Abraham Melzer (70)

Abraham Melzer

Abraham Melzer wird heute 70 Jahre alt.

In den letzten drei Jahren war es still um meinen alten Freund geworden; seine Verlagsarbeit hatte er nicht fortsetzen können – doch jetzt sei er “wie aus einem tiefen Schlaf wieder erwacht” sagt er mir. Tägliche Spaziergänge (“Christian, wirklich täglich eine Stunde”) haben auch, wie ich spüre, seine Streitlust wieder geweckt – aber auch seinen Groll auf seinen Intimfeind Henryk M. Broder, den er immer noch bewundert, über den und mit dem er sich trotzdem wie mit keinem Zweiten streiten kann und will.

Die beiden kennen sich seit rund 50 Jahren – seit der gemeinsamen Arbeit für die Viertelsjahrszeitschrift “KONTAKTE für deutsch-jüdische Freundschaft”, die Abraham schon während seiner Ausbildungszeit verlegte. Damals waren wir beide noch Lehrlinge im Düsseldorfer Werner-Verlag.

Das deutsch-jüdische Verhältnis beschäftigt Abi heute noch, mehr aber noch die Nahost-Thematik – er hatte für sich “früh erkannt, dass die israelische Vergeltungspolitik ein Irrweg war”, was dann auch Thema seiner Zeitschrift SEMIT wurde (die jetzt nur noch online unter http://der-semit.de erscheint) und was ihn zu den “Pamphleten eines antizionistischen Juden” bewogen hat, die als Buch “Merkel erwache! ISRAEL VOR GERICHT” jetzt im Zambon Verlag erschienen sind.

Darin geht es, wie es im Vorwort von Moshe Zuckermann heißt, “zum einen um Kritik und Anklage der israelischen (Außen-)Politik, die seit bald 50 Jahren auf der Barbarei der Okkupation und der Unterdrückung des palästinensischen Volkes materiell wie ideologisch basiert und diese letztlich auch bewusst und zweckgerichtet zum Inhalt hat. Zum anderen aber auch um die Wahrnehmung dieses Grundumstandes im deutschen Diskurs, und zwar sowohl von Nichtjuden als auch von Juden. Während Melzer mit Bezug auf Israels Wirklichkeit die reale Repression und ihre ideologische Verbrämung anprangert, sieht er sich im deutschen Kontext mit dem Problem konfrontiert, dass die Protagonisten der politischen Klasse sich (aus “historischen” Gründen) scheuen, eine realitätsadäquate Politik Israel gegenüber zu verfolgen, was die institutionellen wie publizistischen Sachwalter des Jüdischen in Deutschland interessengeleitet weidlich auszukosten verstehen.”

Abraham, ich gratuliere Dir zum Geburtstag. Was wäre geworden, wenn DU (wie eigentlich geplant) ….?

Wer auch gratulieren möchte: abimelzer@t-online.de

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