Die zehn besten Krimis im August

Monatlich wählen achtzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel aus, denen sie viele Leser wünschen.

Die August-Liste der KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio wird heute in der Literarischen Welt, der Literaturbeilage der Tageszeitung DIE WELT, in den Literatursendungen des NordWestRadios (live mit Jurysprecher Tobias Gohlis) sowie unter www.arte-tv.com/krimiwelt mit Kommentaren von Tobias Gohlis, Kurzrezensionen der Juroren und weiteren Informationen zu Büchern und Autoren vorgestellt.

Die August-Bestenliste

1. (-) Leonardo Padura: Adiós Hemingway. Metro im Unionsverlag
Havana/Finca Vigía, Kuba: „Cheminguey“, wie man ihn in Kuba ausspricht, als Mistkerl. Egomane, Frauenheld, Feigling, und nun auch noch Mörder? Mario Conde, Spezialist für Mord und Literatur, ermittelt: Wer erschoss den Mann, der seit 40 Jahren in „Papas“ Garten liegt? Ein neuer Padura: Der alte Schriftsteller und die Moral.

2. (-) Åsa Larsson: Weiße Nacht. C. Bertelsmann
Kiruna, Nordschweden: Die Hölle, das sind die anderen. Noch nicht genesen vom Kampf mit drei Sektenpredigern, wird Rebecka Martinson wieder in Mord verwickelt. Eine feministische Pastorin musste dran glauben. Beklemmend, dicht: Die Glaubenswelt als Machtgefälle. Härte am Polarkreis.

3. (-) Michael Dibdin: Tod auf der Piazza. Goldmann
Bologna: Als sei’s aus diesem Fußballsommer. Lorenzo Curti, Besitzer des FC Bologna, hat ein Käsemesser und eine Kugel im Wanst. Dass der Hintern von Semiotikprofessor Edgardo Ugo aus derselben Knarre beschossen wurde, ist nur einer von vielen grotesken Späßen aus der Trickkiste des raffinierten Briten Dibdin.

4. (1) Oliver Bottini: Im Sommer der Mörder. Scherz
Freiburg/Kirchzarten/Kehl: Eine Scheune brennt, ein Waffenlager fliegt in die Luft. Hauptkommissarin Louise Bonì, zurück vom Entzug, ist wieder dabei. Diesmal sind sie alle Außenseiter, die Freiburger Polizei, die französischen Kollegen in Kehl. Terrorismusverdacht genügt, und alles wird geheim. Bottinis zweiter Roman: mindestens so gut wie der erste.

4. (4) Antonio Dal Masetto: Noch eine Nacht. Rotpunkt
Bosque, Argentinien: Im Städtchen Bosque wächst kein Wald, nur Unterschwelliges. Quällust, Sadismus, Mordgier. Vier Desperados räumen Bosques Bank aus – und ein Dorf jagt seine Räuber. Darüber der leere Himmel. Sex, Metaphysik, Gewalt – ein Rezept für heiße Tage.

5. (-) Joe R. Lansdale: Wilder Winter. Funny Crimes bei Shayol
Marvel Creek, Osttexas: Der erste Roman um Hap Collins, Kriegsdienstverweigerer, hetero und weißer Rosenfeld-Nigger, und Leonard Pine, Vietnam-Veteran, schwul und schwarzer Rosenfeld-Nigger. Klassiker. Linke 60er-Idealisten bergen Bankraubbeute. Hap und Leonard überleben. Schnell, schwarz, ein Muss.

5. (-) Robert Littell: Die kalte Legende. Scherz
New York, Prag, London, Qiryat Arba, Moskau: Martin Odum hat als CIA-Agent so viele Legenden gelebt, dass er seiner selbst nicht mehr gewiss ist. Seine Suche nach einem durchgebrannten russischen Ehemann öffnet ein Kapitel Destruktionsgeschichte. Ein Meisterwerk des Agententhrillers nach dem Kalten Krieg: Wettlauf zwischen CIA und Wahrheit.

6. (2) Yasmina Khadra: Nacht über Algier. Aufbau
Algier/Sidi Ba: Keiner kauft Kommissar Brahim Llob den Schneid ab. Auch nicht Haj Thobane, der es vom Gärtner zum einfluß- und steinreichen Revolutionsführer gebracht hat. Nach einem Attentat auf ihn wird Llobs Assistent eingelocht, doch der wird nur frecher. Nachtschwarz, die algerischen Verhältnisse.

7. (-) Garry Disher: Schnappschuss. Metro im Unionsverlag
Victoria, Südaustralien: Pech für Inspector Hal Challis. Die Psychologin, die Fotos von einer Swingerparty in Umlauf brachte, ist die Schwiegertochter des idiotischsten Chefs, den er je hatte. Ein Auftragskiller zieht eine Blutbahn über die Peninsula. Die Welt, wie sie in Australien ist: chaotisch, desolat, bekloppt und vollgekokst.

7. (-) Jenny Siler: Ticket nach Tanger. Fischer
Tanger/Marrakesch: Die Nonnen, die Eve beschützt haben, werden massakriert. Traumatisiert, ohne Erinnerung, folgt Eve den Spuren eines Fährtickets nach Tanger. Wer war ich? Eine lebensgefährliche Frage, der Eve tapfer folgt. Ganz ruhig, kraftvoll führt Siler ihre Heldin in eine Vergangenheit, die sie lieber nicht erlebt hätte.

Interessierte Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de, Fax: 040/34 72 76 68.

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