Gespräche Christian Brandstätter fürchtet das Ende der Gutenberg-Galaxis

In der Reihe „Verleger im Gespräch“ der DIE PRESSE in Wien unterhielt sich Barbara Petsch am 27.12. 04 mit Christian Brandstätter, der seinen Verlag zurückgekauft hat [mehr…], über den kriselnden Markt. Brandtstätter nachdenklich: „Krise ist ein Euphemismus“ – Titel auch des Beitrages.

Wir zitieren:

Das Buch war früher ein Status-Symbol. Heute ist das ein guter Bordeaux. Für den geben die Leute 70 Euro aus, bei einem Buch um den Preis sagen sie: Das ist zu teuer. Dabei sind Bücher anders als andere Dinge, die als Grundnahrungsmittel im Index-Korb hängen, am wenigsten im Preis gestiegen – bedingt durch die Senkung der Produktionskosten. Reproduktionen von Gemälden etwa sind viel billiger geworden. Die Rationalisierungs-Fortschritte werden aber leider aufgehoben durch die gestiegenen Nebenkosten für Marketing, Lagerung, Rabatte etc. Sie können heute keinen Verlag mehr neu gründen, denn die Etablierung der Marke allein kostet fünf bis acht Mill. Euro. Vielleicht kehren die Leute ja irgendwann zu den Büchern zurück, jetzt überhaupt nach der Pisa-Studie. Aber ich fürchte, wir erleben das Ende der Gutenberg-Galaxis.“

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