Alexander Stevens über sein Buch "Aussage gegen Aussage" (Piper) „Wem kann man glauben, wem nicht?“

Alexander Stevens (c) Hartwig

In seinem Buch Aussage gegen Aussage (Piper/ET 3. Februar) will Alexander Stevens Strukturfehler in unserem Rechtssystem aufzeigen, „die ohne Zweifel dazu beitragen, das Empfinden zu befeuern, unsere Gerichtsurteile seien nicht immer gerecht.“ Wir sprachen mit dem Fachanwalt für Strafrecht, der seine spannendsten Fälle beschreibt, bei denen Aussage gegen Aussage stand.

BuchMarkt:Worum geht es in dem Buch?

Alexander Stevens: Kurz gesagt: Um Gerechtigkeit! 70 Prozent aller Urteile beruhen lediglich auf Aussagen von  Zeugen, oft sogar nur eines einzigen. Wie können Richter bei einer solchen Ausgangslage überhaupt zu einem richtigen Urteil kommen? Wie entscheiden sie überhaupt?

Anhand von echten Fällen zeige ich, welche Kriterien aktuell vor Gericht gelten um echte Lügner von Vermeintlichen zu unterscheiden und warum das so leider nicht immer funktioniert.

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Wie entstand die Idee dazu?  

Tag für Tag kontaktieren mich in meiner Kanzlei Täter und Opfer die – sei es wahr, sei es unwahr – behaupten missbraucht oder nicht missbraucht, geschlagen oder nicht geschlagen, bedroht oder nicht bedroht  worden zu sein, oder zu haben.

Mir selbst stellt sich immer wieder die Frage, wem man glauben kann und wem nicht. Darf ich Sie fragen: Wem glauben Sie eher, dem lachenden Kläger oder dem weinenden Beklagten, Männern oder Frauen, Kindern oder Senioren, Polizisten oder Bürgern…

Mit welchem Argument kann der Buchhändler das Buch am besten verkaufen?

Was viele nicht wissen: In Deutschland kann man – anders als in den meisten Ländern dieser Erde — aufgrund nur einer einzigen Zeugenaussage verurteilt werden. Dabei ist es egal ob es sich um einen kleinen Verkehrsunfall oder blutrünstigen Mord handelt. Anhand konkreter Fälle erkläre ich, welche Kriterien bei Aussage gegen Aussage gelten. Gilt überhaupt noch „Im Zweifel für den Angeklagten“ oder bekommt eine Frau – auch wenn sie aus Rache lügt, vergewaltigt worden zu sein – etwa immer recht?!

Welche drei Wörter beschreiben das Buch perfekt?  

Spannendes Sachbuch für jedermann (jede Frau genauso).

Was wünschen Sie sich als Reaktion der Leserinnen und Leser?

Den „Aha Effekt“ über das Problem der Wahrheitsfindung und  für den eigenen Alltag. Ein Beispiel ist:  „Jetzt weißt ich, wie ich man Lügner enttarnt!“

Was macht das Buch so besonders? 

Seine unmittelbare Nähe zur verblüffenden Praxis deutscher Gerichte die mir den spannenden Stoff für das Buch geliefert haben: Angefangen von brutalem Mord mit angeblich zerstückelter, den eigenen Hunden zum Fraß vorgeworfener Leiche bis hin zum schmutzigen Scheidungsdrama, das für einen im Gefängnis endet …

Welche Lektüre lesen Sie privat gerne/aktuell? 

Ich bin komplett aufs Hörbuch umgestiegen und höre aktuell zusammen mit meiner Tochter „die drei !!!“.

Welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie dennoch gerne beantwortet?

Eine oft gestellte Frage: Wissen Sie als Anwalt ob Ihr Mandant die Wahrheit sagt, und wenn nicht, verteidigen sie ihn trotzdem?

Hier können Sie das nun tun:

 

 

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