200 Jahre Schünemann

Hermann Schünemann, Julia Kracht-Schünemann

Der Schünemann Verlag wird heute 200 Jahre alt. Noch heute ist das Traditionshaus in seinem Bremer Stammsitz, dem direkt an der Weser gelegenen Schünemann-Haus, ansässig. Damit ist die Carl Ed. Schünemann KG einer der ältesten noch am Gründungsort bestehende Verlage Deutschlands.

Die Familie Schünemann lenkt in ununterbrochener Folge seit sieben Generationen die Geschicke der Firma, die heute aus dem Buch-, Zeitschriften-, Sprachzeitungs- und Kunstverlag besteht. An der Spitze stehen Seniorverleger Carl Eduard Schünemann III. (fünfte Generation), sein Neffe Hermann Schünemann (sechste Generation) und seine Enkelin Julia Kracht-Schünemann (siebte Generation).

Carl Heinrich Schünemann (1780–1835) schuf mit dem Kauf einer Spielkartenfabrik am 14. Februar 1810 die Grundlage für den Aufbau des Druck- und Verlagsunternehmens. Er erwarb auch das Grundstück an der Zweiten Schlachtpforte, das noch heute der Sitz der Carl Ed. Schünemann KG ist.

Seinem Sohn Gustav Bernhard Schünemann (1815–1865) gelang es, den Druck und den Verlag einer der ältesten deutschen Zeitungen, der ab 1743 erscheinenden Bremer Wöchentlichen Nachrichten, zu übernehmen. Ab 1844 gab er auch die Weser-Zeitung heraus.

Unter dem Enkel des Firmengründers, Carl Eduard Schünemann I (1855–1921), expandierte das Unternehmen mit umfassenden baulichen Erweiterungen und der Einführung drucktechnischer Neuerungen. Mit der Zeitschrift Niedersachsen gab der Verleger der Heimatliteratur eine Plattform und konnte so niederdeutsche Schriftsteller wie Alma Rogge, Hermann Löns und Georg Droste für den Verlag gewinnen.

Seine beiden Söhne leiteten das Unternehmen in der vierten Generation: Carl Eduard Schünemann II. (1894–1980) gilt mit der patentierten Entwicklung des „Trini-Tiefdruckes“ als einer der Pioniere der Drucktechnik. Walther Schünemann (1896–1974) widmete sich hauptsächlich dem Buchbereich und baute ihn mit bekannten Schriftstellern wie Ricarda Huch und Manfred Hausmann weiter aus. Die Brüder führten Druckerei und Verlag durch die Zeit des Nationalsozialismus, ab 1936 unter Ausschluss der Tätigkeit als Zeitungsverleger. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland erfolgten der Wiederaufbau des Stammhauses in Bremen und die Einrichtung eines Zweigwerkes in Bremen-Lesum sowie die verzögerte Wiederaufnahme der Herausgabe der Bremer Nachrichten ab 1949 – bis zum Verkauf der Zeitung im Jahre 1974.

Als fünfte Generation traten Carl Eduard Schünemann III. (1924) und Carl Fritz Schünemann (1926–2007) Mitte der 1950er Jahre in die Geschäftsführung ein. Sie nahmen eine Konzentration auf die Kernkompetenzen des Hauses Schünemann vor, den Buch-, den Kunst- und den Zeitschriftenverlag, und bauten den Verlag der Sprachzeitungen auf.

www.schuenemann-verlag.de

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