Wolf Freiherr von Fritsch

Am 31. Juli 2005 ist Wolf Freiherr von Fritsch, der langjährige Verleger des O. W. Barth Verlages, in Salzburg gestorben.

Hier ein Nachruf der jetzt für seinen früheren Verlag verantwortlichen Lektorin:

Den 80. Geburtstag seines „geliebten“ O. W. Barth Verlages, wie er immer sagte, durfte er im letzten Jahr noch miterleben.

Zusammen mit der evangelischen Theologin Dr. Ursula von Mangoldt-Reiboldt (gest. 1987) erhielt der in Dresden geborene (1915) Offizier und ehemalige Rittergutsbesitzer 1946 eine neue Verlagslizenz für den 1924 von dem Leipziger Buchhändlerssohn Otto Wilhelm Barth gegründeten, aber während der Nazi-Zeit verbotenen Verlag für östliche Weisheitslehren und abendländische Philosophie.

In den Folgejahren entstand ein imponierendes Programm im Zeichen der Begegnung und des geistigen Austausches zwischen Ost und West auf religiösem, kulturellem und psychologischem Gebiet, das den Verlag in diesem Themenbereich zu einem der traditionsreichsten Unternehmen werden ließ. Mit Eugen Herrigels „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ hatte man gleich im ersten Jahr ja auch ein bis heute in jeder Hinsicht tragfähiges Fundament gelegt.

Es hat den alten Herrn stets mit Freude erfüllt, dass der später vom Scherz Verlag übernommene und schließlich unter dem Dach der S. Fischer Verlage beheimatete O. W. Barth Verlag sich zwar vielen neuen spirituellen Strömungen zu öffnen wusste, aber den Geist und die Zielsetzung seiner Gründer nicht vernachlässigte.

Am 8. August wird Wolf Freiherr von Fritsch, wie er es sich gewünscht hatte, in Weilheim (Obb.), dem zweiten Gründungsort des Verlages, seine letzte Ruhestätte finden.

Dr. Petra Eisele, O.W. Barth Verlag

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.