Die zehn besten Krimis im Oktober

Monatlich wählen achtzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie viele Leser wünschen.

Die Oktober-Liste der KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio wird heute in der Literarischen Welt, der Literaturbeilage der Tageszeitung DIE WELT, in den Literatursendungen des NordWestRadios (live mit Jurysprecher Tobias Gohlis) sowie unter www.arte.tv/Krimiwelt mit Kommentaren von Tobias Gohlis, Kurzrezensionen der Juroren und weiteren Informationen zu Büchern und Autoren vorgestellt.

Die Oktober-Bestenliste:

1. (1) Robert Littell: Die kalte Legende. Scherz
New York/Prag/London/Qiryat Arba/Moskau: Martin Odum hat als CIA-Agent so viele Legenden gelebt, dass er seiner selbst nicht mehr gewiss ist. Seine Suche nach einem durchgebrannten russischen Ehemann öffnet ein Kapitel Destruktionsgeschichte. Ein Meisterwerk des Agententhrillers nach dem Kalten Krieg: Wettlauf zwischen CIA und Wahrheit.

2. (6) Michael Robotham: Amnesie. Goldmann
London: Detective Inspector Ruiz wird aus der Themse gezogen. Ihm fehlen Ehering, der dazugehörende Finger und die Erinnerung. Robotham macht überaus spannend und fintenreich die Floskel erneut wahr: Nichts scheint, wie es ist – und in diesem vertrackten Fall von Kindesentführung sogar zwei Mal.

3. (-) Paulus Hochgatterer: Die Süße des Lebens. Deuticke
Furth am See: Seinesgleichen geschieht. Psychiater Horn und Kommissar Kovacs stochern in der verrückten Welt. Eine kleine Stadt in Austria. Opas Kopf zermalmt, dem Kind die Beine gebrochen, ein Mädchen kann nicht mehr sprechen. Sie stochern. Die Welt ist, wie ihr Berufsblick sie zeigt: verrückt.

4. (3) Friedrich Ani: Idylle der Hyänen. Zsolnay
München: Mutter erhängt, Kind verschleppt. Schriftsteller Seiler ist verdächtig. Doch der hat jemand anderen getötet. Was ist Töten? Kommissar Polonius Fischer, ehemals Mönch, ist die starke Figur in Friedrich Anis philosophischem Kriminalroman. Beginn einer neuen großen Romanreihe.

5. (-) Louise Welsh: Der Kugeltrick. Kunstmann
Glasgow/London/Berlin: Zwei Männer sind tot und William Wilson, Mentalist und Illusionist, hat das Beweisstück, hinter dem der Mörder her ist. Verfolgungsjagd mit Falle, Untergang und Rettung eines schuldgeplagten Zauberers, schottische Täuschung –all dies zauberhaft elegant erzählt.

6. (-) Frank Göhre: Zappas letzter Hit. Pendragon
Hamburg: Zappa, der St. Pauli-Killer, hat seine Frau und sich im Knast getötet. Immer noch lose Fäden. Tochter Julie will Rache. Am Kiez kommen die Biker ran. Die Ermittler von damals geben keine Ruhe. Endlich hat Göhre seine Kiez-Trilogie fortgesetzt: Leidenschaft und Härte.

7 (-) Pete Dexter: Train. Liebeskind
Los Angeles nach dem Krieg: Train, schwarz, jung, vorsichtig, ist Caddie. Im kleinen Finger hat er mehr Golf als die, denen er das Bag schleppt. Mr. Packard, reicher Detective, kommt herüber zum Schwarzen. Roman über das Recht des großen Talents, den alltäglichen Rassismus und das, was wichtig ist: Mord ist es nicht. Kein Wort zu viel.

8. (9) Charles Todd: Kalte Hölle. Heyne
Urskdale, 1919 in Yorkshire: Schneesturm und Unwetter haben das Bergtal von der Umwelt abgeschlossen. Die Elcotts sind erschlagen, nur der 8-jährige Josh ist dem Massaker entronnen. Inspector Rutledge, Hamish, die nervige Stimme in seinem Kopf, eine zerrissene Familie – allesamt Opfer des Weltkriegs.

9. (5) Åsa Larsson: Weiße Nacht. C. Bertelsmann
Kiruna, Nordschweden: Die Hölle, das sind die anderen. Noch nicht genesen vom Kampf mit drei Sektenpredigern, wird Rebecka Martinson wieder in Mord verwickelt. Eine feministische Pastorin musste dran glauben. Beklemmend, dicht: Die Glaubenswelt als Machtgefälle. Härte am Polarkreis.

9. (-) Jess Walter: Die Agenda. Heyne
Spokane/New York 1980: Wahlkampf Reagan gegen Carter. Vince darf wählen, ein Kleinkrimineller im Zeugenschutzprogramm. Als ein Mafiakiller auftaucht, fliegt sein neues Leben auseinander. Vince braucht alle Tricks, Herz und Verstand, um einen guten Weg aus dem Schlamassel zu finden. Und Glück.

Interessierte Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de, Fax: 040/34 72 76 68.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.