Heinold fragt: Wer war’s?

Das Unternehmen, nach dem wir heute fragen, kann im kommenden Jahr ein auch für traditionsreiche Verlage seltenes Jubiläum feiern. Sein Gründer kam – wie so mancher Verleger im Zeitalter der Aufklärung – aus dem Erzgebirge.

Er begann eine Lehre als Goldschmied, sattelte aber um und erlernte in Wittenberg die Buchdruckerkunst. Im Alter von 30 Jahren erwarb er in einer Freien Reichstadt eine schon seit 131 Jahren bestehende Buchdruckerei und erhielt zusätzlich die Konzession zum Betrieb eines Verlages und einer Buchhandlung. Die Druckerei ist heute noch am Gründungsort ansässig. Der Verlag siedelte gegen Ende des 19. Jahrhunderts in eine der deutschen Verlagsmetropolen über, wo er nach wie vor seinen Sitz hat. Zum Firmenverbund gehört eine Buchhandelskette mit Filialen in mehreren Universitäts- und Großstädten.

Der Sohn des Gründers baute das Unternehmen zu einem angesehenen Wissenschaftsverlag aus. Es entwickelte sich stetig über die Generationen hin und wuchs in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zu seiner jetzigen Größe. Gegenwärtig sind über 7.000 Titel lieferbar, darunter zahlreiche elektronische Publikationen. Jährlich kommen mehr als 1.000 Neuerscheinungen und aktualisierte Neuauflagen heraus. Rund 50 Fachzeitschriften sind wichtige Stützen der Verlagstätigkeit. Am Hauptsitz des Verlages sind rund 450 Mitarbeiter beschäftigt. Über 100 Fachlektoren und Redakteure betreuen mehr als 4.500 aktive Autoren. Die firmeneigene Buch-und Zeitschriftendruckerei mit Multimedia-Abteilung am Gründungsort der Firma beschäftigt weitere 400 Mitarbeiter. In der gesamten Firmengruppe sind etwa 1.700 Personen tätig.

Der Verlag ist nicht nur ein quantitatives, sondern auch ein qualitatives Schwergewicht. Die einheitliche Firmenbezeichnung steht wie ein Dach über zwei eigenständigen Verlagsabteilungen, die auf ihrem jeweiligen Wissenschaftsgebiet führend tätig sind. Man könnte auch von zwei Seiten einer Medaille sprechen.

Die eine Verlagsabteilung liefert in erster Linie Veröffentlichungen aus ihrem Wissenschaftsgebiet für die Praxis von Institutionen und akademisch ausgebildeten Einzelpersonen. Für den Universitäts-, Wissenschafts- und Fachbuchhandel ist dieser Verlagszweig mit zahlreichen „Muss“-Titeln einer der wichtigsten Partner. Fortsetzungswerke und ständig aktualisierte Neuausgaben prägen seinen Charakter.

Die zweite Abteilung ist allgemein-geisteswissenschaftlich sowie literarisch orientiert. Sie wendet sich vornehmlich mit Sachbüchern, Biographien und Nachschlagewerken an Bildungsbürger im besten Sinne des Wortes. Das Programm dieses Verlagszweiges ist so umfangreich, dass es dem Buchhandel in fünf ansehnlichen, jeweils einem Teilaspekt der Verlagsarbeit gewidmeten Vorschauen präsentiert wird.

Inhaber und Leiter des Unternehmens sind zwei Brüder, die in direkter Linie in sechster Generation vom Firmengründer abstammen und dessen Familiennamen tragen. Auch die Firma trägt diesen Namen, aber mit einem Zusatz, der auf den Sohn des Gründers zurückgeht.

Heinold fragt: Wie heißt der Verlag und wo ist sein Sitz?
Antwort an heinold@buchmarkt.de

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