Warum S. Fischer nach 15 Jahren sein Erscheinungsbild renoviert Petra Wittrock und Thomas Reisch über den neuen S. Fischer-Look

Zum Herbstprogramm 2017 erscheint, das wird in diesen Tagen sichtbar, S. Fischer im neuen Look. Die ersten Ergebnisse kann man im aktuellen Vorschaupaket der Fischer-Verlage sehen: Ein überarbeitetes Logo, eine neue Vorschau und darin weitere neugestaltete Kommunikate. Das war Anlass für Fragen an S. Fischer-Marketingmanagerin Petra Wittrock und Marketingleiter Thomas Reisch:

Petra Wittrock und Thomas Reisch: ​ „Mit der Vorschau wollen wir allen im Verkauf mehr Hintergrundwissen vermitteln“ © Stefan Gelberg

 

Der letzte Relaunch war 2001. Warum war nötig, was über fünfzehn Jahre gut funktioniert hat?

Thomas Reisch: Bis heute haben wir mit diesem Erscheinungsbild tatsächlich sehr erfolgreich gearbeitet, wir haben es immer wieder aktualisiert, in Details verbessert, den Bedürfnissen und Gewohnheiten von Buchhändlern, Journalisten, Autoren und natürlich auch Lesern angepasst. Warum wir unsere Vorschau jetzt überarbeitet haben? Wir haben festgestellt, dass es immer wichtiger wird, dem Buchhändler mit der Vorschau den bestmöglichen Eindruck von unseren Autoren, eine umfassende Information zu unseren Büchern  zu vermitteln.

Petra Wittrock: Mit der neu überarbeiteten Vorschau wollen wir noch mehr Lust auf die Bücher machen, wir wollen mehr von unseren Autoren erzählen.

Und warum das ausgerechnet jetzt, wo alle Welt davon redet, dass die gedruckte Vorschau eh bald ausgedient hat?

Thomas Reisch: Wenn ich die momentane Vorschauproduktion der Verlage betrachte, die zur Zeit in die Buchhandlungen verschickt wird, habe ich nicht den Eindruck, dass die gedruckte Vorschau ausgedient hat. Das merken wir auch an den ersten Reaktionen: das Feedback aus dem Buchhandel ist positiv, die Buchhändler können mit diesem Konzept arbeiten.

Wie sieht dieses Konzept in der Praxis aus?

Petra Wittrock: Wir liefern umfangreiche redaktionelle Einblicke in die Welt und Arbeit der Autoren, wir bieten mehr Hintergrundinformationen und mehr weitere Zusatzinfos.

Waren das nicht Informationen, die Sie bisher auch transportiert haben?

Petra Wittrock: Ja, aber nur zum Teil. Diese Informationen waren dann aber nicht in den Vorschauen zu finden, sondern wurden oft als zusätzliches Material beigelegt. Jetzt finden Sie z.B. ein Interview mit Arundhati Roy in der Vorschau, ebenso ein „Making Of“ zur neuen Ausgabe des Tagebuchs von Anne Frank – alles gebündelt in der Vorschau.

Welche Überlegungen haben Sie dabei geleitet?

Thomas Reisch: Das Ziel dieses Konzepts ist ganz einfach – mit der Vorschau wollen wir allen im Verkauf mehr Hintergrundwissen vermitteln. Das Arbeitsmittel Vorschau soll übersichtlich, informativ und attraktiv sein – und deshalb gerne in die Hand genommen werden. Das neue Erscheinungsbild trägt natürlich auch den neuen Sehgewohnheiten und veränderten Bedürfnissen in Zeiten digitaler Mediennutzung Rechnung.

Was heißt das konkret?

Petra Wittrock: Wir haben Gestaltungselemente in der Vorschau verwendet, mit denen wir auf allen Kanälen arbeiten können, sei es in der Vorschau, in Werbemitteln, sei es offline oder online. Auch das S. Fischer-Logo ist wesentlich prägnanter und auffälliger geworden, so dass es auch auf mobilen Endgeräten in kleiner Darstellung noch erkennbar ist. Wir haben eine neue Form gefunden, unsere Botschaften auf allen Kanälen bestmöglich zu präsentieren.

Was war denn Ihr Ziel?

Thomas Reisch: Uns ging es nicht nur um ein bloßes „Refreshing“ der Vorschau und um eine Überarbeitung des Logos. Es geht um ein zeitgemäßes und umfassendes Erscheinungsbild bei S. Fischer. Wir werden dieses Konzept nach und nach an allen Touchpoints ausrollen, u.a. auch in unseren Online- und Social Media-Auftritten. Unser Ehrgeiz und Ziel ist es also, ein stringentes Erscheinungsbild über alle Kanäle abzuliefern, von der Handelskommunikation über den POS hin zum Publikum.
Sie haben das Konzept im Haus entwickelt?

Petra Wittrock: Nein, das Konzept und die Überarbeitung des Logos stammen von Schiller Design, Frankfurt. Wir hatten das Glück, mit Schiller Design eine Agentur gefunden zu haben, die unsere ersten Ideen und das erste Briefing sofort verstanden und visuell perfekt umgesetzt hat.

Thomas Reisch: Dem Team von Sabine Schiller ist es gelungen, gleich in der ersten Präsentation im November 2016 Entwürfe zu liefern, die so überzeugend waren, dass es keine Zeitverzögerungen gab oder größerer Korrekturen bedurfte.

Wenn man das Ergebnis jetzt so sieht: Wird eine digitale Vorschau jemals diese Wirkung vermitteln können?

Thomas Reisch: Gute Frage! Das hängt von den Möglichkeiten einer digitalen Vorschau ab. Momentan ist die digitale Vorschau ja noch in der Entwicklungsphase. Gerade die Entwicklungen in der digitalen Welt sind ja rasend, ich bin gespannt wie die digitale Vorschau in zwei Jahren aussehen wird. Das Ganze hängt aber natürlich nicht nur von den technischen Entwicklungen ab, sondern von den Erwartungen der Nutzer der digitalen Vorschau. Da üben wir ja alle noch. Derzeit ist es so: Eine gedruckte Vorschau ist ein gewohntes Arbeitsmittel und bietet ein haptisches Erlebnis. Eine digitale Vorschau hat andere, zum Teil großartige Vorteile, aber man muss erst einmal wissen, wie man diese Vorteile – zum Beispiel im Verkaufsgespräch – umsetzt und nutzt. Ich bin sehr gespannt, wohin sich das Thema „Vorschau“ entwickelt!

Ist es nicht eine Belastung derzeit zweigleisig zu fahren?

Thomas Reisch: Es ist tatsächlich eine zusätzliche Belastung. Aber wir nehmen dieses Aufwand gerne in Kauf, denn wir fühlen uns verpflichtet, unseren Buchhandelspartnern auch hier den bestmöglichen Service zu bieten.

In der vergangenen Woche sprachen wir mit Jürgen Kron über die Frage: Warum sollten Buchhändler zur IG-Regionalia-Tagung fahren?

 

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