Winfried Stephan (60)

Winfried Stephan

Winfried Stephan wird heute 60 Jahre alt. Klaus Wagenbach gratuliert dem Diogenes-Verlagsleiter zum runden Geburtstag:

Es war einmal ein junger Mann, der studierte in Berlin, hatte wenig Geld und verdingte sich, 1977, im Verlag Klaus Wagenbach als Adressenschreiber für den Jahresalmanach „Zwiebel“. Da er sehr liebenswürdig und eifrig war, beherrschte er schon früh die (lebensnotwendige) Kunst des Einschleichens, die im September 1978 in eine ordentliche Verlagslehre mündete. Sie endete im Juli 1980 und es begann mein (vergeblicher) Versuch, diesen talentierten jungen Mann als Assistent im Verlag zu halten, was sich in einem Zwischenzeugnis auch manifestierte:

“Während seiner Lehrzeit hat Winfried Stephan rasch ein liebenswürdiges und aufmerksames Verhältnis zu allen Mitarbeitern herstellen können – das ist eine seiner hervorragendsten Eigenarten: ein durch und durch sozialer junger Mann. Höflich, freundlich, liebenswürdig mit ungewöhnlich schneller und der Sache angemessener Auffassungsaufgabe. Er wollte viel lernen und er hat viel gelernt, mehr als irgendein anderer der Lehrlinge, die der Verlag bisher ausgebildet hat. Er begriff rasch die größeren Zusammenhänge, eben weil sein Interesse an der generellen Strategie eines Verlages, am Zusammenhang zwischen Absichten und technisch-organisatorischer Verwirklichung sehr stark ist. Im Lektorat hat er bei allen anfallenden Arbeiten (Korrektur, Redaktion, Bibliografie, Rechtsfragen) ausgeholfen und nicht nur das: An einem der wichtigsten Bücher des Verlages, dem Jubiläumsquartheft „Vaterland, Muttersprache“ hat er sich mit einer derart leidenschaftlichen Energie beteiligt, dass es, in Würdigung solcher Verdienste, auf der Hand lag, ihn als Mitherausgeber des Buches zu nennen, wie es dann auch geschah. Kurz: Winfried Stephan hat sich um den Verlag verdient gemacht und wir alle hoffen, dass er uns noch eine Weile das Vergnügen seiner Anwesenheit gönnt.“

Dieses Vergnügen dauerte noch zwei Jahre, dann war ein Abschlusszeugnis fällig, das sich ebenfalls erhalten hat – in ihm kam die Einschätzung als mein Assistent hinzu:

“Winfried Stephan hat seine Aufgaben nicht nur ausgezeichnet gelöst, sondern stets auch Entscheidungsvarianten entwickelt. Hier liegt sicher sein eigentliches Talent: im strategischen Überblick, in der Kontrolle des Bisherigen, in der Planung des Künftigen. Winfried Stephan verlässt uns auf eigenen Wunsch, um den französischen Buchhandel kennenzulernen. Wir lassen ihn mit großem Bedauern ziehen und wünschen ihm für seine Zeit in Frankreich herzlich alles Gute, viele neue Einsichten und Erfahrungen. Wir sind sicher, dass er dem Verlagsbuchhandel erhalten bleiben wird!“

So geschah es: Winfried ging für ein Jahr nach Paris und blieb dem Buchhandel erhalten, dank der Aufmerksamkeit von Daniel Keel und Ruedi Bettschart, die ihn kunstvoll an Diogenes banden.

Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag, lieber Winfried!

Kontakt: sf@diogenes.ch

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