Bodo Horn-Rumold (50)

Bodo Horn-Rumold

Bodo Horn-Rumold wird heute 50 Jahre alt. Hier der „geheime“ E-Mail-Wechsel zwischen den Illustratoren und Autoren Jan Birck, einem der Macher der „Wilden Fußballkerle“, und Klaus Baumgart, dem Erfinder von „Lauras Stern“, über ihren Baumhaus-Verleger und Freund:

J.B.: Hallo Klaus, hat Bodo nicht bald wieder Geburtstag? Wie alt wird er eigentlich?
Gruss, Jan

K.B.: Hallo Jan, Bodo? Geburtstag? Dafür hat er doch gar keine Zeit. Aber stimmt, am 17. Juni. Irgendwann muss es ja mal angefangen haben, sollte das echt schon 50 Jahre her sein?
Liebe Grüße, Klaus

J.B.:… 50 Jahre? Der Bodo wurde doch schon als Verleger geboren, etwa so: „Junge, ca. 200 cm, 180 Pfund, Verlegerbrille, Raucher, vom Entdeckergeist getrieben, kann den Spieltrieb nie ganz abschütteln…“ Apropos: Wann hat er Dich eigentlich entdeckt? Weist Du´s noch?
Gruss, Jan

K.B.: Ich erinnere mich bestens. War auf der Frankfurter Buchmesse, Bodos zweites Zuhause. Ich kannte Bodo von seinem kurzen Abstecher zum Nord-Süd Verlag. Eben hatte er von seinem Taschengeld den Baumhaus Verlag übernommen. Ich hatte das Manuskript „Lauras Stern“ in der Tasche und wollte gerade zu einem anderen Verlag, die das Buch machen wollten. Bodo hat es gesehen und um das Buch gekämpft. Nach der Messe hat er täglich angerufen. Das hat mir imponiert, dass da einer ist, der eine Vision hat und um etwas kämpft. Ist ja zum Glück bis heute so geblieben: Bodo – der alte Kämpfer. Ich weiß aber nicht, ob er damals auf der Messe schon seinen roten Schal trug. Weißt du das? Ich frag mich sowieso, wie er das macht, immer mit Schal ohne einen Kreislaufkollaps zu kriegen. Aber wie wir wissen hat Bodo ja eine ganz spezielle Kondition, die ihm auch bei den berühmten Partys zu Gute kommt.
Liebe Grüße, Klaus

J.B.:… Vielleicht ist der Schal ja seine geheime Waffe gegen Kollaps. Denn Bodo und sein Verlag leben – trotz Buchbranche, neuen Märkten, wechselnden Geschäftspartnern, größenwahnsinnigen Autoren u.s.w. Mich hat er übrigens auch auf der Messe entdeckt. Na, sagen wir, wir haben uns entdeckt, ist so etwa 10 Jahre her. Ich war schon Illustrator, er schon Verleger und Baumhaus schon fast eine Aktiengesellschaft (es blieb beim „fast“) und ich hatte einen Kerl aus dem Nichts gekramt, der noch niemals vorher ein Jugendbuch veröffentlicht hatte, mit dem ich aber zusammen ein ziemlich wildes Projekt verwirklichen wollte. Zwei wilde Kerle eben. Ein Manuskript gab´s noch nicht. Nur ein paar erste Zeichnungen von mir. Visionen, Figuren, ein Logo. Ich lief also über die Buchmesse und fragte mich durch, zapfte all meine Connections an. Irgendwann landete ich bei Bodo. Erstkontakt. Liebe auf den ersten Blick. Bodo stand an einem dieser Stehtische, qualmte, linste über seine Brille abwechselnd auf mich und meine Werke, grinste mich dann an und tippte mit zwei Fingern (dazwischen die Zigarette) auf meinem Demozeug rum, nickte ein paar Mal und sagte plötzlich: „Das will ich!“ So ist Bodo und von da an waren wir Freunde.
Gruss, Jan

