13.11.2005: Dr. Ulrich Wechsler (70)

Dr. Ulrich Wechsler (Foto) wird morgen 70 Jahre alt

Dr. Ulrich Wechsler

Die Stiftung Lesen in Mainz und das Literaturhaus in München verdanken ihm ihre Gründung und die Buchverlage der Bertelsmann-Gruppe ihre führende Position: Dr. Ulrich Wechsler, eine der profiliertesten Persönlichkeiten der deutschen Verlagsbranche, begeht am 13. November 2005 seinen 70. Geburtstag.

Auch heute noch ist der Rat des „elder statesmannes“ gesucht – nicht ohne Grund: Er hat ein großes Netzwerk nicht nur aus der Zeit bei Bertelsmann, obwohl er der Mann ist, der mit klarem Blick für die Entwicklungen und mit einer „unglaublichen strategischen Begabung“ (so ein Weggefährte) die Entwicklung der Firmengruppe Bertelsmann von einer deutschen Provinzveranstaltung zum Weltkonzern mitbefördert hat. Dieser Freund sagt auch: „Man darf vemuten, dass das Amerika-Engagement von ihm bis an die absolute Grenze der körperlichen Leistungsfähigkeit entwickelt wurde“.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war der 1935 in Heideck bei Nürnberg geborene promovierte Wirtschaftswissenschaftler im Hause Bertelsmann tätig: Als Vorstandsmitglied für den Unternehmensbereich Verlage hatte er eine Schlüsselposition in der deutschen Verlagswelt inne und er nutzte sie für zukunftsweisende Weichenstellungen. Nach dem Umzug des Verlagsbereiches von Gütersloh nach München im Jahr 1975 baute er im Inland die vorhandenen Verlagsbereiche Publikumsverlage mit C. Bertelsmann, Knaus, Siedler und Goldmann, Fachverlage mit Gabler, Vieweg, Vogel, Heinze u.a. sowie Lexika und Enzyklopädien mit eigenem Direktvertrieb konsequent weiter aus. Wechsler ergänzte den Inlandsbereich durch die Akquisition von Bantam Books und Doubleday in USA und Großbritannien sowie Plaza & Janés in Spanien. Dabei lag ihm stets daran, wirtschaftliche Ziele und inhaltliche Konzepte in eine gute Balance zu bringen.

Strategischer Weitblick und engagierter Idealismus: Wie effizient Wechsler diese beiden Eigenschaften zusammenführte, bewies er viele Jahre durch sein ehrenamtliches Engagement in wichtigen Gremien des Börsenvereins des deutschen Buchhandels. So übernahm er von 1974-1983 den Vorsitz im Kuratorium der Schulen des Deutschen Buchhandels und trug maßgeblich zu deren finanzieller Gesundung bei. Er war von 1976-1979 im Vorstand des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen tätig, von 1976-1992 Mitglied im Verlegerausschuss des Börsenvereins und von 1982-1991 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Internationalen Frankfurter Buchmesse.

1987 hob Wechsler die Stiftung Lesen als bundesweite Einrichtung der Leseförderung mit aus der Taufe, die er lange Zeit als Vorstand unterstützte. Bis heute ist er Vorsitzender des Stiftungsvorstan-des des 1997 eröffneten Münchner Literaturhauses. Ferner war er Mitinitiator des Internationalen Buchpreises „Corine“ und er wirkte maßgeblich an der neuen Struktur der Akademie des Buchhandels München mit. Die viel beachtete Reihe „Reden über das eigene Land“ in den Münchner Kammerspielen hat er mit initiiert.

Für seine Verdienste um Buch, Lesen und Literatur erhielt Wechsler das Bundesverdienstkreuz, den Bayerischen Verdienstorden und die vom Börsenverein gestiftete Plakette „Dem Förderer des deutschen Buches“. Sein zentrales Anliegen belegt sein Wahlspruch: „Lesen ist das Mittel gegen Armut im Geiste.“

Kontakt: christoph.schaefer@stiftunglesen.de

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