwere Lektüre

Ein Familienidyll in den Bergen: ein Mann, eine Frau, Kinder. Ein Traum? Aber zu viel Ruhe schadet der Gesundheit.

3. (6.-7.) 43 Punkte

DENIS JOHNSON: Jesus? Sohn
Erzählungen. Aus dem Amerikanischen von Alexander Fest.
Rowohlt Verlag, 179 Seiten, 14,90 Euro
mittelschwere Lektüre

“Sie sind wirklich großartig, diese Geschichten von den Augenblicken, bevor der Erlöser kommt. Sagen wir es so: Wir wissen nicht, woher wir kommen und wohin die Reise geht. Aber mit solcher Reiselektüre ist das ein paar Herzschläge vollkommen gleichgültig.” (Iris Radisch)

4. (-) 40 Punkte

LEONID ZYPKIN: Ein Sommer in Baden-Baden
Roman. Aus dem Russischen von Alfred Frank.
Berlin Verlag, 238 Seiten, 19,90 Euro
mittelschwere Lektüre

1867 fährt Dostojewski mit seiner Frau nach Westeuropa, ins mondäne Baden-Baden, in den 70er Jahren des nächsten Jahrhunderts der Ich-Erzähler von Moskau nach Leningrad – immer auf den Spuren des großen Schriftstellers. Eine Reise ans Ende der Nacht: ein Dichter, zerrissen zwischen auffahrender Hoffnung am Spieltisch und lähmendem Trübsinn.

5. (-) 38 Punkte

HANS MAGNUS ENZENSBERGER: Josefine und ich
Eine Erzählung
Suhrkamp Verlag, 147 Seiten, 15,00 Euro
mittelschwere Lektüre

‘Josefine, die Mäusesängerin’ ist die letzte Erzählung von Franz Kafka. Jetzt sitzt Josefine einem jungen Ökonomen gegenüber und erzählt von einem Leben jenseits der Gewissheit von Gut und Böse: von Versuchungen, Verführungen, Grautönen.

6. (-) 36 Punkte

JÜRGEN LODEMANN: NORA und die Gewalt- und Liebessachen
Asso Verlag, 288 Seiten, 19,90 Euro
mittelschwere Lektüre

Deutschland 1980: Queen Elisabeth wird zu einem Staatsbesuch erwartet. Aber es gibt Gerüchte um ein Attentat. Der frühpensionierte Kommissar und Ex-Alki Landensiepen steht vor den dramatischsten Tagen seines Lebens.

7. (6.-7.) 31 Punkte

PETER ESTERHAZY: Einführung in die schöne Literatur
Aus dem Ungarischen von Bernd-Rainer Barth, György Buda, Zsuzsanna Gahse, Angelika und Peter Mate, Terezia Mora und Hans-Henning Paetzke.
Berlin Verlag, 892 Seiten, 48,00 Euro
mittelschwere Lektüre

Eine Abrechung mit der stalinistischen Kulturpolitik seines Landes, eine labyrinthische Enzyklopädie, die den Anschluss an die moderne Literatur sucht und findet, ein wortmächtiges Plädoyer für die Freiheit der Sprache, ein Buch der Opposition, das seine Gegner überlebt hat.

8. (-) 30 Punkte

FELISBERTO HERNANDEZ: Die Frau, die mir gleicht Gesammelte Erzählungen. Aus dem Spanischen von Angelica Ammar, Anneliese Botond und Sabine Giersberg.
Suhrkamp Verlag, 398 Seiten, 24,80 Euro
mittelschwere Lektüre

Klavierspieler in der Provinz, scheiternde Ehen in Permanez, dauernde Geldnöte und wenigstens Freunde, die die Veröffentlichung einer Erzählung zum 40. Geburtstag finanzieren. Das Leben: unglücklich. Die Literatur: voller Sonderlinge, die ihr Leben im Unglück einrichten.

9. (-) 24 Punkte

FRANK SCHULZ: Das Ouzo-Orakel
Roman. Hagener Trilogie Band 3.
Eichborn.Berlin Verlag, 545 Seiten, 24,90 Euro
leichte Lektüre

Der dritte Teil aus dem Trinker und Liebesleben des Bodo Morten beginnt trocken und abstinent in einem griechischen Dorf: Aber als Monika an der Wiege der abendländischen Literatur und Weisheit auftaucht, ist es mit den guten Vorsätzen vorbei.

10. (-) 23 Punkte

F. SCOTT FITZGERALD: Die Romane
Diesseits vom Paradies. Der große Gatsby. Die Liebe des letzten Tycoon. Die Schönen und Verdammten.
Zärtlich ist die Nacht. 5 Bände.
Deutsch von Bettina Abarbanell, Renate Orth-Gruttmann, Hans-Christian Oeser.
Diogenes Verlag, 2096 Seiten, 95,00 Euro
mittelschwere Lektüre

Neu ediert, neu übersetzt, mit neuen Nachworten versehen.

Persönliche Empfehlung im Juli von Sigrid Löffler (Berlin)

LOUIS AUCHINCLOSS: Die Manhattan Monologe
Roman. Aus dem Englischen von Angela Praesent.
DuMont Verlag, 268 Seiten, 19,90 Euro

‘Der New Yorker Anwalt und Erzähler Louis Auchincloss gehört selbst der privilegierten Klasse der alten Ostküsten-Aristokratie an, über die er seit 50 Jahren schreibt – wissend, ungeschönt, melancholisch. In den 10 Erzählungen der ?Manhattan Monologe? führt der Patrizier-Autor den Leser noch einmal durch das gesamte 20. Jahrhundert – als nobler Chronist einer immer noch mächtigen Elite, die in ihrem ererbten Reichtum stets von Dekadenz und Abstieg bedroht ist.’ (Sigrid Löffler)

Die ‘Bestenliste’ im Fernsehen

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn
Sonntag, 9. Juli um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Katharina Hacker, Bettina Röhl, Peter Rühmkorf, Joachim Zelter

‘Literatur im Foyer’ mit Thea Dorn[
Sonntag, 30. Juli um 13.30 Uhr in 3sat
Gäste: Frank Schätzing, Rabea Edel, Clemens Meyer, Paul Ingendaay

{Südwestrundfunk
Fernsehen Kultur und Gesellschaft
76522 Baden-Baden

SWR-Bestenliste im INTERNET: www.SWR.de/bestenliste

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