K.B.: Stimmt, dieser Verlegerblick über die Lesebrille. Nach seiner Charmeoffensive sind wir zu einer wilden Achterbahnfahrt gestartet. Anfangs ging´s steil nach oben, aber bei der Abfahrt mussten wir aufpassen, dass wir nicht aus der Bahn fliegen. Den großen Bodo hat es hart in die Kurven geschmissen und ich glaube, er hat auch paar mächtige blaue Flecken abbekommen. Aber wir haben uns gegenseitig festgehalten und das hat uns noch mehr zusammengeschweißt. Als wir unten ankamen ist Bodo gleich los, um eine weitere Fahrt zu lösen und ich bin wieder mit eingestiegen. Inzwischen ist Bodo ja etwas älter geworden und braucht die ganz wilden Fahrten wohl nicht mehr.
LG, Klaus

J.B.: … bei mir kam irgendwann auch noch die Geisterbahnfahrt dazu. Hat aber nix mit Bodo zu tun, denn der Geist, der unsere Bahn zur Geisterbahn machte, fiel uns einfach in den Rücken. Bodo hat das wohl wildeste Jugendbuchprojekt in der Galaxis gut gelenkt. Mutig, visionär, volle Kanne, mit sagenhaftem Erfolg. Man muss schon von Goldhändchen sprechen, wenn man über Bodos Händchen spricht. Jetzt wieder die Nummer mit dem „Greg“. Was für ein Verleger! Seine kleinen Schwächen („Hallo, wo bleibt eigentlich mein Vertrag…?“) macht er locker wieder wett. Na, Dir muss ich´s ja nicht sagen: mit Engagement, Visionen, mit ganz persönlicher Freundschaft und Loyalität auch in schlimmen Zeiten. Und er hat etwas, was nicht mehr alle Verleger haben: Respekt vor jedem Künstler, sei er noch so unbedeutend! Weißt Du, was er mir einmal so gegen zwei Uhr nachts (unsere Lieblingstelefonzeit) erklärt hat: „Jan, ich sag Dir jetzt mal was: ich will am Ende eben noch in den Spiegel schauen können!“ Und dann hat er noch hinzugefügt: „…am liebsten mit Barbara in einem Reetdachhaus auf ´ner Insel!“ Apropos Barbara, mit der hat er nicht nur die gemeinsamen vier Kinder großgezogen, die ist still im Hintergrund auch sicher ein wichtiger Teil von Bodo! Und der Harald Kiesel (wann wird der eigentlich fünfzig?)! ALSO: Hoch lebe Bodo! Nochmal fünfzig Jahre! Davon seien ihm mindestens die Hälfte auf seiner Insel gegönnt. Getarnt als Fischer.
Gruss, Jan

K.B.: Ich glaube wir überziehen hier gerade die Zeit. Aber soviel noch: die Betreffzeile ist wunderbar. Geheimnis, genau. Und neugierig musst du ihn machen, dann kriegst du Bodo immer. Oder wenn das Wort Kinofilm in der Betreffzeile vorkommt, das funktioniert auch. Und dann gibt es ja noch die legendären Autorenabende auf den Messen, wo man nachts um halb drei mal wieder feststellt, was für tollen Erfolg man zusammen hat! Ja, das Reetdachhaus ist eine gute Idee. Obwohl da sind die Weinkeller oft so klein… und der Handyempfang muss auf seiner Insel gut funktionieren. Für die nächsten Jahre wünsche ich Bodo immer ein spannendes Thema vor der Brust, in der einen Hand den Glimmstengel (obwohl, soll ja ungesund sein) in der anderen Hand ein gut gefülltes Weinglas und um ihn herum lauter nette Leute die ihn lieben, so wie er ist! So, Jan ich glaube das war´s. Hat Spaß gemacht mit dir und ich hoffe wir sehen uns demnächst.
Liebe Grüße, Klaus

Kontakt: b.horn@baumhaus-verlag.de

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