Klaus Deichmann

Klaus Deichmanns
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Wie wir erst jetzt erfahren, ist Klaus Deichmann bereits am 20.11.2012 im Alter von 82 Jahren gestorben. Der gelernte Buchhändler kannte beide Seiten des Buchhandels und auch den Zwischenbuchhandel – und BuchMarkt-Leser kannten ihn vor allem durch seinen monatlichen „Zwischenruf“.

In dieser Kolumne erwies sich der gebürtige Berliner als streitbarer Anwalt des Sortimentsbuchhandels, dessen Sorgen und Nöte er zwei Jahre lang bei uns mit spitzer Feder und manchmal schmerzhaft für die Betroffenen aufspießte. Er kannte diese Sorgen gut: Der leidenschaftliche Vertriebsmann (bei Ensslin, Luchterhand Neuwied, Scherz, Droemer und DVA) hatte 1977 gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg die „Bensberger Bücherstube“ eröffnet, die er dann rund 28 Jahre betrieb.
Wir trauern mit seiner Frau und seiner Familie um einen aufrechten und engagierten Buchhändler „alter Schule“, dessen kritische Worte uns in Erinnerung bleiben werden. Auch nach seiner „Pensionierung“ hat er noch lange Anteil an der Branche und ihren Sorgen genommen – er selbst hat seine Situation in einem wunderschönen Gedicht beschrieben, das er gegen sein nahendes Lebensende geschrieben hat und das auf der Traueranzeige zu lesen ist:
Schon spät im Jahr
Ich saß in einer Blätterlaube
Hoch über diesem großen See.
September war es
und ich glaube
schon deshalb war mich ach und weh.
Das Ufer drüben schien so fern.
Der See vom Sonnendunst ganz grau.
Die Sonne, ein gestörter Stern,
ertrank in Luft,
verschwand im fahl gewordenen Blau.
Der Tag versank im Gegenüber.
Die erste Maus fing einen frühen Stern.
Mein Blick ward eng
und wurde trüber,
war doch der Abschied nicht mehr fern.
K.D.

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