Dr. Eberhard Mertens

Dr. Eberhard Mertens

Dr. Eberhard Mertens, der langjährige Verlagsdirektor des Georg Olms Verlages, ist am 9. September 2015 im Alter von 82 Jahren in Hildesheim gestorben. Seit 1968 war er dem Georg Olms Verlag verbunden, anfangs als Cheflektor, ab 1972 als Direktor.

Geboren wurde er 1933 in Weimar, in Aschersleben ging er auf das Gymnasium, in Braunschweig, Berlin, Hamburg und Göttingen studierte er Geschichte und Germanistik und promovierte 196o zum Dr. phil. 1962 begann er als Redakteur beim Verlag Westermann und wurde 1967 Abteilungsleiter beim Verlag Bagel in Düsseldorf.
Nicht nur bei Olms ist er unvergessen: Über vier Jahrzehnte hat er dem Hause die Treue gehalten, das er in enger Zusammenarbeit mit dem Verleger Dr. h.e. mult.W.Georg Olms geprägt hat. Sein Verleger erinnert in seinem Nachruf an Dr. Mertens:
“Ehrenamtliches Engagement gehörte stets zu seinem Leben, so auch im Börsenverein und schließlich als Vorsitzender des Landesverbandes der Buchhändler und Verleger in Niedersachsen.
Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande wurde er ausgezeichnet, nachdem er mit großem diplomatischem Geschick über die damaligen Grenzen hinweg die Zusammenführung der Bibliothekskataloge der Deutschen Staatsbibliothek in Ostberlin und der Westdeutschen Staatsbibliothek zu einer umfassenden Microfiche-Ausgabe schuf.
Dr. Mertens hatte in Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen Bibliotheken sowie den wissenschaftlichen Akademien eine Vielzahl bedeutender Publikationen für das Hause Olms gewonnen. Die Olms Presse, ein Zweig des Georg Olms Verlages, führte er mit besonderer Leidenschaft. Hier widmete er sich Themen, die mit ihren Büchern ein größeres Publikum erreichten; dazu gehörten Editionen zu Film, Funk und Technik, zur Trivialliteratur, u.a. mit den 3oBände umfassenden Originalausgaben zu Karl May oder die Reihe “Auslandsdeutsche Literatur der Gegenwart”.
Nach der Wende widmete sich Dr. Eberhard Mertens wieder dem vom Urgroßvater erbauten Elternhaus in Harkerode und baute in seinem Heimatort ein Regionalmuseum für Agrargeschichte auf. Seine Qualitäten eines Archivars und Autors stellte er unter Beweis mit der zweibändigen kommentierten Ausgabe der Erinnerungen an Anton Ludwig Sombart, dem Agrarpionier und Mitglied des Reichtags der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Georg Olms Verlag trauert um seinen langjährigen Mitarbeiter und Freund.”

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