Die Titel der KrimiZEIT im Juli

Neu und an der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste im Juli 2012 steht Der Tod von Sweet Mister von Daniel Woodrell. Der zweite „Country Noir“ nach Winters Knochen (KrimiZEIT-Bestenliste 2011) aus der Feder des Manns aus den Ozarks. Der 13-jährige dicke Shug wird erwachsen und muss dabei an seinem kriminellen Vater und seiner schönen Mutter vorbei. „Pure Sprachgewalt.“

Neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste sind im Juli weiterhin:
Auf Platz 3: Die Stadt der Toten von Sara Gran. „Außerordentliche, gelungene Mischung aus Detektiv-Mythos und harter Sozialkritik einer in Deutschland noch kaum bekannten amerikanischen Autorin. Schauplatz New Orleans zwei Jahre nach Katrina.“

Auf Platz 5: Schattenstill von Sara Gran. „Bei den Ermittlungen zur Ermordung einer scheinbar intakten kleinen Mittelstandsfamilie zerbrechen die polizeilichen Gewissheiten, das Vertrauen auf Rationalität und die Methode der Gewaltkontrolle.“

Auf Platz 8: Ein schmutziges Geschäft von George Pelecanos. „Start einer neuen Serie des „The Wire“-Autors. Irakveteran und Privatdetektiv ohne Lizenz Spero Lucas schützt einen Jungen vor dem Verbrechen und kommt Vorstadtgangstern auf die Spur. Sozialstudie mit Spannung.“

Die „Dauerchampions“ der KrimiZEIT: „Zum fünften Mal wurde Fred VargasDie Nacht des Zorns auf die KrimiZEIT-Bestenliste gewählt. Das ist in der Geschichte der KrimiZEIT-Bestenliste erst einmal vorgekommen, bei Roger SmithKap der Finsternis. Zum dritten Mal finden Sie Matthew Stokoes High Life auf der KrimiZEIT-Bestenliste.“

Die komplette Juli-Liste mit den Jury-Begründungen:

1. Daniel Woodrell: Der Tod von Sweet Mister
Aus dem Englischen von Peter Torberg
Liebeskind, 192 S., 16,90 €
West Table, Ozarks, Missouri. Shug ist 13, dick und betet seine Mom Glenda an. Shug ist ihr »Sweet Mister«. Stiefvater Red klaut, dealt, prügelt. Proll-Family vor der Implosion. Shug wird älter, klug und härter. Sein Tag kommt. Woodrells Country Noir: Kein Sonnenstrahl gelangt zwischen die Zeilen, pure Sprachgewalt.

2. Peter Temple: Tage des Bösen
Aus dem Englischen von Sigrun Zühlke
C. Bertelsmann}, 432 S., 14,99 €
Hamburg/London/Johannesburg. Beim Versuch, ein Video mit einer Massakerszene zu verkaufen, gerät Bodyguard Niemand ins Visier der Täter. Datenhändler Anselm soll ihn schnappen helfen – und stößt auf das Trauma der eigenen Biografie. Rasant, komplex: Meisternarrativ über Verdeckung, geheime Kriege und Spionage vor 9/11.

3. [Sara Gran: Die Stadt der Toten
Aus dem Englischen von Eva Bonné
Droemer, 368 S., 14,99 €
New Orleans, 2007. Staatsanwalt Vic Willing ist im Katrina-Chaos verschwunden. Claire de Witt, beste Privatdetektivin der Welt, klärt auf: mit Scharfblick, Drugs, Träumen und Jacques Silettes mythischer Detektiv-Bibel. Happy End gibt’s nicht, nicht in New Orleans. Rausch + Klarheit = Gran. Unglaublich gut.

4. Don Winslow: Die Sprache des Feuers
Aus dem Englischen von Chris Hirte
Suhrkamp, 419 S., 14,99 €
Dana Point 1997. Brandschadenregulierer Jack Wade weiß, dass Immobilienhai Nick
Vale seine Frau Pamela verbrannt hat. Er muss es nur beweisen. Auf dem Spiel steht der
letzte unberührte Strand im Süden. Harter Fight zwischen dem alten Kalifornien und
der Gier-und-Gang-Moderne. Bravourös.

5. Tana French: Schattenstill
Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, Scherz, 732 S., 16,99 €
Dublin. Zwei Kinder erstickt, Vater erstochen, Mutter lebensbedrohlich verletzt. Familiendrama, Eifersuchtsmord, soziale Ausweglosigkeit? Detective Kennedy glaubt sich
seiner Methoden sicher. Bis die Selbstgewissheit auf schieren Wahnsinn trifft. »Auch ein
Guter kann zerbrechen.«

6. Michael Robotham: Der Insider
Aus dem Englischen von Kristian Lutze
Goldmann, 540 S., 14,99 €
Irak/London. Immer dem Geld nach! Im Irak haben Bankräuber Milliarden Dollar Aufbauhilfe
beiseite geschafft. Zu wem? Wer deckt sie? Ein Journalist im Irak bohrt nach. Derweil rettet Ex-DI Ruiz Trickbetrügerin Holly Knight vor MI6/CIA. Exzellent. Böse Realität nur leicht fiktionalisiert. Robotham: Weltklasse!

7. Fred Vargas: Die Nacht des Zorns
Aus dem Französischen von Waltraud Schwarze
Aufbau, 454 S., 22,99 €
Paris/Normandie. In Ordebec wurde »Die Wilde Jagd« gesehen. In der Horde: vier Männer aus dem Dorf. Todgeweiht? Kommissar Adamsberg, genervt vom Mord an einem Finanzmagnaten, folgt fasziniert normannischen Mythen, Ängsten, Intrigen. Nach drei Jahren Abstinenz: der neue Polar Poétique von Vargas.

8. George Pelecanos: Ein schmutziges Geschäft
Aus dem Englischen von Jochen Schwarzer
Rowohlt, 384 S., 9,99 €
Washington, D. C. Irakveteran Spero Lucas sucht verschwundene Dinge und stößt auf üble Vorstadtgangster. Ein braver Junge wird Augenzeuge eines Verbrechens. Spero hilft ihm. Nicht mit Lektüre, wie sein Bruder, der Lehrer. Mit Gewalt. Pelecanos webt an der Sozialgeschichte der USA im 21. Jahrhundert. Neue Serie.

9. David Ignatius: Der Deal
Aus dem Englischen von Thomas A. Merk
Rowohlt, 478 S., 9,99 €
Pakistan/USA. US-Drohne pulverisiert Familie in Waziristan: Trouble für Obamas allergeheimsten Geheimdienst. Der kauft Terroristen den Schneid ab, mit massenhaft Geld. Störend realistisches Szenario des Washington Post-Kolumnisten Ignatius. So wird in der Finanzkrise Terrorismus bekämpft.

10. Matthew Stokoe: High Life
Aus dem Englischen von Joachim Körber
Arche, 448 S., 19,95 €
Los Angeles. Jack will ein vollkommenes Geschöpf werden, einer wie Brad Pitt. Der Mord an seiner Frau Karen wird zum Start seiner Karriere. Vorgeblich auf der Suche nach dem Mörder, partizipiert Jack als Stricher, Lover, Killer voll am High Life: Snuff und BrutalSex inklusive. Nicht so raffiniert wie American Psycho, aber bös.

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