Klaus Urban (KDU)

Klaus D. Urban

Klaus Dieter Urban ist gestorben, viel zu jung – im Alter von erst 52 Jahren.

Von 1991 bis 1998 war er ein wichtiges Mitglied unserer Redaktion, der er auch nach seinem Ausscheiden noch freundschaftlich verbunden war. Bei BuchMarkt war der rasende Reporter KDU (sein Markenzeichen) verantwortlich für den Fachbuchhandel und die Fachverlage. Das war seine “Heimat”, die er besser als viele andere kannte und die er vor seiner Zeit als BuchMarkt-Redakteur hautnah als Verlagsvertreter kennengelernt hatte.

KDU war ein studierter Literaturwissenschaftler und hochgebildet: Er hatte seinen “Master” im südfranzösichen Aix-en-Provence gemacht, sprach deshalb perfekt französisch. Nach seiner BuchMarkt-Zeit entschied er sich zunächst für die Freiheit, arbeitete als unabhängiger Fachjournalist mit eigenem Redaktionsbüro für nationale und internationale Medien – und regelmäßig auch für BuchMarkt. Er war außerdem Moderator auf dem “Blauen Sofa” – für Club, BOL und ZDF-Aspekte in Leipzig und in Frankfurt.

Es folgte zwischen 2001 und 2003 ein Zwischenspiel als Pressechef beim Club Bertelsmann, seit 2005 arbeitete er für den Buchholz Fachinformationsdienst in Bexbach.

Auf der Buchmesse in Frankfurt haben wir uns noch täglich gesehen: Da saß er oft am BuchMarkt-Stand, als gehörte er noch dazu. Selten war er so entspannt wie dann, dabei entstand auch dieses Foto oben. Und wir haben Pläne geschmiedet: dass wir uns doch auch außerhalb geschäftlicher Events mal wieder treffen könnten – nur so zum Plaudern.

Dazu wird es nun nicht mehr kommen: Gestern Abend starb er – nach kurzer, schwerer Krankheit.

Klaus, wir werden dich nicht vergessen, vor allem nicht deine erfrischende Ehrlichkeit, mit der du ab und zu auch mal angeeckt bist. Und auch nicht deinen Humor und deine Leidenschaften: für die Musik und insbesondere für die Buchbranche bzw. den Fachbuchhandel, den du nach wie vor beobachtet hast und für den du dich wie kaum ein anderer begeistern konntest.

Wir haben heute noch einmal deine Begegnung mit Senta Berger nachgelesen: Du hast mit ihr über Lyriker wie Baudelaire und Verlaine oder über Rimbaud und Trakl geredet (wer von uns hätte da mithalten können). Und sie mit einem Gedicht von César Vallejo, dem peruanischen Dichter, der in Paris verhungert war, beeindruckt, dessen Eingangszeilen du rezitieren konntest, obwohl du die Sprache zu deinem Leidwesen nicht beherrschtest:

Piedra Negra sobre una Piedra Blanca
Me moriré en París con aguacero,
un día del cual tengo ya el recuerdo.
Me moriré en París -y no me corro-
tal vez un jueves, como es hoy, de otoño.
Jueves será, porque hoy, jueves, que proso
estos versos, los húmeros me he puesto
a la mala y, jamás como hoy, me he vuelto,
con todo mi camino, a verme solo.
César Vallejo ha muerto, le pegaban
todos sin que él les haga nada;
le daban duro con un palo y duro
también con una soga; son testigos
los días jueves y los huesos húmeros,
la soledad, la lluvia, los Caminos …

Du hast über diesen Abend geschrieben: “Es gibt nicht viele Fotos wie das von diesem Abend, auf denen ich so glücklich dreinschaue.” Dieser Satz bewegt uns sehr.

Das BuchMarkt-Team

Kommentare (0)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.