Die KrimiZEIT-Bestenliste Juni hier zum Ausdrucken

Heute ist die KrimiZEIT-Bestenliste Juni 2013 in der Wochenzeitung DIE ZEIT veröffentlicht worden; hier können Sie die Liste downloaden und als Plakat ausdrucken: download(06-KrimiZEIT-Bestenliste_Juni 2013.pdf). An der Spitze der KrimiZEIT-Bestenliste Juni 2013 finden Sie Leichendieb von Patrícia Melo.

Neu auf der Bestenliste sind in diesem Monat folgende Titel:

Platz 1. Leichendieb von Patrícia Melo
Die Brasilianerin ist hierzulande nicht unbekannt. 1998 erhielt sie den Deutschen Krimipreis für O Matador, in Brasilien erhielt sie den bedeutendsten Literaturpreis des Landes für Inferno, dennoch ist ihr der große Durchbruch in Deutschland nicht gelungen. Leichendieb ist eine moralische Groteske. Der namenlose Icherzähler verstrickt sich immer tiefer ins Verbrechen, während seine Rechtfertigungen dafür immer fadenscheiniger werden. Dieser Antiheld ist der Mitläufer par excellence: Nie ist er verantwortlich für das, was er tut. Stilistisch scharf zugespitztes Porträt, zugleich sehr spannend.

Platz 7: Vater. Mörder. Kind. von Giampaolo Simi
Der Italiener Simi stand 2010 mit Camorrista auf der KrimiZEIT-Bestenliste. Vater. Mörder. Kind. ist sein achter Roman. Furio Guerri erzählt die Geschichte seines Untergangs als Familienvater und Vertreter aus doppelter Ichperspektive: als Monster, das er jetzt ist und als Mensch, der reflektiert, wie er Monster wurde. Raffiniert, ironisch (ein Vertreterroman, der teilweise in der Zeit spielt, in der der ehemalige Vertreter Berlusconi an die Macht kam) und trotz komplizierter Konstruktion überraschend spannend.

Platz 9: Flesh & Blood von Mark Peterson
Das Debüt des ehemaligen PR-Manns und jetzigen Lehrers mit bürgerlichem Namen Richard Bingham erzählt frei von Sentimentalität und mit nüchternem Blick vom Kampf zwischen der Organisierten Kriminalität und der mehr oder minder unorganisierten Polizei in den nicht-touristischen Drogenhöhlen und Schwulenklappen von Brighton. Held der Serie ist DS Minter, ein engagierter Polizist, dem die moralischen und karrieristischen Scheuklappen fehlen, weil er selbst von unten kommt.

Außerdem auf der Liste:

2. Robert Hültner: Am Ende des Tages, btb
3. Olen Steinhauer: Die Spinne, Heyne
4. Daniel Suarez: Kill Decision, Rowohlt
5. Sara Gran: Das Ende der Welt, Droemer
6. Giancarlo de Cataldo: Der König von Rom, Folio
8. Matthias Wittekindt: Marmormänner, Edition Nautilus
10. Cathi Unsworth: Opfer, Suhrkamp

Monatlich wählen achtzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die zehn Titel, die ihnen am besten gefallen haben. Sie halten nach dem literarisch interessanten, thematisch ausgefallenen, besonderen Kriminalroman Ausschau. Die KrimiZEIT-Bestenliste ist eine Kooperation der ZEIT mit dem Nordwestradio, einem gemeinsamen Programm von Radio Bremen und dem NDR.

Die KrimiZEIT-Bestenliste April wird in den Literatursendungen des NordwestRadios besprochen sowie im Internet unter www.zeit.de/krimizeit-bestenliste und unter www.radiobremen.de/nordwestradio/serien/krimizeit/index.html vorgestellt.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Kolumnist der ZEIT, Sprecher der Jury | Volker Albers, »Hamburger Abendblatt« | Andreas Ammer, »Druckfrisch«, DLF, BR | Gunter Blank, »Sonntagszeitung« | Thekla Dannenberg, »Perlentaucher« | Fritz Göttler, »Süddeutsche Zeitung« | Michaela Grom, SWR | Lore Kleinert, Radio Bremen | Thomas Klingenmaier, »Stuttgarter Zeitung« |
Kolja Mensing, »Tagesspiegel« | Ulrich Noller, Deutsche Welle, WDR | Jan Christian Schmidt, »Kaliber 38« | Margarete v. Schwarzkopf, NDR | Ingeborg Sperl, »Der Standard« | Sylvia Staude, »Frankfurter Rundschau« | Jochen Vogt, Elder Critic, »NRZ«, »WAZ« | Hendrik Werner, »WeserKurier« | Thomas Wörtche, »Plärrer«, »culturmag«, »DRadioKultur«

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