Die zehn besten Krimis im April / Peter Temples „Kalter August“ auf Platz 1

Rund 800 neue Kriminalromane erscheinen pro Jahr in Deutschland. Selbst ausgefuchste Leser können angesichts dieser Masse den Überblick verlieren. Orientierung bietet wieder die April-Ausgabe der KrimiWelt – Die Bestenliste von WELT, ARTE und NordwestRadio.

Vorgestellt wird sie heute auch im NordwestRadio (live mit Jurysprecher Tobias Gohlis, zwischen 8.05 und 9.00 Uhr und morgen in der „Literaturzeit“ zwischen 15.00 und 16.00 Uhr), unter www.arte.tv/krimiwelt mit Kommentaren des Jurysprechers, Kurzrezensionen der Juroren und weiteren Informationen zu Büchern und Autoren sowie in der Literarischen Welt von heute.

Tobias Gohlis kommentiert die neue Liste so: „während sich die literaturinteressierte Welt noch um Andrea Maria Schenkels Erfolg mit „Tannöd“ dreht – wir haben bereits vor einem Jahr auf diese außergewöhniche Autorin hingewiesen – steht auf der KrimiWelt-Bestenliste bereits eine andere Neuentdeckung auf Platz 1: Peter Temple mit „Kalter August“.
Dieses Buch – ein Kriminalroman – wurde 2006 in Australien als bester Roman des Jahres, als bester Krimi und als bestes Buch über Australien ausgezeichnet. Es sind nicht nur solche Entscheidungen, die die U/E-Barriere obsolet erscheinen lassen.

Auf Platz 2 finden Sie die überragende französische Krimiautorin Fred Vargas. Ihre unnachahmliche und ganz einzigartige Mischung von strikter detektivischer Erzählweise mit phantastischen, märchenhaften und surrealen Motiven gewinnt in ihrem jüngsten Roman neue, noch überzeugendere Gestalt. Vargas ist eine Autorin, die sich bisher von Buch zu Buch steigern konnte. “

Die zehn besten Krimis im April:

1. (8) Peter Temple: Kalter August. C.Bertelsmann
Port Monro, Victoria: Joe Cashin ist zermürbt. Vom Morddezernat beurlaubt, macht er Revierdienst in seinem Geburtsort. Ein alter Philanthrop wird zu Tode gequält, der Verdacht fällt auf drei Aborigine-Jungen. Cashin wühlt. Ein Winter-Noir. Temple kommt spät, aber ungeheuer: eine neue, überragende Stimme aus Australien.

2. (5) Fred Vargas: Die dritte Jungfrau. Aufbau
Paris/Normandie: Alles zwiefach. Kommissar Adamsberg erwächst ein Rivale. Die Gerichtsmedizinerin jagt Verbrecher mit gespaltener Persönlichkeit. Realität und Magie –was zählt mehr? Jungfrauen, Hirsche, winzige Knochen, ein Lebenselixier – daraus hat Fred Vargas ihren bisher tollsten, straffsten Roman gesponnen.

3. (3) Gianrico Carofiglio: In freiem Fall. Goldmann
Bari: Keiner will Martina Fumai gegen den Vergewaltiger Scianatico vertreten, kann sein Vater doch über Juristenkarrieren entscheiden. Nur Avoccato Guerrieri fürchtet sich nicht. Böses tut sich auf: Stalking, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch. Der sanfte, schlaue Anwalt gibt nicht auf. Leiser Gerichtsthriller.

4. (1) John Harvey: Schrei nicht so laut. dtv
Nottingham/Huddersfield/Whitby: Das Verschwinden von Susan Blacklock vor 14 Jahren lässt Ex-Inspektor Frank Elder nicht in Ruhe. Als ein Verdächtiger von damals aus dem Knast entlassen wird, wacht der Hass wieder auf in Mittel-England. Erster Band von Harveys Elder-Trilogie, realitätsnah fein gegen die Genre-Erwartungen erzählt.

5. (-) Leif GW Persson: Mörderische Idylle. btb
Stockholm/Växjö: Linda, Polizeischülerin, wurde gefoltert und getötet. Die Mordermittlung kommt nicht voran. Der Bremser ist Kommissar Bäckström, gewerkschaftlich rundum geschützter Sexist, Faulpelz und Fiesling. Komische Bullenoper mit leichter Überlänge, aus der spitzen Feder des schwedischen Starkriminologen.

6. (6) David Peace: 1980. Liebeskind
Manchester/Yorkshire: 13 Frauen hat der Yorkshire Ripper umgebracht. Panik. Peter Hunter, Polizei Manchester, soll die Ermittlungen von Yorkshire überprüfen. Rivalität, Hass, Neid. Als Hunter auf Spuren zu Ex-Polizisten stößt, brennt sein Haus. Band 3 des Red-Riding-Quartetts: Winterdunkel, Mord und Lügen. Mehr!

7. (-) Massimo Carlotto: Arrivederci amore, ciao. Tropen
Mittelamerika, Norditalien: „Man bräuchte ein reines Herz/dass man in diesem Schlamm den klaren Himmel sehen könnte“. Als dieser Schlager erklingt, hat es Giorgio Pellegrini geschafft. Der Ex-Terrorist ist rehabilitiert und dort angekommen, wohin man nur mit Mord, Verrat und Frauenhass gelangt: in den italienischen Mittelstand.

8. (-) Reiner Gross: Grafeneck. Pendragon
Buttenhausen bei Reutlingen: In einer schwer zugänglichen Höhle stößt Lehrer Mauser auf einen mumifizierten Leichnam. Bald verdichtet sich die Befürchtung zum Albtraum: Sein Vater, ein anständiger Mann, könnte der Mörder gewesen sein. Erzählung um Schuld und Rache. Dort, wo die Nazis ihre erste Gaskammer betrieben.

8. (9) Qiu Xiaolong: Rote Ratten. Zsolnay
Shanghai/St.Louis: Endlich bläst die Partei gegen die Korruption. Oberinspektor Chen soll ein Netzwerk „Roter Ratten“ zerschlagen. Kaum hat er die ersten Fragen gestellt, ist eine Zeugin tot, und er wird mit einer Schriftstellerdelegation in die USA geschickt. China auf dem materialistischen Weg, ein Mann in der Zerreißprobe.

9. (4) Benjamin Black: Nicht frei von Sünde. Kiepenheuer & Witsch
Dublin/Boston: Obwohl er in der Pathologie beginnt, hat Booker-Prize-Träger John Banville als Benjamin Black keinen Forensikerthriller geschrieben. Es ist ein komplexes Familiendrama um Heuchelei, dynastische Macht und Schuld, dem Pathologe Quirke nachgeht. Fast erstickt er im Gespinst des Verbrechens: Die Gewalt liegt in seiner Familie.

Buchhändler können einen dreifarbigen Flyer mit der aktuellen KrimiWelt-Bestenliste bestellen. Kontakt: KrimiWelt, c/o asv vertriebs GmbH, Süderstraße 77, 20097 Hamburg, E-Mail: krimiwelt@axelspringer.de, Fax: 040/34 72 76 68.

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.