Die KrimiZEIT-Bestenliste März – hier zum Ausdrucken

Heute ist die KrimiZEIT-Bestenliste März 2014 in der Wochenzeitung DIE ZEIT erschienen. An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste März 2014 finden Sie ganz neu
GB84 von David Peace (original 2004: GB84).

Hier können Sie die Liste downloaden und als Plakat ausdrucken: download(03-KrimiZEIT_Bestenliste_Maerz_2014.pdf)

Mit GB84 ist David Peace zurückgekehrt an den Ursprung: in die von Industrie und Kohle geprägte Region Yorkshires, in der er aufwuchs. GB84 ist im Original 2004 erschienen, 20 Jahre nach den Ereignissen, von denen es handelt. Zehn Jahre später die deutsche Version, vom versierten Peter Torberg bravourös übersetzt. GB84 ist ein Buch über das Ende einer Epoche. Großbritannien, dem Mutterland der Industrialisierung, wird der Kern ausgetrieben: Die Industrie, die Arbeiterbewegung, die Kohle. Nachwirkungen hat die Zerschlagung von Industrie und radikalen Gewerkschaften bis heute, das letzte Nachbeben war während der Finanzkrise spürbar.

Peace konzentriert sich in seinem tiefschwarzen Kolossalgemälde auf die Protagonisten der zweiten Reihe. Zwar tauchen die unversöhnlichen Kontrahenten Maggie Thatcher und Arthur Scargill auf, die meist nur in ihren Funktionen benannt werden (Premierministerin und Präsident). Im Mittelpunkt stehen die Soldaten: Streikposten, Gewerkschafter, darunter der Geschäftsführer der NUM Terry Winter, ihnen gegenüber der antikommunistische Einpeitscher und Strippenzieher Stephen Sweet, etliche Ex-Special-Forces im Untergrundeinsatz.. Ein grandioser politischer Thriller. „Es kann kein Zweifel bestehen: Wenn wir dieses dunkle erzählerische Labyrinth aus Intrigen und Verrat am Ende verlassen, werden wir uns in einem fremden Land befinden, das mit dem Großbritannien von 1984 keine Ähnlichkeit mehr hat.“ (Thekla Dannenberg im Perlentaucher) „Peace ist kompromisslos wie wenige“ (Sylvia Staude in der Frankfurter Rundschau)

Weiterhin neu auf der KrimiZEIT-Bestenliste März finden Sie neben dem Briten Peace zwei Titel, einen amerikanischen und einen französischen:
Auf Platz 5: In Almas Augen von Daniel Woodrell (original 2013: The Maid’s Version)
Daniel Woodrell wurde hierzulande berühmt als Verfasser des Romans In Almas Augen ist Woodrell wurde hierzulande mit dem Roman Winters Knochen berühmt, verfilmt als Winter’s Bones. In Almas Augen ist Woodrells persönlichstes Buch. Die Familiengeschichten aus dem fiktiven West Table in Missouri, die er um die Explosion und Zerstörung einer Tanzhalle spinnt, sind an die seiner eigenen Familie angelehnt. Die reale Katastrophe fand 1928 in West Plains, Missouri, statt und blieb unaufgeklärt.
Im Roman skizziert Woodrell Biographien und Geschichten einer kleinen amerikanischen Stadt im 20. Jahrhundert, aus der Perspektive eines 1953 (wie Woodrell selbst) geborenen zwölfjährigen Jungen. Seine Großmutter Alma offenbart kurz vor ihrem Tod das Geheimnis, wie es zu der Katastrophe kam. Ein kleines Meisterwerk.

Auf Platz 10: Entfliehen kannst Du nie von Karim Miské (original 2012: Arab Jazz)
Karim Miské, geboren 1964, ist Dokumentarfilmer französisch-afrikanischer Herkunft. Entfliehen kannst Du nie ist sein Debüt im Kriminalroman und wurde nach Erscheinen mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis, dem Grand Prix de la Littérature Policière ausgezeichnet. Im Pariser Viertel La Villette krachen die Religionen aufeinander: Juden und Muslime, meist aus Afrika eingewandert, leben hier. Der Mord an einer jungen Frau, die aus dem Milieu der Zeugen Jehovas ausgebrochen ist, und der Import der Superdroge Godzwill bringen die Verhältnisse zum Kochen. „Ein Rohdiamant von Roman“ (Tobias Gohlis in der ZEIT)

Unsere Dauerchampions:
Zum fünften Mal steht Friedrich Ani mit M auf der KrimiZEIT-Bestenliste, zum vierten Mal ist Martin Cruz Smith mit Tatjana dabei. Zum dritten Mal auf der Liste sind Zoë Beck mit Brixton Hill und Jesper Stein mit Unruhe.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist der ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, DLF, BR | Gunter Blank, »Sonntagszeitung« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »WeserKurier« | Thomas Wörtche, »Penser Pulp bei Diaphanes«, »culturmag«, »DRadioKultur«

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.