Gestorben Berliner Schriftsteller Ingomar von Kieseritzky ist gestorben

Ingomar von Kieseritzky (c) Gerald Zörner, gezett.de

Am 5. Mai verstarb in Berlin der Schriftsteller Ingomar von Kieseritzky, geboren am 21. Februar 1944 in Dresden und Mitglied der Akademie der Künste seit 1998. Sein Werk umfasst vor allem experimentelle Prosa sowie zahlreiche Hörspiele.

Die Akademie der Künste trauert: „Mit Ingomar von Kieseritzky verliert die deutsche Literatur einen ihrer großen Diagnostiker, der es mit präzisem Blick verstand, die Symptome unserer Welt zu lesen, die man in heilloser Anstrengung wie stets vergeblich zu therapieren versucht. Neben seinen Romanen weisen ihn vor allem die über hundert Hörspiele als unvergleichlichen Beobachter einer Gegenwart aus, deren Verstiegenheiten beizukommen größtes artistisches Geschick voraussetzt. Ingomar von Kieseritzky verfügte leichthin über dieses Geschick, Belesenheit, Melancholie und Humor grundieren in jedem Format, das er wählte, ein singuläres Werk, in dem sich das Tragische und das Groteske auf unnachahmliche Weise durchdringen. Profunde Erkenntnis und diabolisches Vergnügen gingen bei Kieseritzky immer in eins, geschont wurde niemand, Trost spendete allein ein Gelächter über sich selbst, zu dem uns seine Sprachkunst befähigte. Er wird uns schmerzlich fehlen.“

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