Der andere Fragebogen Wie war Ihr Jahr, Julia Eisele?

Seit dem 6. Dezember 2017 (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2018 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“ Heute beantwortet Julia Eisele, die in diesem Jahr ihren eigenen Verlag gründete, unseren „anderen“ Fragebogen:

Julia Eisele gründete im Februar 2016 den Eisele Verlag.

1.Welcher Tag war Ihr schönster diesem Jahr?

 

Der 50. Geburtstag meiner Freundin Kirsten in Köln. Es war ein wunderschönes, ausgelassenes Fest voller herzerwärmender (Wieder-)Begegnungen.

 

  1. Worüber haben Sie sich 2017 am meisten geärgert?

Ich habe mich in diesem Jahr mehr gefreut als geärgert, und wenn die Versuchung groß war, bin ich Haim Shapiras Rat gefolgt : „Wenn wir uns ärgern, bestrafen wir uns für unsere eigene Dummheit.“

 

  1. Was war 2017 Ihr schönster Erfolg?

Gleich mit dem ersten Programm des Eisele Verlags eine Bestsellerquote von 50% zu erzielen. Zwei von bisher vier erschienen Titeln haben es auf die Spiegel-Liste geschafft: Hanni Münzers „Solange es Schmetterlinge gibt“ und Nell Leyshons „Die Farbe von Milch“.

 

  1. Und Ihr traurigster Misserfolg war…?

In diesem Jahr fällt mir da echt nichts ein.

 

  1. Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?

Generell alle unabhängigen Buchhandlungen. Ganz speziell in diesem Jahr die Buchhandlungen Held in Tutzing, Voglbuch in Großkarolinenfeld und der Hugendubel München Stachus – die ganz tolle Veranstaltungen mit uns gemacht haben. Mein liebster Verlag: Die Ullstein Buchverlage natürlich, die uns vertrieblich mit viel Engagement in die Buchhandlungen gebracht haben.

 

  1. Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?

Leider gab es in diesem Jahr besonders viel Unerfreuliches, Ungerechtes, auch Empörendes zu lesen. Es ist aber gut, dass wir eine funktionierende Berichterstattung darüber haben, entgegen der Meinung verschiedener mehr oder weniger prominenter Menschen, die daran zweifeln wollen.

 

  1. Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Ich würde mich freuen, wenn die Feuilletons der großen Zeitungen auch mal populärere Titel besprächen und nicht fast ausschließlich elitäre Publikationen von so spezifischem Zuschnitt, dass ich mich wirklich frage, wie groß der Prozentsatz an Zeitungslesern ist, die das interessiert. In Zeiten, in denen wir immer stärker für das Medium Buch werben müssen, ist dieser Snobismus kontraproduktiv.

 

  1. Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden?

Keinen Sommerurlaub zu machen.

 

  1. Und welchen Fehler werden Sie trotzdem wiederholen?

Ich werde ganz bestimmt nächstes Jahr Urlaub machen!

 

  1. Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht?

Alle vier Bücher meines ersten Programms. Ich freue mich wie eine Schneekönigin über jedes einzelne von ihnen – und über die, die im Frühjahr in der Planung sind.

 

  1. Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?

Ein wichtiges Buch wird sicher unser Frühjahrs-Spitzentitel „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“, ein New-York-Times-Bestseller, der es mehr als verdient hat, endlich auch auf Deutsch zu erscheinen.

 

  1. Von wem würden Sie auch gern mal die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Von der Wiener Buchhändlerin Anna Jeller, die in diesem Jahr erstmals auch verlegerisch tätig geworden ist mit der Gründung der Edition Anna Jeller.

 

  1. Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben, hätten Sie gern beantwortet?

Finden Sie nicht auch, dass es höchste Zeit ist, dass Frauen für ihre Arbeit ebenso gut bezahlt werden wie Männer?

 

  1. Hier können Sie die auch beantworten:

Ab-so-lut!

Gestern beantwortete Lambert Scheer unseren „anderen“ Fragebogen. Morgen sprechen wir mit  Klaus Altepost über sein Jahr 2017.

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