Der andere Fragebogen Wie War Ihr Jahr, Regina Denk?

Seit dem 6. Dezember 2017 (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2018 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“ Heute beantwortet Regina Denk, seit  1. Februar  Verlagsleiterin der Marken Gräfe und Unzer und Hallwag, unseren „anderen“ Fragebogen:

Regina Denk: „Ich wünsche mir mehr Bücher und Erzählungen über starke Frauen aus dem wirklichen Leben“
  1. Welcher Tag war Ihr schönster diesem Jahr?

Der kommt für mich erst in ein paar Wochen, Weihnachten bzw. Heilig Abend ist für mich eigentlich immer der schönste Tag im Jahr. Das Klischee ist mir durchaus bewusst, aber daran kann man ja manchmal nichts ändern. Die Feiertage sind eine wunderbare Pause nach viel Arbeit und Stress, es kehrt allgemein eine etwas ruhigere Stimmung ein und endlich ist auch mal Zeit für Familie und Freunde, wie es sie sonst nur selten gibt im Alltag.

 

  1. Worüber haben Sie sich 2017 am meisten geärgert?

Dass die meisten Menschen, egal ob beruflich oder privat, so viel mehr Energie in das Austragen von Konflikten stecken als in deren Lösung. Wirklich freuen würde es mich, wenn jeder von uns ein bisschen mehr und öfter über den eigenen Schatten springen könnte. Vermutlich hätten wir alle ein besseres Miteinander und mehr Erfolge.

 

  1. Was war 2017 Ihr schönster Erfolg?

Dass es uns in gemeinschaftlicher Leistung gelungen ist, Carsten Stahl mit dem Buchprojekt „Du Täter, du Opfer“, das im März 2018 erscheint, ins Programm zu nehmen. Mobbing und Gewalt bei Jugendlichen sind nicht nur extrem gesellschaftsrelevante Themen, der Titel hat das enormes Potential wirklich etwas zu bewegen. Wir alle im Verlag hoffen sehr darauf, damit eine große Botschaft zu senden und ein Zeichen zu setzen. Eine Sache für die man sich nicht genug engagieren kann.

 

  1. Und Ihr traurigster Misserfolg war…?

Dass es uns (noch) nicht gelungen ist, Elyas M’Barek, alias Zeki Müller, ein Vorwort für oben genanntes Projekt zu entlocken. Die Hoffnung geben wir aber nicht auf.

 

  1. Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?

Mein liebster Verlag war in diesem Jahr auf jeden Fall Hardie Grant, die uns in London auf der Buchmesse mit einem unglaublich stimmigen und extrem ästhetisch designten Programm beeindruckt haben. Leider konnten wir nur einen einzigen Titel mit nach Deutschland nehmen, die „New York Desserts“ von Yasmin Newmann. Gottseidank war es der schönste der gesamten Messe.

 

  1. Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?

Über Einhörner weiß ich seit diesem Jahr mehr als genug, da freu ich mich auf das nächste Fabeltier.

 

  1. Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Egal, ob es nun um ein positives Körpergefühl geht, wie im Gräfe und Unzer Titel „Curvy“ von Sarin Nowak, oder um Lebensgeschichten von interessanten Vorreiterinnen wie in „200 Frauen“ vom Elisabeth Sandmann Verlag: Ich wünsche mir mehr Bücher und Erzählungen über starke Frauen aus dem wirklichen Leben.

 

  1. Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?

Es wegen zu viel Stunden im Büro kein einziges Mal ins Schwimmbad zu schaffen.

 

  1. Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?

Zu viel am Schreibtisch zu sitzen.

 

  1. Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?

„A little Life“ von Hanya Yanaghiara, auch wenn Freude vermutlich das falsche Wort ist. Aber dieses Buch hat mich beeindruckt, aufgewühlt und zu Tränen gerührt, wie lange kein Roman mehr. Eine unglaublich bewegende Geschichte, erzählt in einer Sprachfarbe, die man selten findet. Also trotz vieler Tränen, ja, es hat mir doch viel Freude bereitet.

 

  1. Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?

Tatsächlich ein sehr sehr persönliches Projekt, über das ich an dieser Stelle noch nicht viel sagen kann und nur um gedrückte Daumen bitten möchte.

 

  1. Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Sehr gerne von Peter Haag, dem Kein & Aber Verleger, eines meiner absoluten Lieblingshäuser.

 

  1. Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben,hätten Sie gern beantwortet?

Von welchem Autor würden sie sich im kommenden Jahr ein neues Buch wünschen?

 

  1. Hier können Sie die auch beantworten:

Terry Pratchett, ich durfte ja wünschen.

Gestern sprachen wir mit Peter Usborne über sein Jahr 2017, morgen beantwortet Ursula Bergenthal unseren etwas „anderen“ Fragebogen

 

 

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