Der andere Fragebogen Wie war Ihr Jahr, Eva Schubert?

Seit dem 6. Dezember 2018 (Nikolaustag) fragen wir wieder bis zum 6. Januar 2019 (Heilige Drei Könige) in der Buchbranche herum: „Wie war Ihr Jahr?“.  Heute beantwortet Eva Schubert, Verlagsleitung Penguin Taschenbuch & Pantheon, unseren “anderen” Fragebogen

Eva Schubert: “Das, was Bücher bieten, ist einzigartig. Es mag anspruchsvoller geworden sein, den perfekten Content für jeden Kunden zu liefern und ihn davon zu überzeugen, seine oder ihre Zeit mit einem Buch zu verbringen. Aber das heißt doch nur, dass wir noch besser werden müssen darin, zu verstehen, was unsere Kunden suchen und wie wir sie erreichen” (c) Mathis Beutel

Welcher Tag war Ihr schönster diesem Jahr?

Das Schönste an meinem Jahr? Dass ich sehr viele schöne Tage hatte dieses Jahr! Unser Verlag hat sich wunderbar entwickelt, und wir haben im Team und mit unseren Autoren viel Freude und schöne Momente geteilt. Wir konnten tolle Bestsellererfolge feiern, wie Claire Douglas‘ Thriller „Missing“ im Sommer, oder aktuell Maria Nikolais Roman „Die Schokoladenvilla“, und es ist einfach toll zu sehen, wie viele begeisterte Rückmeldungen uns von Lesern erreichen. Dann weiß man: Die harte Arbeit hat sich gelohnt!

Was war 2018 Ihr schönster Erfolg?

Es gibt uns erst seit gut zwei Jahren auf dem deutschen Markt, wir mussten direkt in eine der bisher herausforderndsten Marktsituationen überhaupt hineinpublizieren. Das war und ist eine große Herausforderung. Zu sehen, was man als Team zusammen möglich machen kann, gibt uns unglaublich viel Kraft und macht große Lust auf ein spannendes 2019.

Und Ihr traurigster Misserfolg war…? 

Es ist immer traurig, wenn eine Rechnung nicht so aufgeht, wie man sich das wünscht. Aber nicht jedes Buch kann ein Erfolg werden, auch wenn wir die Weichen dafür perfekt stellen. Das macht ja unser Geschäft aus.

Ihre schönste Buchhandlung/Ihr liebster Verlag in diesem Jahr?

Ich hatte ein sehr schönes Erlebnis bei Barnes & Nobles in New York: Sarah Jessica Parker stellte dort den ersten Roman der von ihr verlegerisch kuratierten Edition bei Crown vor. Die Lesung war extrem gut besucht, die Besucher standen bis weit hinter den Absperrungen. Es war toll zu sehen, wie jemand, der durch Film und Fernsehen bekannt ist, Büchern Glamour verleiht – und durch ihre Medienpräsenz so viele Menschen fürs Lesen begeistert.

Von welchem Thema wollen Sie (warum) im neuen Jahr nichts mehr lesen?

Davon, dass Serien Büchern den Rang abgelaufen haben und wir Büchermacher dem hilflos ausgesetzt sind. Mit unserer exklusiven Kooperation zur Netflix-Serie „Stranger Things“– die erste offizielle Buchkooperation, die Netflix eingeht – haben wir die Möglichkeit, Bücher mit neuen Medien in Verbindung zu setzen. Die Romane ergänzen die Serienhandlung – liefern also Inhalte, die es nur in Buchform, nicht in der Netflix-Serie geben wird. Eine großartige Gelegenheit, Serienfans wieder zum Lesen zu motivieren.

Und über welches Thema wollen Sie mehr lesen?

Darüber, wie wir als Buchverlage tolle Bücher veröffentlichen, die auf unsere Realität reagieren und die ihre Leser wirklich erreichen.

Welchen Fehler aus diesem Jahr möchten Sie im kommenden Jahr vermeiden? 

Mich selbst zu unterschätzen.

Und welchen Fehler werden  Sie trotzdem wiederholen?

Selbstkritisch zu bleiben, und das aber nicht als Fehler zu betrachten, sondern als Möglichkeit der Verbesserung.

Welches Buch hat Ihnen in diesem Jahr besonders viel Freude gemacht? 

Hasnain Kazims „Post von Karlheinz“. Darin zeigt der Spiegel-Journalist, wie er charmant und humorvoll mit der Tatsache umgeht, dass ihm im Alltag ganz unverhohlener Rassismus entgegenschlägt. Das macht er so charmant und unterhaltsam, dass er dadurch eine sehr breite Leserschaft erreicht – die sich sonst vielleicht nie mit dem Thema beschäftigt hätte.

Welches wird Ihr wichtigstes Buch im neuen Jahr?

Neben den schon erwähnten „Stranger Things“-Büchern sind das Ellen Sandbergs neuer Roman „Das Erbe“ und Benedikt Gollhardts Thriller „Westwall“, die beide wichtige gesellschaftliche Themen aufgreifen.

Von wem würden Sie auch gern mal  die Antworten auf diesen Fragebogen lesen?

Ohne jemanden herausgreifen zu wollen: Gerne noch öfter auch die jüngeren Verlagsfrauen zu Wort kommen lassen, wir haben viel zu sagen. ;)

Und welche Frage, die wir nicht gestellt haben,  hätten Sie gern beantwortet?

Welches Penguin-Buch ist als Weihnachtsgeschenk unverzichtbar?

Hier können Sie die auch beantworten:

Natürlich „Stranger Things – Das offizielle Begleitbuch“. Durchgehend vierfarbig – einfach ein Kunstwerk – und von den Machern der Serie selbst konzipiert.

Gestern sprachen wir mit Ulrich Dombrowsky, morgen antworten Barbara Kalender und Jörg Schröder

 

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