Hans-Joachim Alpers

Hans-Joachim Alpers

Der Schriftsteller Hans-Joachim Alpers ist tot. Er starb in der Nacht zum 17. Februar im Wilhelminen-Hospiz in Niebüll nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahren.

Er war ein Seebär mit Zukunftsblick: Alpers macht sich vor allem als Verfasser von Standardlexika zur Sciencefiction-, Fantasy- und Horrorliteratur, als Verfasser von Jugendbüchern, Hörspielen , Reiseführern und Romanen zur Spielewelt „Das Schwarze Auge“ einen Namen. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Jörn de Vries, Daniel Herbst (Gemeinschaftspseudonym mit Ronald M. Hahn), Achim Karona (Gemeinschaftspseudonym mit Helmut Krohne), Mischa Morrison und anderen.
Alpers galt als Experte für die Genreliteratur mit dem Schwerpunkt Sciencefiction. Zu seinen bleibenden Verdiensten gehört seine Herausgeberschaft hochwertiger Sciencefiction-Romane ab 1978 (Droemer-Knaur, Moewig). Unter anderem sorgte er für angemessen übersetzte Romane von Philip K. Dick im deutschsprachigen Raum, dessen Werke in den USA vielfach als Vorlage für Hollywood-Blockbuster dienten. Filme wie „Blade Runner“ mit Harrison Ford oder „Total recall – Die totale Erinnerung“ mit Schwarzenegger in den Hauptrollen basieren auf Dicks Romanen.
Verdienste im Stillen erwarb Hans Joachim Alpers sich auch bei der Förderung junger deutschsprachiger Schriftstellertalente, denen er auch als Literaturagent zur Seite stand. Er erhielt mehrfach den Kurd-Laßwitz-Preis für seine verlegerische und schriftstellerische Arbeit. Seine letzten Aktivitäten galten dem Versuch, eine Fernsehserie zur beliebten Rollenspiel-Fantasywelt „Das schwarze Auge“ zu etablieren, die er zusammen mit Werner Fuchs und Ulrich Kiesow erschaffen hat.
Als Mensch war Hans Joachim Alpers trotz aller Phantasie ein bodenständiger Charakter. Seine Liebe zum Meer und zu den norddeutschen Küstenregionen war biografisch bedingt. Einige wenige Bücher wie „Krieg unter Segeln“ hat er auch dem maritimen Genre gewidmet. Am 14. Juli 1943 wurde er in Wesermünde/Niedersachsen geboren. Wesermünde wurde nach 1945 Bremerhaven zugeschlagen, nachdem die USA das Land Bremen/Bremerhaven etablieren ließen, um einen Seehafen zu haben. Bekannterweise ging Elvis Presley als GI in eben diesem Bremerhaven erstmals an Land, um in Deutschland seinen Militärdienst zu leisten. Sein Vater fuhr als Maschinist auf einem Fischkutter, seine Mutter war Hausfrau. Er machte eine Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der Schichau-Werft und studierte Ingenieurwissenschaften mit Schwerpunkt Schiffbau, später in Hamburg auch Maschinenbau, Politikwissenschaften und Erziehungswissenschaften. Dieses Studium gab er aber für seine literarische Leidenschaft auf.
Eine weitere Leidenschaft galt dem Sammeln. Mit unendlicher Hingabe legte er eine einzigartige Sammlung deutschsprachiger Vorkriegssciencefiction an , die bis unter das Dach sein verwunschenen Bauernhäuschen in Nordfriesland füllt. Vom Haus aus kann man bei gutem Wetter das Meer sehen. Hans Joachim Alpers lebte sehr zurückgezogen, mochte nie im Rampenlicht stehen – dennoch war er für die „Szene“ wirkungsmächtig wie kaum einer – und ein verlässlicher Freund.
Helmut Krohne

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