Helmut Scheffel

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der Übersetzer und Publizist Helmut Scheffel am 17. Juli gestorben; nach langer Krankheit in Frankfurt im Alter von 85 Jahren.
Bekannt wurde Scheffel Ende der fünfziger Jahre durch die ersten Übersetzungen von Michel Butor („Paris-Rom oder Die Modifikation“).
Es folgten zahlreiche weitere Übersetzungen, darunter einige zusammen mit seiner Frau, der Übersetzerin Gerda Scheffel, von französischen Autoren der Gegenwart wie Michel Butor, Roland Barthes, Claude Ollier, Robert Pinget, Claude Simon und Nathalie Sarraute, aus denen sich zum Teil langjährige Arbeits- und Freundschaftsbeziehungen entwickelten. Außerdem übersetzte Helmut Scheffel klassische Autoren wie Marcel Proust und Gustave Flaubert, von dem er einen umfangreichen Auswahlband seiner „Briefe“ übersetzt und herausgegeben hat.
Sein Einsatz für die Literatur galt auch ihren Mittlern: Mit Engagement und Diplomatie setzte er sich für die Belange der Übersetzer ein, von 1969 bis 1981 war er zweiter Vorsitzender des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer.
Neben seiner Übersetzertätigkeit war Scheffel von 1966 bis 1989 Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er 1974 das Ressort „Neue Sachbücher“ gründete, das er bis zu seinem Ausscheiden leitete.
Mit seiner Frau Gerda Scheffel wurde er 1979 mit dem Johann-Heinrich-Voss-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. Die Französische Republik würdigte sein Wirken für die französische Literatur 1980 mit der Auszeichnung als Chevalier dans l’Ordre des palmes académiques. 1993 wurde Michel Butor und ihm derNossack-Akademiepreis für Dichter und ihre Übersetzer der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur verliehen.

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