Walter Nowojski

Walter Nowojski starb kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres am 8. November in Berlin. Der Aufbau Verlag trauert um “einen hervorragenden Herausgeber und klugen Gesprächspartner”, wie der Verlag gerade vermeldet.
Nowojski, geboren am 12. 11. 1931 in Annahütte (Niederlausitz), kam über die Arbeiter- und-Bauern-Fakultät zum Germanistikstudium an die Berliner Humboldt-Universität. Dort lernte er Victor Klemperer kennen. Nowojski war Lektor im Verlag Neues Leben, Redakteur beim Rundfunk der DDR, Leiter der Abteilung Dramatische Kunst beim Fernsehen der DDR, von 1975 bis 1990 Chefredakteur der Zeitschrift Neue Deutsche Literatur/ndl.
Er hat mehrere Anthologien herausgegeben. Außergewöhnliche Verdienste erwarb er sich als Herausgeber von Victor Klemperers Erinnerungen Curriculum vitae (Aufbau-Verlag, 1989) und von dessen Tagebüchern Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten (Aufbau-Verlag, 1995; zusammen mit Hadwig Klemperer), Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum (Aufbau-Verlag, 1996), So sitze ich denn zwischen allen Stühlen (Aufbau-Verlag, 1999; die beiden letzten Titel zusammen mit Christian Löser) u.a.

Der Tod hat Walter Nowojski unerwartet mitten aus der noch unabgeschlossenen Arbeit an einer Kommentierten Gesamtausgabe gerissen. Würdigung erfuhren seine Verdienste durch die 1995 in München erfolgte Übergabe des postum an Victor Klemperer verliehenen Geschwister-Scholl-Preises an Hadwig Klemperer und ihn, bei der Martin Walser die Laudatio hielt.

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