Der andere Fragebogen Wie war Ihr Jahr, Thomas Schmitz?

Seit dem 06. Dezember (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2020 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“.  Heute beantwortet Thomas Schmitz (Inhaber der Essener Buchhandlung Schmitz), unseren „anderen“ Fragebogen:
Thomas Schmitz: „Mein schönster Erfolg war in diesem Jahr 
Agathe, Boskop, Cox – das Apfelkoch- und Backbuch, das wir mit unseren Kunden erstellt haben. Sündhaft teuer in der Herstellung, da wir auf seltenes Apfelpapier gedruckt haben. Nach einer Woche war klar, wir mussten nachdrucken. Außerdem ist gerade die 30. Ausgabe der schmitzkatze erschienen. Dass die mal so alt würde …“

Welcher Tag war Ihr schönster diesem Jahr?

Der Tag wird vermutlich noch kommen. Meine Tochter bekommt ein Kind und ich eine erste Enkeltochter.

Worüber haben Sie sich 2019 am meisten geärgert?

Eigentlich möchte ich sagen, über den wochenlang in meinen Unterlagen forschenden Steuerprüfer. Aber dann denke ich mir, der macht ja auch nur seine Arbeit und Ärger fällt letzlich auf mich selbst zurück. Da kann ich es auch lassen.

Was war 2019 Ihr schönster Erfolg?

Agathe, Boskop, Cox – das Apfelkoch- und Backbuch, das wir mit unseren Kunden erstellt haben. Sündhaft teuer in der Herstellung, da wir auf seltenes Apfelpapier gedruckt haben. Nach einer Woche war klar, wir mussten nachdrucken.

Außerdem ist gerade die 30. Ausgabe der schmitzkatze erschienen. Dass die mal so alt würde…

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?

Ich habe einige Veranstaltungen absagen müssen, weil abzusehen war, dass wenig bis keine Besucher kommen würden. Das tut immer besonders weh, weil man ja mit Bedacht die Künstler und  Autoren eingeladen hat. Bitter, wenn dann nichts funktioniert und du weißt nicht genau warum. Vielleicht wegen Fehleinschätzungen der gröberen Art?

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?

Tun wir so, als liefen meine beiden Buchhandlungen außer Konkurrenz, dann ist wohl die Friedrich-Wagner-Buchhandlung in Ueckermünde. Zweimal bin ich dort gestrandet, zweimal war es ein stilles aber wunderschönes  Erlebnis. Über der Buchhandlung befindet sich übrigens eine kleine mit Büchern vollgestellte Ferienwohnung. Ich habe mir fest vorgenommen mal eine Auszeit dort zu nehmen.

Einen Verlag zu nennen ist im Grunde auch eine Zumutung. Mit dem Kampa Verlag freue ich mich über seine Erfolge, bei Reisedepeschen bewundere ich, mit welchem Enthusiasmus das Verlegerpaar sich an seine Arbeit macht, aus dem JaJa Verlag stammt mein derzeitig liebstes Kochbuch. Soll ich weiter aufzählen?

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im kommenden Jahr nichts mehr lesen?

Ich möchte keine Mails mehr lesen von Kunden und Kollegen, die mir erklären, warum sie ihre Rechnungen nicht zahlen wollen oder können. Ihre Lösungsvorschläge waren bisher allesamt was für die Tonne.

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Ich finde ja spannend Berichte über Kollegen, die auf die eine oder andere Weise ihren Alltag meistern und mit besonderen Konzepten ihr Überleben sichern. Bisher hat niemand solche Projekte mit ehrlichen Zahlen untermauert. Warum eigentlich nicht?

Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?

Ich möchte nur die Projekte angehen, die ich auch abarbeiten kann.

Und welchen Fehler werden  Sie trotzdem wiederholen?

Nein, werde ich nicht! Oder doch? Ich werde es (hoffentlich) erleben.

Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?

Zeitenwende 1979 von Frank Bösch. Im Mai 1979 bin ich von der Schule geflogen, musste mein Leben organisieren und war erst einmal mit mir selbst beschäftigt. Selbstverständlich habe ich die angesprochenen Themen der Zeit alle wahrgenommen. Politisch eingeordnet habe ich sie erst nach der Lektüre des Buches.

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?

Das wird sich noch rechtzeitig herausstellen.

Von wem würden Sie gern auch mal  die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Von Michael Rosch, dem Geschäftsführer der Buchwert. Der Mann beeindruckt und überrascht mich immer wieder…

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben,  hätten Sie gern beantwortet?

Sie werden im nächsten Jahr 60. Haben Sie eigentlich eine Vorstellung davon, wie lange Sie noch arbeiten möchten?

Hier können Sie die auch beantworten:

Nö, ist einfach noch alles zu schön und zu spannend.

Gestern antwortete Sebastian Ritscher, morgen befragen wir die Schwestern Julia und Simone Graff

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