Gestorben Wolfgang Körner

Wolfgang Körner

Der Dortmunder Schriftsteller und langjährige BuchMarkt-Kolumnist Wolfgang Körner ist im Alter von 81 Jahren unerwartet gestorben.

Er veröffentlichte als Autor an die 50 Bücher. Außerdem war er als Buchherausgeber, Drehbuch- und Hörspielautor erfolgreich. Er erhielt mehrere literarische Auszeichnungen, darunter den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.

In den 1960er-Jahren war Körner Mitglied der sozialkritischen „Gruppe 61“, der u.a. auch Max von der Grün und Günter Wallraff angehörten. Sein vielleicht größter literarischer Erfolg war der Roman Nowack. Auch als Jugendbuchautor erwarb er sich Meriten, bevor er sich in den 1980er-Jahren vor allem dem satirischen Genre zuwandte. Zu meiner damals gegründeten Taschenbuchreihe „rororo tomate“ steuerte Körner über die Jahre nicht weniger als zwölf Titel bei, darunter auch das nach Auflagenzahl erfolgreichste Buch der Reihe, Der einzig wahre Opernführer. Der Titel erlangte Kultstatus und wird nach wie vor, 35 Jahre nach Ersterscheinen, von Rowohlt lieferbar gehalten.

Ebenfalls Kultstatus erlangte die von Wolfgang Körner 1981 kreierte und geschriebene TV-Comedyserie „Büro, Büro“, die noch heute auf digitalen Videoplattformen abrufbar ist.

Seine in den Siebziger- und Achtzigerjahren monatlich erscheinende Kolumne im BuchMarkt war eine Brancheninstitution.

Wolfgang Körner hatte als Künstlerpersönlichkeit Ecken und Kanten. Vor allem aber hatte er Humor. Und er war ein verlässlicher, treuer Freund. Getreu seinem Motto „Ich muss nicht die reichste Leiche auf dem Friedhof sein“ unterstützte er viele Personen aus dem schriftstellerischen und privaten Umfeld in Notlagen.

Nur 14 Tage vor seinem Tode hatte Körner mir gegenüber seinen Wunsch geäußert, dass ihm ein Siechtum im Alter erspart bleiben möge. Er starb am 25. April völlig überraschend und friedlich – und wir trauern mit seiner Lebensgefährtin Renate Obst . Renate sagt: „Er war für mich das größte Geschenk in meinem Leben“, über 42 Jahre hielt diese Verbindung auch ohne Trauschein.

Klaus Waller

Kommentare (1)
  1. Ohhh jaaa er hatte seine Ecken und Kanten und so mancher journalistischer „Ehrenkodex“ schaffte erhebliche Probleme im besonderen was das Thema staatsanwaltlicher Akteneinsichten juristischer Personen betrifft. Körner war ein treuer Anhänger des kleinen Fahrzeugs und Lehrer für das große Fahrzeug. Dabei blieb sein Vaterland immer seine eigene Haut. Aber wie soll ein aus der Festung Breslau vertriebener jemals Heimat empfunden haben. Sein Werk der ausgedachte Vater gibt neben Nowack so einiges mehr von Ihm preis. Dabei war er als „Macho“ mir in seinen Büchern immer wesentlich sympathischer wie Ernest Hemmingway.

    NAMASTE

    Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide nur noch eins sind.

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