Rolf-Bernhard Essig über sein Buch "Hand aufs Herz. Redensarten vom Kopf bis Fuß und ihre wunderbaren Geschichten" „Der unabhängige Buchhandel vor Ort wird mehr denn je gebraucht“

Rolf-Bernhard Essig:Hand aufs Herz spricht die Neugierigen an, die Klugscheißer, die Verliebten und die Kranken. Man kann es gewinnbringend als unerschöpflichen Vorrat für handfeste Reden oder schlitzohrige Botschaften benutzen, aber auch als bereichernde Lektüre zwischendrin. Jeder kluge Kopf hat nach der Lektüre noch mehr auf dem Kasten und kaum noch was auf dem Herzen“

 

Der Körper ist gerade in aller Munde, und im Handumdrehen ist da ein neues Buch zum Thema von Rolf-Bernhard Essig, dem Indiana-Jones der Sprachschätze Wir sprachen mit dem Autor, der in puncto Sprichwörtliches fast nie auf dem falschen Fuß erwischt wird:

Worum geht es in Hand aufs Herz?

Rolf-Bernhard Essig: Pi mal Daumen gepeilt, geht es um Redensarten, die wir immer zur Hand haben – von Kopf bis Fuß, einschließlich Blut, Knochen, Leber, Milz und Hirn, das hoffentlich reichlich vorhanden ist. Ob Daumendrücken oder Schmetterlinge im Bauch, Nasedrehen oder die berühmte Faust aufs Auge, in dem Buch finden sich über 500 Körper-Redensarten und die wunderbaren Geschichten dahinter: Ein Buch, das man gleichsam mit Haut und Haar verschlingen möchte.

Wem würden Sie das Buch verkaufen?

Hinz und Kunz, Hans und Franz, denn ähnlich wie der Vorgängerband und Spiegelbestseller Ich kenn doch meine Pappenheimer! spricht Hand aufs Herz die Neugierigen an, die Klugscheißer, die Verliebten und die Kranken. Man kann es gewinnbringend als unerschöpflichen Vorrat für handfeste Reden oder schlitzohrige Botschaften benutzen, aber auch als bereichernde Lektüre zwischendrin. Jeder kluge Kopf hat nach der Lektüre noch mehr auf dem Kasten und kaum noch was auf dem Herzen. Ach ja, alle Gesundheitsberufe von Pflegerin und Physiotherapeut bis zu Ärztin und Personal Trainer spricht das Buch ganz direkt an.

Zum Buch durch Klick auf Cover 

Was für einen Sinn haben denn diese Sprüche, Redensarten, Weisheiten? Zum einen Ohr rein, zum andern Ohr raus? Knochentrockene Moralvorschriften?

Ich weiß von Gelegenheiten, wo sie ganz konkret Menschenleben retteten, aber sie würzen auch einfach jede Rede und jeden Text. Gewitzt eingesetzt, erheitern sie und können produktiv verwirren. Sie dienen als eine Art Erkennungszeichen unter den Sprechern einer Sprache. Sie können trösten, raten und Halt verleihen. Sie können einen wie ein guter Wahlspruch motivieren und bestärken. Mit dem richtigen Sprichwort, der passenden Redensart kann man fokussierter handeln. Sie verleihen der Sprache im besten Fall einen bestimmten Ton, der ganz en passant die Menschen erreicht und oft sogar unter die Haut geht.

Sind Sie oft im Buchhandel unterwegs?

Ja! Und nichts lässt sich mit der Atmosphäre einer Buchhandelslesung vergleichen! Das kann ich nach weit über 1000 Lesungen voller Überzeugung sagen. Erst letztes Jahr wieder ging es von Konstanz bis Bremen und von Bonn bis Dresden. Besonders schön ist es, wenn es dann noch gelingt, mit der Buchhandlung am Tag darauf in Schulen zu gehen. Da gibt es nämlich immer noch viele Neugierige und viele Unwissende, die man zum Lesen verführen kann.

Wenn Sie wieder unterwegs sein können: Sie haben ja eine ganze Palette von Buchthemen (welche?), die Sie in Lesungen zusammenfassen?

Das stimmt, und zum Glück lassen sie sich gut kombinieren. Das Hauptthema sind schon Redensarten und Sprichwörter, das ich auf alle Berufe und Altersklassen anpassen kann, aber auch auf mein anderes großes Thema „Meer“. Darüber habe ich für den Mare-Verlag drei Bücher geschrieben, über die Namen der Meere, die Perlen und die Seeredensarten. Das Fluchen und Schimpfen ist mir ein wichtiges Thema und auch alles, was mit Helden zu tun hat, wobei ich noch ein Spezialgebiet „Karl May“, das wiederum zu Sprichwörtern wie zu Helden passt.

