Junges Start-Up entwickelt mit Online-Plattform self3D.com dreidimensionale Produktbilder Roger William: “Produktabbildungen sind gewichtige Marketing-Instrumente. Wir bieten den Verlagen eine einfache, kostengünstige Lösung”

Roger William

Das Marketing-Tool  self3D.com  erstellt dreidimensionale Produktabbildungen ganz einfach am Computer. Die Idee dahinter: Produktbilder für Präsentationen, Kataloge, Werbung, Verzeichnisse, Online-Aufritte etc. müssen häufig teuer von Fotografen oder Grafik-Agenturen eingekauft werden. Dabei setzen immer kürzere Vorlaufzeiten und endliche Budgets Hersteller unter Druck. Die self3D-Gründer haben einen Weg gefunden, wie Abbildungen in nur wenigen Minuten täuschend echt auch von Laien am Computer hergestellt werden können.

Wir sprachen mit einem der Macher Roger William, der sagt: “Wir wollen Antworten auf die Marketing-Fragen der Zeit liefern”:

BuchMarkt: Verstehen wir das richtig, dass Sie als Dienstleister günstig Buchabbildungen erstellen?

Roger William: Nicht ganz. Wir bieten ein einfaches Web-Tool, das es jedermann ermöglicht, selbst professionelle 3D-Produktbilder im Browser zu erstellen. Und das quasi ohne Vorkenntnisse.

Warum 3D? Die meisten Grafiker arbeiten doch mit Photoshop, oder?

Ja-überwiegend werden Buchabbildungen heutzutage sicher im Photoshop erstellt. Echte Fotos kommen inzwischen wohl kaum mehr zum Einsatz. In Photoshop nimmt man eine Mock-Up Vorlage und passt sein eigenes Cover darauf an. Das sieht zunächst gut aus, stößt jedoch an seine Grenzen sobald sich das Format des Buches ändern soll, die Dicke, oder man einfach das Buch noch etwas öffnen, drehen etc. möchte. Dazu benötigt man dann wieder den Fotografen. Oder aber 3D Technik. Und die erfordert teure Software und Spezialisten für die Bedienung.

Es gab aber auch schon Software, um einfach 3D-MockUps zu erstellen, oder?

Das ist richtig. Jedoch wird jedem beim Betrachten des Ergebnisses klar, dass man solche Bilder nicht für die ganzseitige Printanzeige des neuen Top-Titels verwenden möchte. Unser Tool dagegen wurde entwickelt, um professionellen Ansprüchen zu genügen. Sowohl die Auflösung, Bildqualität als auch die mitgelieferten Freisteller und Schatten-Ebenen belegen das. Uns kommt zugute, dass wir sowohl Fotografen als auch Designer im Entwicklungsteam haben. Bilder von self3D.com sind den Ergebnissen von MockUp-Tools überlegen.

Warum sollte die Branche Ihre Lösung einsetzen?

Vor dem Hintergrund der Krise des Buchmarktes wird in den Verlagshäusern an allen Stellschrauben justiert, um effizienter zu arbeiten und Kosten zu sparen. Ein großes Thema ist hier die Digitalisierung. Wir schlagen in diese Kerbe und bieten für den Bereich Marketing-Bildmaterial eine Lösung, um Zeit und Kosten in der manuellen Arbeit zu sparen, oder aber komplett zu automatisieren. Dabei sind die Investitionskosten für die Verlage im einfachsten Fall gleich null.

Wird das den Grafiker ersetzen?

Nein. Er wird sich allerdings in Zukunft mehr mit dem Gestalten als mit dem Multiplizieren von Abbildungen beschäftigen. self3D.com gibt dem Grafiker ein Werkzeug an die Hand, mit dem er vielfältige Möglichkeiten erhält, sehr individuelle Kompositionen zu erzeugen. So werden sich Buchabbildungen in Zukunft deutlicher von denen der Konkurrenz unterscheiden, als wenn alle dieselben paar Photoshop-Templates verwenden.

Was ist Ihre größte Herausforderung?

Wir müssen oft eingefahrene Denkmuster innerhalb von großen Unternehmen überwinden. So bekamen wir z.B. deutliche Zustimmung eines Werbeleiters innerhalb der Random House Gruppe. Jedoch war dann das Feefback aus der Grafik teilweise abwehrend, nach dem Motto “das haben wir schon immer so gemacht, warum ändern”…

Die Fragen stellte Franziska Altepost

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