Die zehn besten Krimis im März / John Harvey noch auf Platz 1

Mit John Harvey, Reggie Nadelson, Benjamin Black alias John Banville und David Peace sind einige der besten englischsprachigen Autoren in der März-Ausgabe der KrimiWelt vertreten. Der Australier Peter Temple, der jetzt sein deutsches Debüt gibt, kann schon jetzt als die Entdeckung des Frühjahrs bezeichnet werden. Dazu kommen noch: mit Fred Vargas die wichtigste französische und eine der besten europäischen Krimiautoren, mit Qiu Xiaolong der moderne chinesische Krimiautor schlechthin. (Tobias Gohlis)

Auf die ersten drei Plätze wurden gewählt:

John Harvey: Schrei nicht so laut (dtv)
Reggie Nadelson: Rote Wasser (Piper)
Gianrico Carofiglio: In freiem Fall (Goldmann)

Die komplette KrimiWelt-Bestenliste:

1. (1) John Harvey: Schrei nicht so laut (dtv)
Nottingham/Huddersfield/Whitby: Das Verschwinden von Susan Blacklock vor 14 Jahren lässt Ex-Inspektor Frank Elder nicht in Ruhe. Als ein Verdächtiger von damals aus dem Knast entlassen wird, wacht der Hass wieder auf in Mittel-England. Erster Band von Harveys Elder-Trilogie, realitätsnah fein gegen die Genre-Erwartungen erzählt.

2. (2) Reggie Nadelson: Rote Wasser (Piper)
Red Hook, New York: Artie Cohens alter Freund Sid hat Angst, doch rückt er nicht recht mit der Sprache heraus. Dann schwimmt ein Penner tot unter dem Pier, Sid wird erschlagen. Statt auf Hochzeitsreise begibt Artie sich in die russische Community, die panisch nur eins will: Sicherheit. Egal, wer sie garantiert. Nadelson – eine Meisterin düsterer Atmosphäre.

3. (-) Gianrico Carofiglio: In freiem Fall (Goldmann)
Bari: Keiner will Martina Fumai gegen den Vergewaltiger Scianatico vertreten, kann sein Vater doch über Juristenkarrieren entscheiden. Nur Avoccato Guerrieri fürchtet sich nicht. Böses tut sich auf: Stalking, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch. Der sanfte, schlaue Anwalt gibt nicht auf. Leiser Gerichtsthriller.

4. (-) Benjamin Black: Nicht frei von Sünde (Kiepenheuer & Witsch)
Dublin/Boston: Obwohl er in der Pathologie beginnt, hat Booker-Prize-Träger John Banville als Benjamin Black keinen Forensikerthriller geschrieben. Es ist ein komplexes Familiendrama um Heuchelei, dynastische Macht und Schuld, dem Pathologe Quirke nachgeht. Fast erstickt er im Gespinst des Verbrechens: Die Gewalt liegt in seiner Familie.

5. (-) Fred Vargas: Die dritte Jungfrau (Aufbau)
Paris/Normandie: Alles zwiefach. Kommissar Adamsberg erwächst ein Rivale. Die Gerichtsmedizinerin jagt Verbrecher mit gespaltener Persönlichkeit. Realität und Magie – was zählt mehr? Jungfrauen, Hirsche, winzige Knochen, ein Lebenselixier – daraus hat Fred Vargas ihren bisher tollsten, straffsten Roman gesponnen.

6. (-) David Peace: 1980 (Liebeskind)
Manchester/Yorkshire: 13 Frauen hat der Yorkshire Ripper umgebracht. Panik. Peter Hunter, Polizei Manchester, soll die Ermittlungen von Yorkshire überprüfen. Rivalität, Hass, Neid. Als Hunter auf Spuren zu Ex-Polizisten stößt, brennt sein Haus. Band des 3 des Red-Riding-Quartetts: Winterdunkel, Mord und Lügen. Mehr!

7. (-) Max Bronski: München Blues (Kunstmann)
München: Oktoberfest. Vor Gossecs Laden liegt der Staatssekretär. Bierleiche. Gossec, hilfsbereit wie ein Pfadfinder, greift dem Mann unter die Arme. Dafür gibt’s Prügel. Hätte Gossec nicht zum Totschläger gegriffen, wäre er tot wie Mongolen-Adi. Ja so san’s, die Bayersleut. Sentimental, bis man sie reizt.

8. (-) Peter Temple: Kalter August (C. Bertelsmann)
Port Monro, Victoria: Joe Cashin ist zermürbt. Vom Morddezernat beurlaubt, macht er Revierdienst in seinem Geburtsort. Ein alter Philanthrop wird zu Tode gequält, der Verdacht fällt auf drei Aborigine-Jungen. Cashin wühlt. Ein Winter-Noir. Temple kommt spät, aber ungeheuer: eine neue, überragende Stimme aus Australien.

9. (8) Olivier Mau: Myrtille am Strand (Funny Crimes im Shayol Verlag)
Côte d’Azur: Myrtille Xiao-Mei ist Polizistin aus Paris. Kaum hat sie ihren Fuß auf südfranzösischen Boden gesetzt, knallt es. Eigentlich will sie nur ihren Vater beerdigen. Doch die Promisiedlung am Cap, wo der reiche Schriftsteller wohnte und sie erbt, entpuppt sich als Killerkolonie. Action grotesque, französisch: pulpe!

9. (-) Qiu Xiaolong: Rote Ratten (Zsolnay)
Shanghai/St.Louis: Endlich bläst die Partei gegen die Korruption. Oberinspektor Chen soll ein Netzwerk „Roter Ratten“ zerschlagen. Kaum hat er die ersten Fragen gestellt, ist eine Zeugin tot, und er wird mit einer Schriftstellerdelegation in die USA geschickt. China auf dem materialistischen Weg, ein Mann in der Zerreißprobe.

{Die März-Ausgabe der KrimiWelt wird heute auch in der Literarischen Welt, der Literaturbeilage der Tageszeitung DIE WELT, in den Literatursendungen des NordWestRadios (live mit Jurysprecher Tobias Gohlis) sowie unter www.arte.tv/Krimiwelt mit Kommentaren von Tobias Gohlis, Kurzrezensionen der Juroren und weiteren Informationen zu Büchern und Autoren vorgestellt.

Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der aktuellen KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de, Fax: 040/34 72 76 68.

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