Und wie empfanden Sie bisher die Stimmung im Handel im Verhältnis zu Amazon?

Galgenhumor, Phantasie und Trotz finde ich gar nicht so selten, und beides brauchen die Buchhändler auch, wenn wieder einmal jemand fragt, ob es ein Buch denn nicht nur im Internet gäbe oder ob es bei Amazon billiger sei. Besonders wichtig empfinde ich die Phantasie, denn sie führt zu überraschenden und wichtigen Aktionen. Bei der Woche der unabhängigen Buchhandlungen packte ich mit Kollegen der „Gruppe 7“ – eine Kinderbuchmenschen-Vereinigung – Bücher ein, beriet Käufer. Da merken die Menschen, wie Autoren, Buchhändler, Verlage gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Solidarität baut alle Beteiligten auf.

Der unabhängige Buchhandel vor Ort macht sich derzeit große Sorgen zum seine Zukunft.

Er wird aber mehr denn je gebraucht. Gerade in kleinen und mittleren Städten erweisen sich Buchläden nach wie vor, vielleicht sogar mehr als früher als Orte von Liberalität, Phantasie und Austausch. Und hier liegen auch weitere Chancen, gerade wenn man Kooperationen mit anderen Initiativen vor Ort eingeht, mit Firmen, Institutionen. Ich freue mich immer wieder über die Tips, die ich dort bekomme. Da öffnen sich selbst für einen erfahrenen Leser oft neue Türen.

Ihre Pläne für die Zeit nach Corona? ?

Einerseits plane und gestalte ich drei Ausstellungen – in Erlangen, Nürnberg, Berlin, andererseits schreibe ich an einem Buch über das schöne Thema „Das Europa der Sprichwörter“ – wieder für Duden.

Als letztes liegt es auf der Hand, bei einem Buch über Körperredensarten nach dem Corona-Virus zu fragen. Wie sehen Sie die aktuelle Lage?

Ich freue mich über alles Besonnene, Zuversichtliche und Heitere, das ich bei meinen Lesungen, die durchweg stattfinden, erlebe. Vielleicht lernen viele Menschen wieder, mit Unbestimmtheit zu leben und Risiken besser einzuschätzen. Sicher haben viele endlich viel Zeit, um zu lesen, und wenn sie dies Gespräch lesen und in einem netten Buchladen direkt oder online mein Buch bestellen und weiterempfehlen, kann ich hoffentlich in ein paar Wochen ganz glücklich sagen: „Das Buch ging viral!“

Worum geht es in Hand aufs Herz?

Rolf-Bernhard Essig: Pi mal Daumen gepeilt, geht es um Redensarten, die wir immer zur Hand haben – von Kopf bis Fuß, einschließlich Blut, Knochen, Leber, Milz und Hirn, das hoffentlich reichlich vorhanden ist. Ob Daumendrücken oder Schmetterlinge im Bauch, Nasedrehen oder die berühmte Faust aufs Auge, in dem Buch finden sich über 500 Körper-Redensarten und die wunderbaren Geschichten dahinter: Ein Buch, das man gleichsam mit Haut und Haar verschlingen möchte.

Wem würden Sie das Buch verkaufen?

Hinz und Kunz, Hans und Franz, denn ähnlich wie der Vorgängerband und Spiegelbestseller Ich kenn doch meine Pappenheimer! spricht Hand aufs Herz die Neugierigen an, die Klugscheißer, die Verliebten und die Kranken. Man kann es gewinnbringend als unerschöpflichen Vorrat für handfeste Reden oder schlitzohrige Botschaften benutzen, aber auch als bereichernde Lektüre zwischendrin. Jeder kluge Kopf hat nach der Lektüre noch mehr auf dem Kasten und kaum noch was auf dem Herzen. Ach ja, alle Gesundheitsberufe von Pflegerin und Physiotherapeut bis zu Ärztin und Personal Trainer spricht das Buch ganz direkt an.

Zum Buch durch Klick auf Cover

Was für einen Sinn haben denn diese Sprüche, Redensarten, Weisheiten? Zum einen Ohr rein, zum andern Ohr raus? Knochentrockene Moralvorschriften?

