09.04.2007: Dr. Hans Dieter Beck (75)

Dr. Hans Dieter Beck

Dr. Hans Dieter Beck wird heute 75 Jahre alt – und steckt immer noch mitten in der Arbeit, aus Pflichtgefühl und Freude – und ans Aufhören denkt er schon gar nicht. Denn er hat es mir ganz offen gesagt, als wir über seinen Betrag für BuchMarkt 4/07 sprachen (S. 118, einem Vorabdruck aus dem Buch „Rechtswissenschaft und Rechtsliteratur im 20. Jahrhundert“, das er sich zum Geburstag geschenkt hat): „Ich erwarte mir von einem Pensionistendasein nichts Gutes. Da gibt es zwar sicher angenehme Dinge, aber ich glaube, das ist nichts für mich. Ich bin froh, wenn ich hier noch arbeiten kann.“

Stimmt das wirklich? Er gesteht: „Manchmal ist es natürlich etwas lästig und mühsam, aber das gehört auch zur Arbeit dazu. Aber ich glaube, es würde nicht besser werden, wenn man pensioniert ist. Da würde mir das Leben nicht besser gefallen. Das habe ich zwar noch nicht probiert, aber da genügt die Beobachtung, die ich so bei anderen mache. Die sind zwar entspannter und heiterer, wenn man sie trifft, aber es liegen dunkle Schatten in den Lebensläufen, wenn sie keine Aufgaben mehr haben.“

Muss er weitermachen, weil die Nachfolge nicht richtig geregelt ist? „Ach, ich denke, unsere Hauptakteure im Verlag, die schaffen das auch, wenn ich nicht mehr im Mittelpunkt stehe. Aber man kann schon sagen, die Rahmenbedingungen sind so, dass es weiter funktioniert. Die organisatorischen Notwendigkeiten sind getroffen. Die gesellschaftsvertraglichen und aufsichtsratmäßigen Vorkehrungen sind geregelt.“

Schreckt ihn denn die 75 nicht? „Nein, man denkt ja in jedem Lebensstadium darüber nach, dass man ja eigentlich alt ist. Mit fünfzig habe ich schon gedacht, dass ich alt bin. Aber es geht ja erstaunlicher Weise immer weiter. Und vor allem macht es Spaß, mit immer jüngeren Menschen arbeiten zu dürfen.“

Seine Vita: Der gebürtige Münchener und Sohn des Verlegers Dr. Heinrich Beck studierte an den Universitäten München, Erlangen, Heidelberg und Bonn, zunächst in den Fächern Mathematik, Physik, Philosophie, dann Rechtswissenschaft.

Von 1957 bis 1961 absolvierte er als Rechtsreferendar verschiedene Volontariate in Verlagen und promovierte zum Dr. jur. mit dem Dissertationsthema „Der Lizenzvertrag im Verlagswesen“.

Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung trat Beck in den väterlichen Verlag ein, wurde dann aber, nach einem einjährigen Aufenthalt in den USA, Richter am Landgericht München, zuletzt als Landgerichtsrat. Dazwischen arbeitete er sechs Monate als Staatsanwalt.

Seit 1971 führt Hans Dieter Beck den juristischen Verlag C.H. Beck und firmeneigene die Nördlinger Druckerei. Seit dem Tod des Vaters steht er – gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang Beck – als persönlich haftender Gesellschafter in sechster Generation an der Spitze des gesamten Unternehmens und verantwortet dort vor allem den Fachverlag für Recht, Steuern, Wirtschaft.

Von 1979 bis 1982 war er Vorsitzender des Verbands Bayrischer Verlage und Buchhandlungen. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt Beck 1989 das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1997 die Goldene Nadel des Börsenvereins. Hans Dieter Beck ist verheiratet und hat drei Kinder.

Christian v. Zittwitz

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