Er ist der Erfinder des modernen Verlagsmarketings Uli Meier (80)

Uli Meier

Heute wird Uli Meier achtzig Jahre alt. Seit fast zwanzig Jahren schon betrachtet er die Buchbranche weitgehend nur noch durch die Lektüre meines BuchMarkt von Hamburg aus und was wir Freunde mit ihm diskutieren.

Im Sommer ist der Abstand zur Branche und zu uns noch ein wenig größer: Dann ist er angewiesen auf das, was in der Süddeutschen Zeitung steht (falls sie denn in Argalasti angekommen ist, wohin er dann von Paltsi fahren muss). Aber im Gepräch zeigt sich, dass er weiter leidenschaftlicher Beobachter des Buchmarktes ist, in dem er zum Erfinder des modernen Verlagsmarketings wurde, wie es Lothar Menne hier vor zehn Jahren behauptete.

Ich habe nicht widersprochen, ich weiß schließlich noch, dass mein Freund Uli der Mann war, der die Vorschau Pakete für S. Fischer und damit für die Branche erfunden hat. Auf sein Konto geht mit Scarlett auch der wohl größte „geplante“ Bucherfolg der der letzten dreißig Jahre. Und mir unvergessen ist, wie er aus dem Stand heraus den völlig unbekannten John Grisham zur Erfolgsmarke gemacht hat.

Ich habe mit unserem Kolumnisten Gerhard Beckmann erst vor ein paar Tagen noch einmal über Ulis Bedeutumg für das Verlagsmarketing gesprochen. Und der findet (weil unser gemeinsamer Freund sein Licht immer gern unter den Scheffel gestellt habe), dass unbedingt heute gesagt werden müsse: „Was er bei uns begründet und mit enormem Engagement und Einsatz, mit ebenso großer Kreativität und feinem Gespür, mit hoher Intelligenz und  Durchsetzungskraft in die deutsche Bücherwelt gebracht hat, ist heutzutage nahezu gänzlich verschwunden. Ich kenne niemand mehr, der bei uns für Bücher heute noch richtiges Marketing kann und macht – und dieser Verlust ist eine der großen argen Veränderungen, die Verlage, Buchhändler, Medien und das lesende Publikum in eine schlimme Krise und Verzweiflung gestürzt haben. “

Uli, wir beide fürchten, dass Du das nun gar nicht gern von ihm hören möchtest, da Du dich (im doppelten Sinn des Wortes) stets hinter Deine Verleger, Programm-Macher und Cheflektoren in den Verlagen gestellt hast, für die Du gearbeitet hast. Nimm es hin, damit haben wir dann ein neues Diskussion-Thema. Ich glaube, Gerhard tat recht – er glaubt, unsere Marketingleute heute haben oft kein Gespür für die 30.000 Influencer, die ihre Bücher im Laden verkaufen sollen – du wusstest das, Du bist gelernter Buchhändler.

Dein Christian

Kontakt: dorle.meier@gmx.de

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