Dieter Beuermann

Dieter Beuermann wird heute 70 Jahre alt.

Er feiert heute mit 100 Gästen im Schloss Glienicke in Berlin mit Opernarien, anschließendem Konzert und natürlich mit „gutem Essen und entsprechenden Weinen“. Vorher gibt es im Schlosshof um 12.00 Uhr einen Empfang, Schluss ist gegen 19.00 Uhr.

Der Laudator (wer das ist, erfahren wir weiter hinten) hat dabei viel zu erzählen, bestimmt auch über Beuermanns wohl wichtigste Tat: Er hat den 1713 in Berlin gegründeten Nicolai Verlag aus westfälische Diaspora 1975 wieder an den ursprünglichen Standort zurückgeführt und ihn mit erfolgreichen Programmen erneut über die Grenzen hinweg bekannt und profitabel gemacht, bis bis zum Verkauf 1995 an die Holtzbrinck-Gruppe.

An besondere Erfolge muss man dabei erinnern: Ihm ist es etwa gelungen, Taschenbücher in hohen Auflagen und vielen Sprachen in die Werbung der Stadt Berlin einzuführen. Oder dafür an den Aufbau einer eigenen Reiseführer-Redaktion. Titel wie „Berlin für junge Leute“, „Berliner Bummelbuch“, „Berlin in der Westentasche“ und u.v.a. sind in hohen sechsstelligen Auflagen erschienen.

Besonders erfolgreiche Hardcover Titel waren und sind: „Ich war Hitlerjunge Salomon“ (ein Welterfolg) und die Erinnerungen des Kunstsammlers Heinz Berggruen, „Hauptweg und Nebenwege“. Sehr gut lief auch das Anfang der achtziger Jahre aufgelegte Programm „Austellungskataloge“. Die Foto-Bücher waren ebenfalls erfolgreich mit verkauften Lizenzen in viele Länder.

Stolz ist er darauf, dass er durch seine langjährige Mitgliedschaft im ZDF-Verwaltungsrat der Sache des Buches manch guten Dienst erweisen konnte. Mitgeholfen hat er etwa bei der Einführung der ZDF-Sendung „Lesen“ mit Elke Heidenreich und bei der Übertragung des Friedenspreises in die Hauptprogramme von ZDF und ARD. Hier war und ist der Intendant des ZDF, Prof. Schächter, ein ausgewiesener Freund der Bücher, der wichtigste Partner. Klar, dass der heute die Laudatio hält.

Beuermann hat auch nach dem Ausscheiden aus dem Nicolai Verlag 2002 nicht aufgehört zu arbeiten: Freude machte ihm etwa die Aufgabe, eine Zeitschrift für die Kulturstiftung der Länder zu entwerfen. Dieses Magazin, „Ars pro toto“, das er als „Senior-Editor“ betreut, startete 2003 und hat sich recht erfolgreich entwickelt.

Als „verlegerische Fingerübung, um die Fähigkeit des Büchermachens wach zu halten“ (Beuermann), erscheinen in lockerer Reihenfolge bei seinem kleinen Otto Meissners Verlag, der ihm auch seit vielen Jahren gehört, einige Bücher. Zuletzt das Buch über die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar „Nach dem Brand in neuem Glanz“ und gerade ist erschienen „Die Kunst des Bucheinbandes“, ein Katalogbuch über die Entwicklung der Einbandkunst von der Gotik bis zur Gegenwart. Aus dem Besitz der Herzogin Anna Amalia Bibliothek wird eine Auswahl künstlerisch hochwertiger Exponate gezeigt. Die Ausstellung dazu läuft vom 3.9.08-2.8.09 in Weimar.

Dass er seit 30 Jahren immer wieder Lehraufträge an Hochschulen angenommen hat, ist heute vielleicht auch eine kleine Nachricht wert: Zur Zeit unterrichtet er an der privaten Media Design Hochschule in Berlin, Fachbereich Medienmanagement mit Master Abschluss. Beuermann: „Die Arbeit mit jungen Leuten hält das Hirn in Schwung“.

Über zahlreiche Ehrenämter in Museen, Kuratorien, Freundeskreisen usw. will er sich auch nicht beklagen. Sein Terminkalender ist „nicht mehr so stressig wie früher, aber weiter gut gefüllt. Aber ich mache nur noch Dinge die mir Freude machen. Das sind viele oder wie meine Frau sagt zu viele.“

Sein Freund Friedrich-Karl Sandmann gratuliert ihm :

Lieber Dieter,

wir haben uns auf der German Book Fair 1982 in New York kennen gelernt, als wir (zwei Ostwestfalen in Manhattan) Standnachbarn waren. Wir begegnen uns auf Messen, Tagungen, Reisen und Festen, und immer freuen wir uns, wenn wir uns sehen. Wir haben schon so viel miteinander gelacht, was bei deiner Lebensfreude ja auch kein Wunder ist.

Ich habe immer deinen verlegerischen Instinkt bewundert und die schönen Bücher, die du so viele Jahre gemacht hast und noch bis heute in die Welt bringst. Du hast dich für jedes Detail interessiert und wenn es sein musste, hast du deine Bücher selbst dorthin gefahren, wo sie sonst niemand verkauft hätte. Du hast dich für Themen und Autoren eingesetzt, und es blieb mir gar nichts anderes übrig, als dir das Adlon-Kochbuch zu überlassen.

Du bist ein Vollblutkaufmann und -Verleger. Einer der ganz genau weiß, was er will und wie. Diesbezüglich warst du immer Vorbild für mich. Du hast die Berliner Verlagsszene geprägt wie kein anderer und bist zu Recht für deine Erfolge und dein Engagement vielfach ausgezeichnet worden.

Heute lebst du glücklich, zufrieden und höchst aktiv und mit deiner lieben Frau Inga in deinem Berlin. Und dass Elisabeth und ich dir heute gemeinsam gratulieren und alles Gute wünschen, selbst das hat, wie du weißt, ganz wesentlich mit dir zu tun.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Kontakt: d-beuermann@web.de

Möchten auch Sie jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin: redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage

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