Die Bücherfrauen zum Tod von Susan Bindermann

Die BücherFrauen trauern um Susan Bindermann. Die Literaturagentin, die seit 13 Jahren Mitglied des Netzwerks war, war Mitte dieses Monats im Alter von nur 43 Jahren gestorben [mehr…]. Hier einige Stimmen zum Abschied.

Seit 2003 war Susan Bindermann, eine unermüdliche „Büchermacherin“, im Netzwerk der BücherFrauen aktiv. Ihr beeindruckendes Engagement für die Literatur und ihre Vermittlung, für AutorInnen und ihre Ausdrucksmöglichkeiten, für die Buchbranche und ihre Formate zog sich durch jede ihrer beruflichen Stationen und Initiativen.

Bei den BücherFrauen engagierte sich Susan zeitweise bei der BücherFrauen-Akademie, der sie in der „Textetage“ einen Raum für Planungstreffen bot, bei der Organisation von regionalen Veranstaltungen oder in einer vereinsinternen Strategiegruppe. Mit anderen Worten: mitmischen beim Lehren und Lernen, Räume schaffen für und mit anderen, Themen gestalten, strategisch denken und diskutieren, das war ihre Sache. – Danke, Susan, für diese gemeinsamen guten Zeiten!
Susans Familie und ihren Freundinnen und Freunden gilt unser ganzes Mitgefühl.

BücherFrauen-Stimmen zum Abschied von Susan Bindermann:
„Fassungslos und traurig sitze ich am Schreibtisch und kann es noch gar nicht fassen – mir fehlen die Worte.
An Susan Bindermann erinnere ich mich als strukturierte, klar denkende Kollegin. Präzise formulierte Susan ihre Anliegen und konnte diese auch engagiert durchsetzten. Vital, lebenslustig und mit hohen Anforderungen an sich und an andere.
Für die nächste Zeit wünsche ich der Familie viel Kraft, um dies durchzustehen. Meine Gedanken sind bei ihnen in dieser schweren Zeit.“ – Yvonne de Andrés

„Eine streitbare Frau mit wenig Lust auf Kompromisse. Fordernd, lebendig, kein Verständnis für Faulheit und Dummheit. Offen, interessiert.
Das letzte Mal sah ich sie im Sommer ganz zufällig vor einem Baumarkt mitten in Brandenburg, wir konnten beide kaum glauben, dass wir uns ausgerechnet dort treffen. Da ich sie eigentlich nur in professionellen und intellektuellen Kontexten kannte, war ich ganz berührt von dieser absolut netten privaten Person in Renovierklamotten mit Mann und Kind, dem Sommer zugetan.“ – Silke Buttgereit
„Als Teil einer BücherFrauen-internen Strategiegruppe habe ich Susan Bindermann kennengelernt als sehr engagiert, interessiert an Prozessen die Dinge verändern oder vielmehr verbessern können. Aufmerksam, zuhörend, handelnd. Ich war beeindruckt von ihren Stationen und Aktivitäten.“ – Frauke Ehlers

„Auf der Frankfurter Buchmesse 2002 lernten wir uns kennen. Susan arbeitete damals bei Reclam Leipzig und interessierte sich für mein Verlagsprogramm. Mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Energie und gegen einige Widerstände setzte sie durch, dass 2004 aus mehreren von mir herausgegebenen Büchern über Künstlerinnen und Schriftstellerinnen der Moderne ein Taschenbuch wurde. Der Titel: EigenSinn. Seitdem liefen wir uns immer wieder über den Weg, bei den BücherFrauen, auf Veranstaltungen, bei privaten Feiern. Angesichts ihres Einsatzes, mein Buch in ihrem damaligen Verlag unterzubringen, fand ich es absolut plausibel, dass Susan nach ihren Stationen als Lektorin in verschiedenen Verlagen Literaturagentin wurde, mit ganz viel Engagement und einer guten Portion Eigensinn. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass diese umtriebige Frau, wunderbare Kollegin und Mutter einer kleinen Tochter nicht mehr unter uns ist.“ – Britta Jürgs

„Eine leidenschaftliche Denkerin und AutorInnenbetreuerin, die vielen Büchern auf den Markt geholfen hat. Besonders in Erinnerung bleiben mir ihr interkultureller Blick mit ihren griechischen und skandinavischen Projekten, ihr Herz für Lyrik und Lyrikschaffende und ihr Engagement bei Lyrik.org, ihr Bemühen um gemeinschaftliche Arbeitsformen und Neuerungen, ihr Gefühl für das Viele, was nötig wäre, damit Autorinnen und Autoren mit ihren Werken in angemessener Weise ihre Öffentlichkeit bekommen  ihre Treue zu ihren Projekten, beispielweise in der jährlichen Moderation beim Europäischen Festival des Debütromans. Sie hat so vieles angestoßen  sie wird uns, sie wird mir fehlen.“ – Karen Nölle

„Susan habe ich durch unser gemeinsames Sylt-Seminar im Sommer 2009 näher kennengelernt und sie als begeisterungsfähig, umtriebig und sehr engagiert, in dem was ihr wichtig war, erlebt, und – in der Tat – auch sehr streitbar.
Ich erinnere mich, wie sehr sie sich damals ein Kind gewünscht hat und habe mich aus der Ferne für sie gefreut, als sie im Jahr darauf ihre Tochter geboren hat.“ – Heike Wilhelmi

„Ich erinnere mich an die Sommerakademie 2009, bei der Susan – zusammen mit Heike Wilhelmi – die Textwerkstatt geleitet hat. Mich hat beeindruckt, wie wertschätzend und behutsam Susan ihre Kritik an den Texten der Teilnehmerinnen formuliert und ihnen konstruktive, inspirierende Vorschläge zur Überarbeitung mit auf den Weg gegeben hat.“ – Gisa Windhüfel

„Susan hatte eine ganz besondere Energie, funkelnd, voller Begeisterungsfähigkeit und blitzgescheit. So sehe ich sie vor mir. Wir haben uns bei der BücherFrauen-Sommerakademie auf Sylt kennengelernt, als ich die Körperarbeit begleitend zur Textarbeit gemacht habe.
Auch wenn das schon viele Jahre zurückliegt, erinnere ich mich so gut an sie.“ – Sabeth Yu

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