Wolfgang Hilbig

© Jürgen Bauer, S. Fischer

Der Schriftsteller Wolfgang Hilbig ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Der S. Fischer Verlag trauert um diesen unvergleichlichen, großen Autor.

Hilbig, geboren am 31. August 1941 in Meuselwitz bei Leipzig, wuchs in einer Bergarbeiterfamilie auf. Nach einer Lehre als Dreher arbeitete er in verschiedenen Industrieberufen, darunter lange als Heizer. Gleichzeitig entstanden, „nebenbei und insgeheim“ erste Texte.

1979 erschien im S. Fischer Verlag seine erste Buchveröffentlichung, der Gedichtband „abwesenheit“. Nachdem sich auch in der DDR namhafte Schriftsteller für ihn einsetzten, erhielt er die Möglichkeit, den Band „Stimme Stimme“, Hilbigs einzige Veröffentlichung in der DDR, im Leipziger Reclam Verlag zu publizieren. Hilbig übersiedelte 1985 in die Bundesrepublik und lebte seit vielen Jahren in Berlin. Dort ist er am 2. Juni an den Folgen eines schweren Krebsleidens gestorben.

Wolfgang Hilbig wurde für seine Gedichte, Erzählungen und Romane vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Georg-Büchner-Preis.

Als bekanntestes Werk Hilbigs gilt der 1993 erschienene Roman „Ich“ über einen glücklosen Lyriker, der als Spitzel unter dem Decknamen „Cambert“ für die DDR-Staatssicherheit arbeitet. Die Kritiker feierten das Buch als „Gesellschaftsroman über die Endzeit der DDR“ und vor allem als „ein Fest für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur“.

Bibliographie
1979 „abwesenheit“, Gedichte
1982 „Unterm Neomond“
1983 „Stimme Stimme“
1985 „Der Brief“
1986 „die versprengung“, Gedichte
1987 „Die Weiber“
1989 „Eine Übertragung“, Roman
1991 „Alte Abdeckerei“
1991 „Das Meer in Sachsen“
1992 „Aufbrüche“
1992 „Zwischen den Paradiesen“
1993 „Ich“, Roman
1993 „Grünes Grünes Grab“
1994 „Die Kunde von den Bäumen“
1995 „’Abriß der Kritik’. Frankfurter Poetik-Vorlesungen“
1997 „Die Angst vor Beethoven“
2000 „Das Provisorium“, Roman
2001 „Bilder vom Erzählen“, Gedichte
2002 „Erzählungen“ (Ges. Erz. 1968-1994)
2003 „Der Schlaf der Gerechten“
Literaturpreise und Auszeichnungen:
1983 Brüder-Grimm-Preis
1985 Förderpreis der Akademie der Künste, Berlin
1987 Kranichsteiner Literaturpreis
1989 Ingeborg-Bachmann-Preis
1992 Berliner Literaturpreis
1993 Brandenburgischer Literaturpreis
1994 Bremer Literaturpreis
1996 Literaturpreis der Deutschen Schillerstiftung, Dresden
1997 Lessingpreis des Freistaates Sachsen
1997 Fontane-Preis der Berliner Akademie der Künste
1997 Hans-Erich-Nossack-Preis (Kulturkreis d. dt. Wirtschaft)
2001 Stadtschreiberpreis von Frankfurt-Bergen-Enkheim
2002 Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik
2002 Georg-Büchner-Preis
2002 Walter-Bauer-Literaturpreis der Stadt Merseburg

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