Ulrich Osberghaus (70)

Ulrich Osberghaus

Ulrich Osberghaus wird heute 70 Jahre alt.

Der ehemalige Inhaber der Oberbergischen Bücherstube (die seit 2006 zur Mayerschen gehört) sagt: „Ich werde ganz gerne älter, das schafft mehr Ruhe und Gelassenheit. Außerdem habe ich viel Zeit für mich, wandere viel durch das Erzgebirge, im Winter mit Langlaufskiern, genieße die Kultur im Erzgebirge, Leipzig und Dresden. Ich fahre öfters mal nach Weimar, dort steht in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek meine Don Quichote Sammlung (mehr als 300 verschiedene illustrierte Ausgaben von 1682 bis heute). Dann pflege ich alte Freundschaften, auch noch mit einigen Kollegen wie Hannes Witt, Paul Schönhuber u.a. und vor allem auch mit Jochen Grönke und mit meinen alten Gesprächspartnern aus den Verlagen.

Ich glaube, ich habe meine Buchhandlung zum richtigen Zeitpunkt an den für mich besten Käufer verkauft. In diesen sechs Jahren, die ich nun im Ruhestand bin, hat sich viel in unserer Branche verändert oder besser gesagt: Veränderung gab es immer.
Wenn ich im „BuchMarkt“ lese, was sich so alles tut, bin ich froh, nicht mehr hinter der Theke zu stehen. Auch wenn die Buchhandelslandschaft sich stark verändert, glaube ich doch, dass gerade die kleinen und mittleren gut geführten ( vor allem kaufmännisch) Buchhandlungen eine gute Chance haben.

Wie es bei den großen Buchhandlungen weitergeht, kann ich nicht beurteilen. Mir ist mancher große Laden einfach zu unpersönlich, scheinbar wollen aber viele Kunden dies, auch wenn mir meist Leute erzählen, wie schön die kleinen Buchhandlungen sind. Fragt sich nur: Wo kaufen sie ein? Jeder wünscht sich einen Tante Emma Laden, aber nur wenige gehen hin. Dennoch sehe ich eine passable Zukunft für die kleinen Buchhandlungen.
Außerdem bin ich froh, meinen Lebensmittelpunkt hierher ins Erzgebirge verlegt zu haben. Hier sagt keiner, früher in ihrer Buchhandlung war es doch viel besser (was nicht stimmt, die Mayersche macht es gut in Gummersbach).

Ich habe hier einige neue gute Freunde gefunden. Kann tun und lassen, was ich will, da mich nur wenige kennen und leiste mit den Luxus jeden Tag aufs Neue zu überlegen, was machst du heute, was du noch nicht kennst. Und dann mache ich einfach auch mal gar nichts. Sitze im Garten, lese, und rauche meine Pfeifchen. Und das reicht meistens“.

Lieber Uli,
schöne Erinnerungen verbinden uns noch aus der Zeit, als ich als Lehrling zum ersten Mal bei einer NRW-Landesverbandstagung dabei war und wir das Zimmer teilten – da war von BuchMarkt und seiner Gründung noch keine Rede. Ich finde es toll, dass Du seither den Kotakt nicht hast abreißen lassen, und ich verspreche feierlich: Irgendwann verliere ich doch die Nerven und besuche Dich in Deiner neuen Heimat. Wie das halt so ist, solange meine Frau gern in ihrem Laden steht, komme ich hier kaum weg… und überhaupt, irgendwas ist immer… aber ich muss doch endlich auch mal dorthin, wo das Bier herkommt, das Du mir zur Leipziger Messe mitbringst. Ich trinke heute den letzten Schluck der diesjährigen „Lieferung“ auf Dich.

Dein Christian

Kontakt: ulliosberghaus@gmx.de

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