30 Jahre Alexander Verlag

Bücher und Theater – weil er seine beiden Leidenschaften verbinden wollte, gründete Alexander Wewerka vor 30 Jahren in seiner Heimatstadt Berlin den Alexander Verlag. Er hatte damals eine Buchhändlerlehre bei Kiepert absolviert und in Paris eine Schauspielausbildung begonnen, als ihm eine Marktlücke auffiel: „Viele theoretische Werke waren nicht ins Deutsche übersetzt. Peter Brooks ‚Der leere Raum‘, wurde beispielsweise dringend gebraucht“, erzählt Wewerka. Das Buch, das auf Vorlesungen des englischen Theaterregisseurs basiert, war vergriffen und kursierte nur als Fotokopie. „Mit dem Titel gingen im Buchhandel viele Türen auf und er ist immer noch eine tragende Säule des Verlags“, freut sich der Verleger, der den Programmschwerpunkt bis heute auf Bücher über Theater und Film legt.

Alexander Wewerka: Sein Berliner Verlag wird in diesem Monat 30 Jahre alt

Heute arbeiten sechs Mitarbeiter am Verlagsprogramm, das pro Saison fünf bis acht Bände umfasst. Doch das Geschäft ist im Laufe der Zeit schwieriger geworden. Zwar hätten Theater-Bücher noch Potenzial, doch die Moden wechselten immer schneller, betont Wewerka. „Vieles im Kulturbetrieb wird immer beliebiger; außerdem gibt es kaum noch Fachbuchhandlungen und im allgemeinen Sortiment sind Theater- und Filmabteilungen oft nur lieblos gepflegt.“ Der Barsortimentsanteil des Verlags liegt denn auch bei 80 bis 85 Prozent. „Die Buchhändler haben durch das Internet ihre Monopolstellung verloren; sie müssen sich heute etwas einfallen lassen um Kunden in ihre Läden zu locken“, sagt Wewerka, der seit gut zehn Jahren auch schöne Literatur verlegt. Eine neunbändige Jörg-Fauser-Gesamtausgabe ist abgeschlossen. Die zum Teil neu übersetzte Krimireihe von Ross Thomas, einem Lieblingsautor von Jörg Fauser, umfasst mittlerweile 13 Bände. 25 sollen es einmal werden.

Viel verspricht sich der Verlag in diesem Herbst von Jens Johlers „Die Stimmung der Welt“, einem Roman über Johann Sebastian Bach. Das gründlich recherchierte Buch lese sich wie eine Biografie, sagt Wewerka, der seit zwei Jahren auch E-Books anbietet. „Sie sind eine Ergänzung, kein Ersatz des gedruckten Buchs. Wenn das Buch seine Berechtigung behalten will, muss man handwerklich gut gemachte Bücher anbieten, Back to the future!“
ML

www.alexander-verlag.com

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