Einer, der sie alle kennt Klaus-Peter Stegen (60)

Heute wird Klaus-Peter Stegen 60 Jahre alt. Rüdiger Wischenbart gratuliert Stegen, der im September vergangenen Jahres in die Geschäftsführung der Narses Beratungsgesellschaft (2010 von Aljoscha Walser gegründet) eingestiegen ist, zum runden Geburtstag:

Klaus-Peter Stegen

Manche, gar nicht so einfachen Befunde lassen sich auf simple Formeln bringen. Zum Beispiel: Im deutschen Verlagsgeschäft kennt Klaus-Peter Stegen alle, mit Ausnahme von vielleicht zweien oder dreien. Und, was noch komplizierter ist: Er kann groß. Aber er ist sich auch nicht zu schade für klein. Weil „das lässt sich doch organisieren, oder?“

Wenn nur alles im Leben so einfach wäre. Seine Laufbahn begann er in einem kleinen Buchladen, als Lehrling. Von da wechselte der Westfale über einen Zwischenschritt bei Otto Schmidt nach Gütersloh, zur VVA , zuständig für die Akquisition und dann, nach Erfolg, als Prokurist zuständig für die gesamte Verlags- und Kundenbetreung bis er, ein paar Lehrjahre  später, als Geschäftsführer zum damaligen Rudolf Haufe Verlag berufen wurde und danach seinen Berufsweg erfolgreich fortsetzte.

So jemanden stellt man sich doch als slicken Karrieristen vor. Aber das ist weit gefehlt. Vielmehr sollten wir einen stattlichen jungen Mann vor unserem inneren Auge auftreten sehen, der bei der Bundeswehr dem Übungsfeind im Ernstfall, vielleicht auch als Kampfschwimmer, Einhalt gebieten hätte sollen. Um ein Haar hätte der passionierte Taucher auch noch einen völlig anderen Lebensweg eingeschlagen, und mit einem Kumpel auf den damals noch wenig touristischen Malediven eine Tauchschule ins Leben gerufen.

Dann hätte ich Peter, zu meinem großen Bedauern, nicht vor ein paar Jahren in einem neutralen Allzweck-Büro in München, im Neubauniemandsland zwischen Hauptbahnhof und Festwiese kennengelernt. „Das ist Dein künftiger Partner“, instruierte mich Helmut von Berg, die gute Seele und treibende Kraft hinter dem „Publishers‘ Forum“, den ich mich anschickte in der Rolle des Konferenzgestalters zu beerben. Das Forum hatte Helmut für die Klopotek AG aufgebaut, und Peter war eben in die Geschäftsführung von Klopotek & Partner berufen worden.

In solch einer gewachsenen Gesellschaft von altgedienten Säulen der deutschen Buchbranche sah ich mich erstmal als ziemlichen Neuling. Nicht so Peter – oder Helmut – und die anderen. Vielmehr ging es mit Handschlag rasch zur Sache, denn es musste doch das eine oder andere organisiert werden.

Dabei fiel mir, neben tiefer Branchenkenntnis und erprobtem Praktikertum, rasch eine dritte Qualität auf: Eine ganz erhebliche Neugierde auf Neues, wenngleich in Kombination mit einem recht unerbittlichen analytischen Sachverstand. „Sieh Dir doch die Branche an“, lautet einer seiner furchteinflößenden Satzanfänge, vorgetragen ohne große Emotion, auf den dann jedoch ein Befund über Ungereimtheiten in der wirtschaftlichen Perspektive, Konkurrenzabschätzungen, oder ganz einfache betriebswirtschaftliche Parameter folgen, die nur mal kurz andeuten, wo ein in der Regel gravierendes Strukturproblem deutlich wird. Wer da hinhört, kann viel lernen.

Doch geht es bei all diesen Einsichten nicht ums Besserwissen, sondern um die Forschungslust, wirklich Neues schon sehr früh zu erkennen. Sichtbar wurde dies neuerdings bei Peter in seinen neuesten Engagements, etwa als Investor, Partner und Senior Advisor bei Hashplay, einem deutsch getakteten Silicon-Valley Start-up, das sich mit Virtual Reality Technologie mit Steuerungssystemen mittels „Immersive Data“ beschäftigt. Oder in ähnlichen Rollen als Partner bei der New Books Solutions sowie als Geschäftsführer in der  Narses Beratungsgesellschaft, jeweils mit Schwerpunkten wie Big Data , Virtual Reality und Artifical Intelligence. Und dabei ist er noch richtig gut in Neuausrichtung von Verlagen. Aber das wäre zu lang.

Als Karrierist wäre Peter wohl über kurz oder lang einfach langweilig geworden. Jetzt wird Peter 60. Ich bin gespannt, was er als Nächstes organisiert.

Dein Rüdiger Wischenbart

Kontakt: Klaus-Peter.Stegen@narses.de

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