"Die Literatur hat einen großen und unermüdlichen Vorkämpfer für ihre Sache verloren" Oleg Jurjew

In der Nacht zum Donnerstag ist der deutsch-russische Schriftsteller Oleg Jurjew gestorben. Dies teilt der Berliner Verbrecher Verlag heute mit. Der Romancier, Lyriker, Dramatiker, Übersetzer und nicht zuletzt literarische Essayist Jurjew kam 1959 in Leningrad zur Welt. Seit 1991 lebte er mit seiner Frau, der Autorin Olga Martynova und seinem Sohn, dem Übersetzer Daniel Jurjew, in Frankurt am Main.

Oleg Jurjew (Foto: Stephan Jockel)

Jurjew veröffentlichte auf Russisch (und in deutscher Übersetzung) die Romane Frankfurter Stier (2001), Spaziergänge unter dem Hohlmond (2002), Der neue Golem oder Der Krieg der Kinder und Greise (2003) und Die russische Fracht (2009) sowie mehrere Dramen (etwa Kleiner Pogrom im Bahnhofsbuffet, 1984) und zahlreiche Essays und Aufsätze zur Literatur.

Zuletzt erschienen In zwei Spiegeln. Gedichte und Chöre (2012), eine überarbeitete Neuausgabe seines Romans Halbinsel Judatin (2014) sowie die Poeme Von Zeiten und Von Orten (jeweils 2015) und im Jahr 2017 schließlich sein erster auf deutsch verfasster Roman Unbekannte Briefe. Seine Texte sind ins Deutsche, Französische, Englische, Italienische, Tschechische, Polnische und Bulgarische übersetzt. 2010 erhielt Jurjew den mit 15.000 Euro dotierten Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil der Stadt Heidelberg. Jurjew wurde 58 Jahre alt.

“Mit Oleg Jurjew verlieren wir alle einen wunderbaren Autor – und die Literatur hat einen großen und unermüdlichen Vorkämpfer für ihre Sache verloren”, so der Verbrecher Verlag.

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