Ich weiß von Gelegenheiten, wo sie ganz konkret Menschenleben retteten, aber sie würzen auch einfach jede Rede und jeden Text. Gewitzt eingesetzt, erheitern sie und können produktiv verwirren. Sie dienen als eine Art Erkennungszeichen unter den Sprechern einer Sprache. Sie können trösten, raten und Halt verleihen. Sie können einen wie ein guter Wahlspruch motivieren und bestärken. Mit dem richtigen Sprichwort, der passenden Redensart kann man fokussierter handeln. Sie verleihen der Sprache im besten Fall einen bestimmten Ton, der ganz en passant die Menschen erreicht und oft sogar unter die Haut geht.

Sind Sie oft im Buchhandel unterwegs?

Ja! Und nichts lässt sich mit der Atmosphäre einer Buchhandelslesung vergleichen! Das kann ich nach weit über 1000 Lesungen voller Überzeugung sagen. Erst letztes Jahr wieder ging es von Konstanz bis Bremen und von Bonn bis Dresden. Besonders schön ist es, wenn es dann noch gelingt, mit der Buchhandlung am Tag darauf in Schulen zu gehen. Da gibt es nämlich immer noch viele Neugierige und viele Unwissende, die man zum Lesen verführen kann.

Wenn Sie wieder unterwegs sein können: Sie haben ja eine ganze Palette von Buchthemen (welche?), die Sie in Lesungen zusammenfassen?

Das stimmt, und zum Glück lassen sie sich gut kombinieren. Das Hauptthema sind schon Redensarten und Sprichwörter, das ich auf alle Berufe und Altersklassen anpassen kann, aber auch auf mein anderes großes Thema „Meer“. Darüber habe ich für den Mare-Verlag drei Bücher geschrieben, über die Namen der Meere, die Perlen und die Seeredensarten. Das Fluchen und Schimpfen ist mir ein wichtiges Thema und auch alles, was mit Helden zu tun hat, wobei ich noch ein Spezialgebiet „Karl May“, das wiederum zu Sprichwörtern wie zu Helden passt.

Und wie empfanden Sie bisher die Stimmung im Handel im Verhältnis zu Amazon?

Galgenhumor, Phantasie und Trotz finde ich gar nicht so selten, und beides brauchen die Buchhändler auch, wenn wieder einmal jemand fragt, ob es ein Buch denn nicht nur im Internet gäbe oder ob es bei Amazon billiger sei. Besonders wichtig empfinde ich die Phantasie, denn sie führt zu überraschenden und wichtigen Aktionen. Bei der Woche der unabhängigen Buchhandlungen packte ich mit Kollegen der „Gruppe 7“ – eine Kinderbuchmenschen-Vereinigung – Bücher ein, beriet Käufer. Da merken die Menschen, wie Autoren, Buchhändler, Verlage gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Solidarität baut alle Beteiligten auf.

Der unabhängige Buchhandel vor Ort macht sich derzeit große Sorgen zum seine Zukunft.

Er wird aber mehr denn je gebraucht. Gerade in kleinen und mittleren Städten erweisen sich Buchläden nach wie vor, vielleicht sogar mehr als früher als Orte von Liberalität, Phantasie und Austausch. Und hier liegen auch weitere Chancen, gerade wenn man Kooperationen mit anderen Initiativen vor Ort eingeht, mit Firmen, Institutionen. Ich freue mich immer wieder über die Tips, die ich dort bekomme. Da öffnen sich selbst für einen erfahrenen Leser oft neue Türen.

Ihre Pläne für die Zeit nach Corona? ?

Einerseits plane und gestalte ich drei Ausstellungen – in Erlangen, Nürnberg, Berlin, andererseits schreibe ich an einem Buch über das schöne Thema „Das Europa der Sprichwörter“ – wieder für Duden.

Als letztes liegt es auf der Hand, bei einem Buch über Körperredensarten nach dem Corona-Virus zu fragen. Wie sehen Sie die aktuelle Lage?

Ich freue mich über alles Besonnene, Zuversichtliche und Heitere, das ich bei meinen Lesungen, die durchweg stattfinden, erlebe. Vielleicht lernen viele Menschen wieder, mit Unbestimmtheit zu leben und Risiken besser einzuschätzen. Sicher haben viele endlich viel Zeit, um zu lesen, und wenn sie dies Gespräch lesen und in einem netten Buchladen direkt oder online mein Buch bestellen und weiterempfehlen, kann ich hoffentlich in ein paar Wochen ganz glücklich sagen: „Das Buch ging viral!“

Die Fragen stellte Christian von Zittwitz

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