Der andere Fragebogen Wie war Ihr Jahr, Silvio Mohr-Schaaff?

Seit dem 6. Dezember 2018 (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2019 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“.  Heute beantwortet Silvio Mohr-Schaaff, Vertriebs/Marketingleiter Büchergilde,  unseren “anderen” Fragebogen:

Silvio Mohr-Schaaff

Welcher Tag war Ihr schönster in diesem Jahr?

Welcher? Welche! Der Tag, an dem klar war, dass wir mehr Mitglieder als 2017 haben werden. Die Tage, an denen wir neue Partnerbuchhandlungen anschlossen.  Gekrönt von dem Tag, an dem klar war, dass wir den 2017er Umsatz toppen.

Worüber haben Sie sich 2018 am meisten geärgert?

Die Frage zur Büchergilde: Büchergilde? Die gibt’s noch?

Politisch: Der Rücktritt vom Rücktritt.

Was war 2018 Ihr schönster Erfolg?

Der, dass die Büchergilde wachsende Mitgliederzahlen verzeichnet. Das liegt vor allem an der wachsenden Zahl an Partnerbuchhandlungen vor Ort.

Die Büchergilde wird für viele Buchhandlungen wieder ein attraktiver Partner – obwohl sie und das zugrundeliegende Geschäftsmodell bald 100 Jahre alt wird. Unser geliebter alter Dampfer nimmt wieder richtig Fahrt auf.

Und, dass es in Frankfurt endlich gelungen ist, einen Zusammenschluss (fast) aller Publikumsverlage zu erreichen. Im November haben wir den Verein Pro Libris Frankfurt e.V. mitgegründet, der im April in die erste Runde von „069 – Die Frankfurter Verlagsschau“ geht.

Und Ihr traurigster Misserfolg war…?

Die Tatsache, dass wir aufgrund von fehlender Manpower nicht mit allen Buchhandlungen, die interessiert wären, sprechen bzw. diese anschließen konnten.

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in 2018?

Bei fast 100 Partnerbuchhandlungen könnte ich hier gar keine Wahl treffen. Aber: beim Deutschen Buchhandlungspreis 2018 waren wieder 14 Partnerbuchhandlungen vertreten.

Daher formuliere ich es lieber so: Immer die nächste, engagierte Partnerbuchhandlung.

Von welchem Thema wollen Sie (warum) in diesem Jahr nichts mehr lesen?

Vom Verschwinden der Buchkäufer und -leser, Stichwort quo vadis.

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Über die  Begeisterung an der Arbeit mit Buchkäufern und -lesern und von dem besonderen Vergnügen Bücher zu machen und zu verkaufen.

Welchen Fehler aus 2018 möchten Sie im neuen Jahr vermeiden?

Die Einführung einer neuen Verlagssoftware. (an dieser Stelle sage ich aber nicht welche…)

Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?

Die Einführung eines neuen Webshops.

Welches Buch hat Ihnen in 2018 besonders viel Freude gemacht?

Besonders viel Freude machen mir immer unsere illustrierten Bücher. Zur Frankfurter Buchmesse war es in diesem Jahr Mary Shelley’s Frankenstein, illustriert von Martin Stark. Im Weihnachtsgeschäft Christopher Isherwood’s Leb wohl, Berlin, fulminant illustriert von Christine Nippoldt. Trotz zweijähriger Vorbereitung ist der Band passend zu Babylon Berlin erschienen.

Welches wird 2019 Ihr wichtigstes Buch?

Eine illustrierte Ausgabe von Milch und Kohle von Ralf Rothmann, besonders freue ich mich außerdem auf Pnin von Vladimir Nabokov, den Thomas Müller illustrieren wird.

Darüber hinaus hegen wir natürlich immer den Anspruch, unseren Mitgliedern Quartal für Quartal eine Auswahl der wichtigsten Novitäten bieten zu können, und diese in der unverwechselbaren Büchergildenausstattung.

Von wem würden Sie auch gern mal Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Von Monika Grütters zu diesen und einigen anderen Fragen, z.B. zum Deutschen Verlagspreis 2019.

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?

Warum ist die Büchergilde eine Genossenschaft?

Hier können Sie die auch beantworten?

Durch das Modell der Genossenschaft gehört die Büchergilde ihren Genossinnen und Genossen.

Wir glauben daran, dass dieses Modell sowohl angemessen als auch zukunftsweisend für eine Buchgemeinschaft ist. So bleiben wir unabhängig in unserer verlegerischen Arbeit und agil genug, den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.  Inzwischen tragen mehr als 1.100 Genossinnen und Genossen unsere Vorstellung gelebter Buchkultur mit, die gleichermaßen Wert auf sorgsam ausgewählte Inhalte und hochwertige Gestaltung legt.  Als Teil der Genossenschaft hat jeder die Möglichkeit, eigene Ideen in die Buchgemeinschaft einzubringen.

Gestern antwortete Per Dalheimer, morgen Jochen Große Entrup

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