Er hat seine zahlreichen Hobbys zum Beruf gemacht und macht die Dinge stets mit Leidenschaft Franz-Christoph Heel (60)

Franz-Christoph Heel

Franz-Christoph Heel wird heute 60 Jahre alt. Dem Heel-Verleger gratuliert Sebastian Turner (Herausgeber und Gesellschafter des Tagesspiegels in Berlin) zum runden Geburtstag:

Von Jürgen Klinsmann ist der schöne Satz überliefert: Es gibt doch nichts Schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen. Doch. Es gibt noch etwas Schöneres: Wenn man nicht ein Hobby, sondern jedes davon zum Beruf machen kann. So darf man sich die Verlegerjahrzehnte vorstellen, auf die Franz Christoph Heel an seinem sechzigsten Geburtstag in diesen Tagen zurückblicken kann. Und nur so bekommt das wilde Durcheinander seines Verlagsprogramms Sinn und Form.

1980 war das Internet noch nicht erfunden, aber das Bedürfnis nach Übersicht gab es dennoch. Heel, kaum voll geschäftsfähig aber musikbegeistert, brachte als sein erstes Verlagsprodukt den „Konzert-Almanach“ heraus – zwanzig Jahre lang, bis das Internet die Aufgabe besser löst, alle klassischen Konzerte eines Jahres vorab zwischen zwei Buchdeckeln zu vereinen. Was Heel interessierte, das sollte auch andere interessieren. Oldtimer – auch hier legte er los mit einer Fleißarbeit für die Liebhaber – mit dem Oldtimeradressenlexikon, einem Katalog und schließlich einem Motorrad-Oldtimer-Katalog. Die merkwürdige Leidenschaft für merkwürdige Autos, die nicht wegen ihrer Fahreigenschaften, sondern wegen ihres schnellen Rostens geschätzt werden, führte zu einer Autobuchreihe, die mit dem Buckelvolvo begann und über die Zeit hinweg einen ganzen Zoo von Automobildinosauriern für Freaks und die Nachwelt erhielt, auch wenn das letzte Stück Metall schon lange oxidiert sein mochte. An einem Jaguar E-Type schraubte Heel jahrelang selbst herum. Man kann nur allen Beteiligten dankbar sein, dass dieses von ihm bearbeitete Auto nur in Bildbände gelangte und nicht in den öffentlichen Straßenverkehr. In der Bilderbuch-Einkaufsstraße von Königswinter eröffnete Heel zum Verlag die Buchhandlung. Unten die Leser, oben das Verlagsteam. Unten die Inspiration, oben die Verwirklichung. Im Königswinterer Vorort Bonn übernahm er die Buchhandlung Lempertz, die heute von seiner Frau als Verlag mit einem deutlich nachvollziehbareren Programm geführt wird. Franz Christoph Heel erweiterte seinen Horizont der Hobbys. Neben den eigenen nahm er jetzt auch die Leidenschaften anderer Menschen auf. Nur so ist das Buch der Manta-Witze zu erklären, das Roy-Black-Buch oder das Nutella-Backbuch. Allesamt Bestseller. Ebenso seine Star Trek-Reihe oder – lang ist´s her – seine Bücher mit lustigen Faxvordrucken. Das Faxgerät der denkenden Küchentätigen ist heute der Thermomix. Dieser Hobbygruppe hat Heel das Magazin MIXX angerichtet. Seine Magazinrange schließt Periodika für hochwertige Uhren und italienische CO2-Sünden ein. Man fragt sich, wo er die Genies an Reisenden findet, die dieses Sortiment vertreten können. Mit 35 Mitarbeitern, einer Auszubildenden, zwei Kindern, einer Frau und einem Hund muss man sich Franz Christoph Heel als einen glücklichen Menschen vorstellen, der was er hat, teilen kann.

Zu Deinem 60. Geburtstag, lieber Franz-Christoph, wünsche ich Dir das Allerbeste, Dein Sebastian Turner

Kontakt: fc.heel@heel-verlag.de

Möchten auch Sie gern jemandem aus Ihrer Buchhandlung/Ihrem Verlag zum „Runden Geburtstag“ gratulieren? Dann mailen Sie uns an einen kleinen Text und ein Foto des Jubilars/der Jubilarin an redaktion@buchmarkt.de, Stichwort: Runde Geburtstage

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