Rainer Moritz' Liebeserklärung an die Buchhandlung: "Leseparadiese" (Sanssouci) „Wenn wir schon aus dem Paradies vertrieben wurden, dann bleiben uns wenigstens die Leseparadiese“

Rainer Moritz

Anhand von Erfahrungen, die er mit besonderen Buchhandlungen gemacht hat, erzählt Rainer Moritz in seinem Buch Leseparadiese (Sanssouci) von seiner persönlichen Lese- und Büchersozialisation. Von der Originalität „seiner Buchhandlungen“, ihrer Unbeirrbarkeit und Unabhängigkeit und ihrer mit Eigensinn betriebenen Bücherlust. Denn schon in der Gratulation zu seinem 60. Geburtstag im vergangenen Jahr schrieb Annemarie Stoltenberg über ihn: „Bücher behandelt er noch immer als Kostbarkeiten, die seiner Obhut anvertraut sind.

Anlass für Fragen an den Literaturkritiker und Buchautor:

BuchMarkt:Worum geht es in dem Buch? 

Rainer Moritz: Es ist, wie der Untertitel sagt, eine „Liebeserklärung“. Ich möchte nachzeichnen, was mich seit jeher an gut geführten, unverwechselbaren Buchhandlungen fasziniert und warum ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen mag. Untermauert wird diese Liebeserklärung durch die Beschreibung ausgewählter Buchhandlungen in ganz Europa und durch Betrachtungen darüber, was es mit dem „Glück des Lesens“ auf sich hat und warum sich das Format der klassischen Lesung so großer Beliebtheit erfreut.

Wie entstand die Buchidee?

Im Gespräch mit Verleger Johannes Thiele – und aus dem Bedürfnis heraus, eine lebenslange Leidenschaft endlich in Buchform umzumünzen.

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch am besten im Laden verkaufen?

Wenn wir schon aus dem Paradies vertrieben wurden, dann bleiben uns wenigstens die Leseparadiese.

Welche Leserschaft soll angesprochen werden?

Alle Leserinnen und Leser, denen es nicht gleichgültig ist, wo sie ihre Bücher kaufen.

Gibt es drei prägnante Wörter, die das Buch passend beschreiben?

Drei sind zu wenig.

Welche Reaktionen erhoffen Sie sich auf das Buch?

Ein Lächeln auf den Lippen, mehrmaliges Kopfnicken und der sofortige Gang in die nächstgelegene Buchhandlung.

Gibt es eine Frage, die wir nicht gestellt haben, die Sie dennoch gerne beantwortet hätten?

Welches ist Ihre allerliebste Buchhandlung? Und darauf hätte ich nach langem Nachdenken Heywood Hill in London geantwortet oder Compagnie in Paris oder Der Buchladen in Gingst oder …

An welchem Ort schreiben Sie, gibt es eine Schreibroutine?

Wo Platz ist. Gern am frühen Morgen.

Und zum Schluss: Was lesen Sie privat aktuell?

Daniela Kriens Die Liebe im Ernstfall (Diogenes), und das mit großer Sympathie.

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